Industrial IoT mit Hilscher: Erhebliche Nachteile für nicht digitalisierte Anlagen
Nicht digitalisierte Anlagen haben im Zuge der immer rascher voranschreitenden Konvergenz von Informations- (IT) und operativer Technologie (OT) einen erheblichen Nachteil hinsichtlich Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit gegenüber digitalisierten Anlagen. Das hat die Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mbH kürzlich prognostiziert.
Um die Herausforderungen der voranschreitenden Digitalisierung zu lösen, hat Hilscher sein offenes IIoT-Portfolio unter dem Namen netField konsequent weiterentwickelt und eine umfassende Plattform für ein zentralisiertes Edge Management geschaffen.
Besonders deutlich werde das daran, dass in zehn Jahren der überwiegende Teil der Steuerungsaufgaben in Produktionsanlagen durch softwarebasierte Systeme mit Industrie-PCs (IPCs), Virtual Machines (VMs) oder Edge- und Cloud-Computing-Lösungen ausgeführt werden wird, so Hilscher in seinen Aussagen. Argumente, welche heute für klassische Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) sprächen, würden zunehmend und in immer besserer Form von generellen IT-Systemen abgebildet. Dazu zählen Robustheit, Echtzeitfähigkeit, Flexibilität, Verfügbarkeit, geringer Wartungsaufwand, Langlebigkeit, Stabilität sowie Kosteneffizienz.
Mit Produkten und Lösungen von Hilscher kommunizieren Maschinen weltweit automatisch, schnell und sicher miteinander, sodass Produktion und Prozesse reibungslos laufen.
KI und Cybersecurity verstärken Trend
Derzeitige Entwicklungen, vor allem im Bereich Künstliche Intelligenz, würden diesen Trend noch verstärken. „Beim Betrieb sowie bei der Zustandsüberwachung sehen wir enorme Potenziale für KI. Wer diese für sich nutzen kann, wird einen erheblichen Wettbewerbsvorteil erhalten“, prognostiziert Christian Tepper, Chief Marketing Officer bei Hilscher. Dafür bedürfe es einer umfassenden Vernetzung aller an der Produktion beteiligten Maschinen und Geräte. Die daraus gewonnen Daten müssen zentral zusammengeführt werden, wodurch man Digitale Zwillinge ganzer Anlagen erstellen könne.
Anforderungen an Sicherheit würden den Trend zur tiefgreifenden Vernetzung von Shopfloor und übergeordneten Systemen noch weiter stützen. Neue Cybersecurity-Regularien wie der Cyber Resilience Act (CRA) schreiben beispielsweise eine langfristige Produktpflege mit entsprechenden zeitnahen Security-Patches vor, sollte es zu einer Sicherheitslücke kommen. Diese müssen die Hersteller gewährleisten. Es benötige aber auf der Kundenseite dafür eine Infrastruktur, um solche Updates effizient auf Geräte und Maschinen ausrollen zu können.
Proprietäre Ansätze scheitern
Die Branche müsse die Handhabung von IIoT-Lösungen vereinfachen, um mehr Akzeptanz zu schaffen, so Hilscher-Experte Tepper. Die bisherigen Herausforderungen seien bereits sehr groß und umfassen unter anderem eine hohe Komplexität sowie Kosten, eine begrenzte Kapazität in Forschung und Entwicklung und Sicherheitsbedenken. Um die Herausforderungen der voranschreitenden Digitalisierung zu lösen, hat Hilscher sein offenes IIoT-Portfolio unter dem Namen netField konsequent weiterentwickelt und eine umfassende Plattform für ein zentralisiertes Edge Management geschaffen, bestehend aus ARM- und x86-basierten Edge-Gateway-Hardware, einem gehärteten Edge-Betriebssystem (netField OS), einer Cloud-Agnostik und Services zur Anbindung verschiedener Cloud-Plattformen sowie On-Premise-Lösungen und dem Flagship-Store für die Open Industry 4.0 (OI4) Community, über den Anwender Apps verschiedener Anbieter für industrielle Applikationen ganz einfach herunterladen und in Betrieb nehmen können
Ein zentraler Ansatz sei, Digitalisierungsstrategien, die proprietäre und geschlossen Ansätze verfolgen, zu vermeiden, da diese letztendlich scheitern würden, so Hilscher-CMO Tepper auf der SPS-Pressekonferenz von Hilscher in Nürnberg. Interoperabilität mit heute bereits im Einsatz befindlichen IT-Technologien wie zum Beispiel Git, Ansible, Docker, Kubernetes oder Terraform sei essenziell. Auch könne man durch interoperable Lösungen vermehrt auf Partner setzen, welche bei bestimmten Herausforderungen spezifisches Know-how einbringen.
Starke Partner
Mit einigen solcher Partner arbeitet Hilscher bereits eng zusammen – zum Beispiel Tomorrow Things GmbH. Das innovative Unternehmen entwickelt Lösungen, mit denen sich Digitale Zwillinge von Maschinen und Anlagen im Handumdrehen umsetzen lassen. Zudem gab Hilscher kürzlich eine neue Partnerschaft mit embedded ocean, Entwickler der Echtzeit-Automatisierungsplattform Xentara, bekannt. Gemeinsam schnüren beide Unternehmen vorgefertigte Automatisierungspakete für Anwender, um das Know-how der beiden Unternehmen gemeinsam zu bündeln. Diese Pakete bestehen aus einer Kombination von Kommunikationskomponenten von Hilscher wie performanten, echtzeitfähigen Edge Gateways samt IIoT-Apps sowie Xentara, der modularen, sicheren und leistungsfähigen Echtzeit-Automatisierungsplattform von embedded ocean.
Produkt im Bericht
Hilscher Austria netField
netField OS ist ein schlankes Betriebssystem, das für den Betrieb zwischen einem Feldbusnetzwerk, dem Unternehmensnetzwerk und der Cloud-Anwendung optimiert wurde. Das Betriebssystem und die Docker-Anwendungen können zentral verwaltet werden. Zudem ist ein transparenter Fernzugriff auf alle Komponenten möglich. Für die Verwaltung aller Einstellungen und Dienste steht das UI des Local Device Managers zur Verfügung, das über einen offenen und dokumentierten Plugin-Mechanismus erweiterbar ist.



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