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Wiener BVV-Pressegespräch 2018

Zum ersten Mal begrüßte Ihre Exzellenz Frau Dr. Ivana Cervenkova, Botschafterin der Tschechischen Republik in Österreich, die Gäste zum Wiener BVV-Pressegespräch 2018 – quasi als neue Hausherrin in den Räumlichkeiten der Tschechischen Botschaft in Wien-Penzing. Frau Cervenkova betonte in ihrer Begrüßungsrede, dass sie Wien und Österreich schon recht gut aus den Jahren 2010 bis 2014 kenne, da sie bereits in diesem Zeitraum Gesandte in Wien war und nun nach einem Jahr als interimistische geschäftsführende Botschafterin vor kurzem vom Prager Außenministerium für diese Funktion bestätigt wurde.

V.l.n.r.: Franka Weissensteiner, WKO, Martina Tauberova, Handelsrätin der Tschechischen Botschaft, Jiri Kulis, Generaldirektor Messe Brünn und Radek Klepac, Dir. Internationale Beziehungen Messe Brünn.

V.l.n.r.: Franka Weissensteiner, WKO, Martina Tauberova, Handelsrätin der Tschechischen Botschaft, Jiri Kulis, Generaldirektor Messe Brünn und Radek Klepac, Dir. Internationale Beziehungen Messe Brünn.

Die neue Frau Botschafterin freute sich über die sehr gute bestehende Zusammenarbeit zwischen der Brünner Messe und den österreichischen Institutionen. Sie betonte, dass dies alles in Zeiten der Hochkonjunktur bei einem Außenhandelsvolumen von gut € 4 Mrd. zwischen beiden Ländern stattfinde und die weitere Verbesserung der Vernetzung von tschechischen und österreichischen Unternehmen im Fokus ihrer Aktivitäten liegen werde. Als “Best-Practice“ Beispiel erwähnte sie die bestehende gute Zusammenarbeit im grenzüberschreitenden Verkehr von ÖBB, CR (Tschechischer Eisenbahn) und den neuem privaten Bahnbetreiber RegioJet.

Als Moderator des Pressegespräches fungierte wie in den Jahren zuvor Herr Radoslav Klepac in gewohnt charmanter Art, der diesmal den beiden Damen am Podium den Vortritt überließ.

Somit begann zunächst Frau DI Martina Tauberova, als amtierende Handelsrätin der Tschechischen Botschaft in Wien eine „Tour d’Horizon“ zum Stand der sehr erfreulichen Entwicklungen zu den Wirtschaftbeziehungen zwischen Tschechien und Österreich. Laut den letzten statistischen Angaben verzeichnete Tschechien in 2017 ein Wirtschaftswachstum (BIP) von + 4,7 %, das in erster Linie dem gestiegenen Privatkonsum und einer boomenden Exportindustrie zu verdanken sei. Besonders die tschechische Autoindustrie, die einen Exportanteil von 16 % hält, wuchs überdurchschnittlich. Tauberova verwies dabei ausdrücklich darauf, dass dies nicht nur dem „Homeplayer“ SKODA zu verdanken sei, sondern auch den internationalen Automobilkonzernen, die direkt in Tschechien investiert hätten, dementsprechend auch produzieren und exportieren: Hyundai, Toyota, Peugeot und Citroen.

Aber auch der LKW-Bereich entwickle sich sehr gut, insbesondere das Unternehmen TATRA-Trucks, das nun auch international expandieren wolle und noch in diesem Jahr in Österreich vertrieblich mit einem lokalen Kooperationspartner Fuß fassen wolle.

Auch die Chemie- und Pharmabranche wuchs 2017 überdurchschnittlich gut um ca. 20 %. Auch der Dienstleistungsbereich konnte 2017 mit einem Zuwachs von gut 10 % punkten, wobei dies in erster Linie dem Tourismus und der Gastronomie zu verdanken sei. 2017 konnte Tschechien insgesamt über 16 Mio. Nächtigungen verzeichnen. Dies entspricht einem Plus von 9 % im Vergleich zu 2016. „Auch die Prognosen für 2018 und 2019 sehen sehr gut aus. Tschechien rechnet für 2018 mit einem BIP-Zuwachs von + 3,4 % und für 2019 mit + 2,6 %. Generell herrscht derzeit in Tschechien ein extrem gutes Klima für Unternehmer, Investoren und Arbeitnehmer“, schloss Tauberova ihre Ausführungen ab.

