Siemens Totally Integrated Automation: TIA – gestern – heute – morgen

Nachgefragt Im Gespräch mit Manfred Brandstetter, Leiter der Business-Unit Automation Systems bei der Siemens AG Österreich, erörtert Luzia Haunschmidt / x-technik, den Entwicklungsstand des Siemens Portals Totally Integrated Automation / TIA und welche damit verbundene Hindernisse noch zu bewältigen sind.

Manfred Brandstetter, Leiter der Business-Unit Automation Systems der Siemens AG Österreich

Manfred Brandstetter, Leiter der Business-Unit Automation Systems der Siemens AG Österreich

Herr Brandstetter, das Siemens Portal Totally Integrated Automation / TIA stellt wie kein anderes am Markt bestehendes Werkzeug die Möglichkeit zur Erreichung der Vision einer real funktionieren virtuellen Fabrik auf der automatisierenden Ebene dar. Seit 1996 wird TIA nun systematisch mit Leben gefüllt – was heißt, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt alle Automatisierungskomponenten der Feldebene bis hoch zur Leitebene im TIA-Portal verfügbar sind. 2013 wurde mit der Integration Ihres gesamten Antriebsstranges das Portal um einen wesentlichen Funktionsbereich erweitert. Welche großen Integrationenschritte hat Siemens nun 2014 in sein TIA-Portal geplant?

Brandstetter:

Die nächste Version des TIA Portals V13 steht unmittelbar bevor und wird im März 2014 lieferbar sein. Es wird Funktionserweiterungen im Bereich Teamengineering, Import/Export Schnittstellen, Motion Control und eine Fülle von kleineren Optimierungen im Bereiche STEP7 V13 geben. Für den Visualisierungspart mit WinCC V13 stehen neue sehr attraktive Graphikobjekte, Teamengineering sowie die Multitouchprojektierung als Highlights an. Gleichzeitig bringen wir mit der V13 auch eine Fülle von neuen Hardwareprodukten. Die neuen S7-1500 Safety Controller für sicherheitstechnische Anwendungen, mit dem neuen High End Controller S7-1518 die leistungsstärkste SPS bisher und eine neue Generation unser Basic Panels. Sie sehen also wir lassen in unserer Innovationskraft nicht nach und haben noch viele interessante Themen vor uns.

Derzeit sind die Lebenszyklen von Produkten und die der Produktion auf der datentechnischen Ebene nicht miteinander verbunden. Welche Anstrengungen beabsichtigt Siemens um diese beiden Welten miteinander ‚sprechen’ zu lassen?

Brandstetter:

Siemens hat in den letzten Jahren eine Reihe von Softwareunternehmen übernommen um im Bereich PLM Software der weltweit führende Anbieter zu werden. Im klassischen Automatisierungsbereich sind wir das ja seit vielen Jahren. Das Ziel diese beiden Welten zu verschmelzen und unseren Kunden die sich daraus ergebenden Synergien anzubieten, haben wir klar vor Augen. Optimierungen in der Time to Market, die Reduktion von Engineeringzeit sowie Qualitätsvorteile sind heute schon klar abzusehen. Wir arbeiten hart daran genau diese Durchgängigkeit zu erreichen und das TIA Portal ist ein ganz wichtiger Meilenstein in dieser Entwicklung.

Software wird in Zukunft der größte Hebel für Produktivitätsgewinne sein. Ein Hemmschuh dahingehend ist derzeit, dass Interoperabilität über Herstellergrenzen hinweg nicht wirklich geboten wird und es an entsprechenden Standardisierungen fehlt. Inwiefern begegnet Siemens dieser Problematik?

Brandstetter:

Also zunächst gibt es heute schon eine intensive Standardisierung was die Integration unterschiedlicher Systeme in einem Automatisierungsverbund betrifft. Das sehen wir bei den Bussystemen, im Engineering mit IEC 61131-3 und auch bei der Datenanbindung an übergeordnete Systeme wie z. B. mit OPC UA. Wie schon erwähnt wird auch unsere Engineeringplattform TIA Portal eine Reihe von Import/Export Schnittstellen erhalten. Das Engineeringwerkzeug in dem der größte Produktivitätshebel zu finden ist, ist heute ein Hersteller spezifisches und genau damit differenzieren wir uns auch klar zu unseren Wettbewerbern.

Wirtschaftlichen Prognosen zufolge wird mit der Realisierung einer vollständigen selbstfunktionierenden Fabrik in den nächsten 20 Jahren gerechnet. Herr Brandstetter, was glauben Sie als technischer Experte, wann werden wir diese seit langem verfolgte Vision in Wirklichkeit erleben?

Brandstetter:

Sie kennen den Satz der unter anderem Niels Bohr zugeschrieben wird: “Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Ernsthaft – ich denke nicht, dass der exakte Zeitpunkt, wann eine Vision Industrie 4.0 Wirklichkeit wird, relevant ist. Das Wichtige bei dem Thema Industrie 4.0 ist, dass erstmals alle an einer gemeinsamen Idee arbeiten. Ich sehe Industrie 4.0 als eine Art Innovationstreiber für Hersteller, Lehre & Forschung, Produktionsunternehmen und auch Politik um der Industrie die nötige Aufmerksamkeit zu widmen.

Unterschiedliche Unternehmen haben durchaus auch verschiedene Zugänge und Ideen was Industrie 4.0 für sie bedeuten wird. Eines haben alle diese Ideen gemeinsam – sie fokussieren Innovationskraft und werden hoffentlich zahlreiche innovative Lösungen hervorbringen um die Industrie noch produktiver und effizienter zu machen. Wir gehen auf jeden Fall genau diesen Weg.

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