interview

Flexibel in Motion

Sigmatek-Geschäftsführer Alexander Melkus erläutert im Gespräch mit x-technik die Positionierung und Vorteile der jüngsten Servolösung MDD 2000.

Sigmatek-Geschäftsführer Alexander Melkus erläutert im Gespräch mit x-technik die Positionierung und Vorteile der jüngsten Servolösung MDD 2000.

Herr Melkus, in welchen Anwendungen bzw. Märkten sehen Sie Ihre neue Servolösung MDD 2000?

Die hohe Leistungsdichte und der modulare Aufbau der MDD 2000 ermöglicht eine schlanke, individuelle Auslegung und unterstützt gleichzeitig mehr Sicherheitsfunktionen. Somit ist es für vielfältige Anwendungen und Märkte, wie z. B. in der Verpackungs-, Nahrungsmittel- oder Textilbranche, in der Metallbearbeitung, wie auch in Handling- und Robotik-Applikationen eine passgenaue Lösung – also überall wo viel Servotechnik zum Einsatz kommt.

Wie konnten Sie die hohe Leistungsdichte der MDD 2000 realisieren?

Wir haben alle notwendigen Funktionen in einem Modul verbaut, also Versorgung, Filter, Zwischenkreis sowie Bremswiderstand – und das für ein bis drei Achsen. Davon profitieren vor allem Applikationen, bei denen die Dauerleistung nicht ständig auf allen drei Achsen liegt, wie z. B. bei Drei- oder Sechsachsrobotern. Außerdem haben wir IGBT-Module einer neuen Generation mit einer deutlich höheren Leistungsdichte verbaut. Mit einigen weiteren „Kniffen“ ist es uns schlussendlich gelungen, diese auf dem Markt führende Leistungsdichte zu realisieren.

Welchen Stellenwert haben modulare und somit flexibel anpassbare Antriebssysteme im Maschinenbau?

Einen sehr hohen. Viele Maschinenbauer haben eine Standardmaschine mit z. B. sechs Achsen, die bei Sigmatek mit zwei Modulen realisierbar sind. In Ausbaustufen mit Optionen kommen dann je nach Kundenanforderung zusätzliche Achsen hinzu. Hier ist es entscheidend, einfach ein zusätzliches Servomodul für weitere Achsen anschließen zu können oder durch eine höhere Leistungsklasse auszutauschen. Und das geht mit der MDD 2000-Serie per Plug-&-play. Die Module besitzen bei variierender Breite stets die gleiche Bauhöhe und -tiefe. Das modulare Konzept sieht auch jedes Servomodul in verschiedenen Varianten vor, d. h. 1-, 2- und 3-Achs-Module inklusive Versorgung und Netzfilter sind stand-alone einsetzbar und bei Bedarf können weitere Achsmodule werkzeuglos angebunden werden. So können Maschinenbauer maßgeschneidert aus einem Baukasten die passende Lösung wählen und diese jederzeit skalieren.

Bei Sigmatek kommt ja die Servotechnik in Kombination mit einsatzbereiten Motion-Modulen. Wie hoch schätzen Sie die Bedeutung von Software-Tools in der Antriebstechnik ein?

Software-Tools haben auch in der Antriebstechnik hohe Relevanz. Die Komplexität der Steuerung von Maschinen inklusive der Sicherheitstechnik steigt stetig und da Maschinenbauer absolute Mechatronik-Spezialisten sind, haben sie auch immer weniger In-House Programmier-Kapazitäten. Deshalb reduzieren wir für sie mit LASAL diese Komplexität und bieten fertige Softwarebausteine an. Damit bilden wir ganze Maschinenteile und Motion-Aufgaben ab. Der Kunde arbeitet auf einer grafischen Oberfläche und muss z. B. nur noch eine Achsenlänge und bewegte Massen definieren und schon funktioniert die Grundfunktion. Das MDD 2000-System verfügt über eine Auto-Tuning-Funktion, um die Servoregler und die Motoren auf die Mechanik abzustimmen. Und im Expertenmodus ist natürlich nach wie vor das individuelle Finetuning möglich.

Wie flexibel ist man mit LASAL MOTION, wenn man vorgefertigte Bewegungs-Funktionsbausteine an spezifische Anwendungen anpassen oder eigene Bausteine hinzufügen möchte?

Hier kommt die Stärke der Objektorientierung, auf der die LASAL Software Suite basiert, voll zum Tragen. Der Anwender kann alle vorgefertigten und getesteten Bewegungsbausteine aus der LASAL Bibliothek ableiten und spezifische Änderungen vornehmen. Und natürlich können eigene Bewegungsprofile bzw. -Bausteine programmiert werden.

Mit welchen Alleinstellungsmerkmalen punktet Ihre neue MDD-2000-Servolösung?

Die hohe Leistungsdichte auf extrem kompaktem Bauraum ist derzeit am Markt ungeschlagen. Die einfache Verbindung von Zwischenkreis und Buskommunikation zwischen den einzelnen Drive-Modulen mit den DCB-und BCB-Verbindungsblöcken erleichtert und beschleunigt die Verdrahtung erheblich. Die neue Servo-Reihe kommt mit Hiperface DSL, bietet aber zudem eine universelle Schnittstelle für unterschiedlichste Gebertypen.

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