Anschließend berichtete Frau MMag. Franka Weissensteiner, zuständig innerhalb der WKO Österreich für internationale Nachbarschaftsmessen, die durch die WKO gefördert und durchgeführt werden. Für 2018 sei es wie im Vorjahr gelungen wieder insgesamt vier BVV-Messen mit einer aktiven österreichischen Messebeteiligung und einem Gruppenstand zu unterstützen. Demnach wird es bereits im März 2018 zum vierten Mal in Folge einen Gruppenstand anlässlich der internationalen Elektronik- und Automatisierungsfachmesse „AMPER 2018“ geben. Diese internationale Messe für Elektrotechnik, Elektronik, Automatisierung und Kommunikationstechnik gilt als die größte Elektronikmesse Tschechiens. Zusätzlich wird die WKO österreichischen Firmen jeweils einen Gruppenstand auf der bereits komplett ausverkauften internationalen Landwirtschaftsmesse „TECHAGRO 2018“, auf der Brünner Industrie- und Maschinenbauleitmesse „MSV 2018“ und auf der relativ neuen tschechische Bildungsmesse „GAUDEAMUS 2018“ anbieten. Auf der MSV unterhält die WKO den Gruppenstand durchgehend seit 2010. Auf der GAUDEAMUS erfolgte nach dem erfolgreichen Start in 2017 heuer der erst zweite gemeinsame Messeauftritt. „Generell werden alle vier Gruppenstände der WKO im Rahmen der gemeinsamen WKO-Initiative mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) „go-internatinal“ https://www.go-international.at/ gefördert“, betonte Weissensteiner zusammenfassend.

In der Hauptpräsentation führte dann Herr Jiri Kulis, CEO und Generaldirektor der Messe Brünn, die Anwesenden wie gewohnt durch das Brünner Messeprogramm 2018 und stellte dabei im Detail die wichtigsten Fachmessen einzeln vor. Zuvor zeigte sich Kulis abermals sehr erfreut, dass man nach 2016 auch das Geschäftsjahr 2017 mit einem wiederholten Rekordergebnis abschließen konnte. Ausdrücklich und sichtlich auch mit großem Stolz und Genugtuung verwies Kulis, dass dies auch ohne Messe Düsseldorf gelungen sei, nachdem ja diese Partnerschaft im Jahr 2015 beendet wurde, die 1998 startete. „Der Ausstieg der Messe Düsseldorf als ehemaliger Mehrheitsgesellschafter und der Einstieg der Stadt Brünn als 95%iger Eigentümer ab 2016 war und ist die beste Lösung für uns als Messe Brünn (BVV)“, zeigt sich Kulis zufrieden.

Anschließend verwies Kulis auf die sehr erfreulichen Zahlen zu österreichischen Ausstellern und Besuchern in Brünn. Gut 300 österreichische Aussteller sowie ca. 2.000 Besucher aus Österreich waren 2017 von den Vorteilen einer Messepräsenz und Teilnahme in Brünn überzeugt. Aufgrund der guten Buchungslage und dem Faktum, dass viele Messen regelmäßig ausgebucht sind, entschloss sich die Leitung der Messe Brünn (BVV) zu einem weiterem Investitions- und Modernisierungsprogramm und baut derzeit eine neue Halle, die ab 2020 zur Verfügung stehen soll.

Den absoluten Höhepunkt des diesjährigen Brünner Messejahres stellt das 60-jährige Jubiläum der Leitmesse MSV 2018 dar, die 1958 erstmals stattfand. „In Wirklichkeit haben uns in den Fünfziger Jahren die Russen geholfen, dass die CSSR damals erstmals gerade in Brünn auch eine weitere Industriemesse innerhalb des Comecon (RGW – Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) veranstalten durfte. Die DDR mit der Leipziger Messe übte damals gegen uns intern heftigen Widerstand“, erzählte Kulis Einzelheiten aus der Vergangenheit. Kulis berichtete weiters, dass bei der diesjährigen MSV-Leitmesse der Messe Brünn das Nachbarland Slowakei als „MSV Partnerland 2018“ auserkoren wurde. Dies stelle einen Tribut als Erinnerung an die diesjährigen Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Gründung des Staates Tschechoslowakei im Jahr 1918 dar.

Mit großer Zuversicht blickt der CEO der Messe Brünn ins laufende Messejahr. „Die aktuell sehr optimistische Wirtschaftslage in Tschechien, bei Vollbeschäftigung und echtem Fachkräftemangel, spielt uns bei der MSV sogar indirekt in die Hände. Wir haben derzeit in Tschechien zu viele freie Stellen zur Verfügung – und keine Fachkräfte, um diese zu besetzen. Deshalb müssen wir sogar vermehrt in Roboter investieren – daher besuchen Sie bitte alle die MSV“, betonte der Generaldirektor der Messe Brünn Jiri Kulis etwas überspitzt zum Abschluss seiner Ausführungen.

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