veranstaltung

Anmeldung zum Klüber-Seminar TechDay Lebensmittelindustrie

Klüber Lubrication veranstaltete vergangenen Oktober 2025 ein zweitägiges Foodsafety-Seminar an der ZDS – Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft e. V. in Solingen. Zielgruppe waren Fachleute aus der Lebensmittelindustrie, darunter Kunden, Partner und Fachreferenten aus der DACH-Region, die gezielt in Vorträgen und mit Praxisbezug die Risiken und Chancen sowie Lösungen präsentierten. Die Seminarreihe TechDay Lebensmittelindustrie wird 2026 fortgesetzt. Anmeldungen laufen.

Die Klüber-TechDay Lebensmittelindustriereihe wird 2026 fortgesetzt. (Bilder: x-technik)

Die Klüber-TechDay Lebensmittelindustriereihe wird 2026 fortgesetzt. (Bilder: x-technik)

Im Bereich der Schmierstoffe für die Lebensmittelindustrie ist oberstes Ziel, dass von ihnen keine Gefahr für den Verbraucher ausgeht. Dabei wird bewusst von „Schmierstoffen für die Lebensmittelindustrie“ gesprochen und nicht von „Lebensmittelschmierstoffen“. Hintergrund ist, dass Begriffe wie NSF H1 häufig als pauschales Sicherheitsversprechen missverstanden werden. H1 bedeutet lediglich, dass ein technisch unvermeidbarer Kontakt in sehr geringen Mengen zulässig ist. Es ist jedoch keine Freigabe für unsachgemäßen Umgang oder übermäßige Anwendung.

Experten diskutieren: In der Praxis sind neben der richtigen Produktauswahl insbesondere Dosierung und Handhabung von Schmierstoffen entscheidend. Überschmierung kann zu Tropfverlusten führen und somit potenzielle Kontaminationsrisiken erhöhen.

Experten diskutieren: In der Praxis sind neben der richtigen Produktauswahl insbesondere Dosierung und Handhabung von Schmierstoffen entscheidend. Überschmierung kann zu Tropfverlusten führen und somit potenzielle Kontaminationsrisiken erhöhen.

Dosierung und Handhabung

In der Praxis sind neben der richtigen Produktauswahl insbesondere Dosierung und Handhabung entscheidend. Überschmierung kann zu Tropfverlusten führen und somit potenzielle Kontaminationsrisiken erhöhen. Ebenso spielen organisatorische Faktoren eine Rolle: offene Gebinde, falsche Lagerung oder Verwechslungen im Schmierstofflager stellen reale Schwachstellen dar. Entsprechend wichtig ist die Qualifizierung von Instandhaltungs- und Bedienpersonal.

Zur Anmeldung TechDay Lebensmittelindustrie: https://www.klueber.com/at/de/produkte-service/schulungen/training-lebensmittelindustrie/#kontakt

Die Frage nach dem richtigen Schmierstoff kann durch Fachleute schnell auf die passende Anwendung beantwortet werden.

Die Frage nach dem richtigen Schmierstoff kann durch Fachleute schnell auf die passende Anwendung beantwortet werden.

MOSH/MOAH: Eintragsquellen entlang der Kette

MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) und MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) sind Bestandteile mineralölbasierter Stoffe. Während MOSH sich im Körper anreichern können, gelten bestimmte MOAH-Fraktionen als potenziell krebserregend. Die analytische Erfassung erfolgt häufig über Summenparameter, wobei sogenannte „Hügel“ in chromatographischen Auswertungen nicht zwingend eine eindeutige stoffliche Identifikation erlauben. Zusätzlich können MOSH-Analoge oder synthetische Kohlenwasserstoffe ähnliche Signale erzeugen, was die Interpretation erschwert.

Wesentlich ist die Erkenntnis, dass Schmierstoffe nur eine von mehreren möglichen Eintragsquellen darstellen. Kontaminationen können bereits in der Landwirtschaft entstehen, etwa durch Maschinen oder Transport. Weitere Quellen sind Verpackungsmaterialien, Recyclingkartonagen, Prozesshilfsstoffe oder Leckagen in der Produktion. Deshalb sollte die Bewertung im Rahmen einer HACCP-Analyse erfolgen, die die gesamte Prozesskette berücksichtigt.

Regulatorische Entwicklungen und Monitoring

Auf europäischer Ebene wird an einer stärkeren Regulierung gearbeitet, insbesondere im Hinblick auf MOAH. Nationale Behörden, wie etwa in den Niederlanden, setzen bereits auf konkrete Eingreifwerte. Gleichzeitig entwickeln sich Analytik und Bewertungsmaßstäbe kontinuierlich weiter. Für Unternehmen bedeutet das, regulatorische Entwicklungen aktiv zu beobachten und interne Prozesse regelmäßig anzupassen. Neben MOSH/MOAH wurde im Seminar auch auf die PFAS-Diskussion eingegangen. PFAS umfassen eine große Stoffgruppe fluorierter Verbindungen mit hoher Persistenz. Insbesondere Fluorpolymere, die in Hochleistungsschmierstoffen eingesetzt werden, stehen im Fokus regulatorischer Prüfungen. Aktuell laufen auf EU-Ebene Bewertungs- und Konsultationsverfahren mit möglichen Beschränkungen und Übergangsfristen. Für industrielle und professionelle Schmierstoffanwendungen zeichnen sich differenzierte Ausnahmeregelungen ab, da in bestimmten Anwendungen bislang keine technisch gleichwertigen Alternativen verfügbar sind.

Ein weiteres Beispiel für regulatorische Dynamik ist die Neubewertung des Additivs TPPT. Neue toxikologische Daten führten zu einer geänderten Einstufung hinsichtlich aquatischer Chronizität und damit zu Anpassungen bei Kennzeichnung, Wassergefährdungsklasse und Transportvorschriften – ohne dass sich die Rezeptur selbst geändert hat. Dies verdeutlicht, wie stark regulatorische Neubewertungen betriebliche Abläufe beeinflussen können.

Maßnahmen zur Risikominimierung

Zur Reduzierung potenzieller Kontaminationsrisiken empfiehlt sich ein mehrstufiges Vorgehen: Zunächst sollten kritische Schmierstellen identifiziert und bewertet werden. Darauf aufbauend kann geprüft werden, ob konstruktive Maßnahmen, etwa Abschirmungen oder geänderte Positionierungen, möglich sind. Ebenso wichtig ist die Optimierung von Wartungsintervallen und Applikationsmethoden.

Eine Konsolidierung des Schmierstoffportfolios kann zusätzlich das Risiko von Verwechslungen reduzieren. Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für Mitarbeitende sind dabei ein zentraler Baustein, da Fehlanwendungen häufig auf mangelnde Information zurückzuführen sind.

Das Seminar verdeutlichte, dass MOSH/MOAH und regulatorische Themen wie PFAS oder TPPT keine isolierten Einzelprobleme darstellen, sondern Teil eines umfassenden Systems aus Produktauswahl, Anwendung, Organisation und Gesetzgebung sind. Lebensmittelsicherheit erfordert eine ganzheitliche Betrachtung technischer Betriebsstoffe, klar definierte Prozesse und kontinuierliche Anpassung an regulatorische Entwicklungen. Mit systematischer Risikoanalyse, geeigneten Schmierstrategien und qualifiziertem Personal lassen sich die Anforderungen jedoch beherrschbar gestalten.

Zur Anmeldung TechDay Lebensmittelindustrie: https://www.klueber.com/at/de/produkte-service/schulungen/training-lebensmittelindustrie/#kontakt

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