interview
Vega Grieshaber Interview zur SPS: Sensorik ist nur der Anfang
Vega Grieshaber zeigt auf der SPS 2025, wie moderne Messtechnik weit über die reine Sensorik hinausgeht. Im Kurzinterview erklärt Vega Grieshaber-Teamleiter Produktmanagement Florian Burgert, wie Digitale Zwillinge, normgerechte Gerätekennzeichnung und Plattformlösungen wie myVega die Prozessautomation transparenter, effizienter und zukunftssicher gestalten.
„Unser Ziel ist es, den gesamten Lebenszyklus eines Sensors – von der Auswahl bis zum Betrieb – so einfach und effizient wie möglich zu gestalten.“ Vega Grieshaber-Teamleiter Produktmanagement Florian Burgert
Herr Burgert, Vega positioniert sich auf der SPS 2025 als Anbieter integrierter Lösungen von der Sensorik bis in die Cloud. Welche technologischen Highlights zeigen Sie in Nürnberg?
Auf der diesjährigen SPS zeigen wir, wie moderne Messtechnik über die reine Sensorfunktion hinausgeht und sich nahtlos in digitale Prozessketten einfügt. Ein zentrales Thema ist dabei der Digitale Zwilling: Unsere Sensoren sind mit einer vollständigen digitalen Gerätebeschreibung inklusive Herstellerdokumentation nach VDI 2770 ausgestattet. Das schafft Transparenz und reduziert Aufwand in der Projektierung und Wartung. Der Vega Digital Twin ist in der Plattformen myVega eingebunden, wo mehrere Sensoren einer Anlage zentral verwaltet werden können. Dies spart Zeit, vereinfacht die Dokumentation.
Ein weiterer Meilenstein ist die Gerätekennzeichnung nach IEC 61406, die für unser gesamtes Portfolio umgesetzt wurde. Damit sind alle Vega-Geräte eindeutig digital identifizierbar, was ein essenzieller Baustein für Industrie 4.0-Umgebungen ist. Ergänzt wird unser Angebot durch die Plattform myVega, die als digitales Rückgrat den kompletten Produktlebenszyklus für unsere Kunden digital abbildet.
Mit myVega, der Vega Tools App und dem Digital Twin bieten Sie eine Vielzahl digitaler Tools an. Wie profitieren Automatisierungsingenieure konkret im Alltag davon?
Unser Ziel ist es, den gesamten Lebenszyklus eines Sensors – von der Auswahl bis zum Betrieb – so einfach und effizient wie möglich zu gestalten. Bereits in der Planungsphase stellt myVega alle technischen Dokumente zentral bereit. Zeichnungen oder Konformitätserklärungen sind in wenigen Minuten abrufbar. In der Inbetriebnahmephase unterstützt die Vega Tools App, indem sie unter anderem die Zugangscodes sichert und eine einfache Parametrierung ermöglicht – ganz ohne zusätzliche Hardware. Im laufenden Betrieb behalten Nutzer über die Gerätesuche in myVega stets den Überblick über Softwarestände, Gerätestatus oder Reparaturinformationen. Die Plattform wird laufend aktualisiert und ist ein echtes digitales Gedächtnis für alle Vega-Geräte im Feld.
Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell bei der Integration von Messtechnik in IIoT-Umgebungen – und wie begegnet Vega diesen Herausforderungen auf der SPS?
Sensoren sind die Augen und Ohren der Digitalisierung. Das allein genügt aber nicht. Die größte Herausforderung liegt darin, die vielen vorhandenen Daten aus der Messtechnik zielgerichtet und kontextbezogen nutzbar zu machen. Oft geht es nicht nur um den Sensor, sondern um den gesamten Anlagenkontext. Hier entstehen spannende Anwendungsfälle, etwa in der Bestandsüberwachung oder Wartungsplanung. Auf der SPS zeigen wir unter anderem unser Vega Inventory System, das Füllstände und Verbrauchsdaten über Standorte hinweg verwaltet und automatisiert nachbestellt. Es handelt sich dabei um eine Lösung, die sich in der Praxis bereits vielfach bewährt hat. Zusätzlich präsentieren wir myVega als digitale Geschäftsprozessplattform, die nicht nur Informationen bereitstellt, sondern aktiv hilft, Prozesse zu optimieren.

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