interview

Wie eine Hochdruckanlage ohne Stillstand durch Hennlich modernisiert wurde

Die Modernisierung einer 30 Jahre alten Hochdruckpumpe in Hinterstoder stellte hohe Anforderungen an Technik und Integration. Im Interview erklärt Hennlich-Experte Gerald Blümlinger, wie sich die neue Anlage nahezu ohne Umbauten einbinden ließ und welche Rolle Effizienz, Betriebssicherheit und präzise Planung dabei spielen.

„Auch in Zeiten des Personalmangels und Zeitknappheit ist es wichtig, sich für den Kunden ausreichend Zeit zu nehmen.“ Gerald Blümlinger, Technik Pumpen und Rührwerke, Hennlich

„Auch in Zeiten des Personalmangels und Zeitknappheit ist es wichtig, sich für den Kunden ausreichend Zeit zu nehmen.“ Gerald Blümlinger, Technik Pumpen und Rührwerke, Hennlich

Herr Blümlinger, welche technischen und betrieblichen Herausforderungen waren bei der Erneuerung der rund 30 Jahre alten Hochdruckpumpe in Hinterstoder besonders kritisch?

Wichtig war eine genaue Erhebung der Ist-Situation. Der alte E-Motor und die Steuerung sollten weiterhin verwendet werden. Es war also zu klären, ob die neue Pumpe damit kompatibel ist. Die Daten wurden vor Ort bei einer Besichtigung erhoben.

Ein zentrales Kriterium war die Integration der neuen Pumpe ohne größere Umbauten. Welche konstruktiven bzw. systemseitigen Faktoren haben es ermöglicht, die Uraca KD719 nahezu „Plug-&-play“ in die bestehende Infrastruktur einzubinden?

Hier kam uns zugute, dass Uraca bei der Einführung neuer Modellreihen bzw. Nachfolgemodellen darauf achtet, dass diese Pumpen auch mit den Vorgängermodellen kompatibel sind. Konstruktiv ist das natürlich nicht immer ganz einfach, die Ingenieure aus Bad Urach leisten hier ausgezeichnete Arbeit.

Die Anlage arbeitet mit sehr hohen Förderdrücken und großen Höhenunterschieden. Welche Rolle spielt dabei die Wahl einer Drei-Plunger-Pumpe im Hinblick auf Betriebssicherheit, Effizienz und Druckstabilität?

Die ausgereifte Pumpenkonstruktion führt zu geringem Energieverbrauch durch hohe mechanische Wirkungsgrade bei verschleißarmem Betrieb.

Die schnelle Projektabwicklung, von der Anfrage bis zur Umsetzung, war ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wie gelingt es in der Praxis, unter Zeitdruck dennoch eine technisch fundierte und nachhaltige Lösung zu entwickeln?

Auch in Zeiten des Personalmangels und Zeitknappheit ist es wichtig, sich für den Kunden ausreichend Zeit zu nehmen. Eine Reklamation, welche auf eine ungenaue Datenerhebung zurückzuführen ist, kostet im Nachhinein deutlich mehr Zeit als eine saubere Bestandsaufnahme am Anfang des Projektes.

Mit Blick auf zukünftige Anforderungen an die Trinkwasserversorgung, etwa durch steigende touristische Nutzung oder klimatische Veränderungen: Welche Entwicklungen sehen Sie in der Pumpentechnik, um solche Systeme noch robuster und effizienter zu gestalten?

Aus Sicht der Pumpentechnik sind hinsichtlich Wirkungsgrades keine allzu großen Sprünge mehr zu erwarten. Das Potenzial liegt meiner Einschätzung nach im Betrieb der Pumpen. Hier gibt es in vielen Fällen Optimierungsmöglichkeiten. Oft sind die genauen Betriebsparameter nicht bekannt und werden auch nicht überwacht. Für einen effizienten Einsatz der Pumpe wäre das aber entscheidend.

Bei Förderhöhen von über 800 m und Betriebsdrücken um 80 bar spielen Druckstöße und dynamische Lasten eine wesentliche Rolle. Welche Maßnahmen wurden bei der Auslegung und Integration der neuen Pumpe getroffen, um Druckpulsationen, Materialbelastungen und mögliche Verschleißerscheinungen im Gesamtsystem zu minimieren?

Zusätzlich zu den bauseits vorhandenen Einrichtungen wurde unsererseits noch ein entsprechendes Sicherheitsventil und ein passender Pulsationsdämpfer vorgesehen und mitgeliefert. Die Komponenten sind direkt am Pumpenkopf montiert, was die Einbindung ins Gesamtsystem erleichtert hat.

Vielen Dank für das Gespräch.

(domain https://www.hennlich.at/artikel/zuverlaessige-trinkwasserversorgung-in-der-gemeinde-hinterstoder

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