anwenderreportage

Mehr als Compliance: Wie Industrial Security Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz stärkt

Wenn aus Abfall wieder ein Wertstoff werden soll, kommt es auf die richtige Technologie an. Seit Jahrzehnten zählt Komptech zu den führenden Anbietern von Maschinen und Anlagen für die mechanische und biologische Abfallbehandlung. Auch bei Security überlassen die steirischen Spezialisten nichts dem Zufall: Die gesetzliche Verpflichtung zur Risikoanalyse und -minimierung nutzte Komptech, um sich gezielt für die Märkte der Zukunft zu rüsten – mit Unterstützung der Safety- und Security-Experten von Pilz und ihren Industrial Security Services.

Für Komptech steht fest: Security-Maßnahmen sind keine lästige Pflicht, sondern sind für zukunftsgerechtes Arbeiten das A und O. Pilz liefert hierzu das Know-how.

Für Komptech steht fest: Security-Maßnahmen sind keine lästige Pflicht, sondern sind für zukunftsgerechtes Arbeiten das A und O. Pilz liefert hierzu das Know-how.

Shortcut

Aufgabenstellung: Komptech muss das Thema OT-/Industrial Security aufgrund neuer gesetzlicher Anforderungen systematisch angehen.

Lösung: Pilz Industrial Security Services.

Nutzen: Wirtschaftliche und technologische Vorteile ergeben sich aus gesetzlichen Security-Anforderungen. Durch die mit Pilz entwickelte Security-Strategie werden Netzwerke robuster und Maschinen resilienter.

Den Begriff „Start-up“ kannte man 1992 noch nicht, doch nach heutigen Maßstäben würde man das Unternehmen zweifellos als solches bezeichnen: Zwei Vollbluttechniker, Josef Heissenberger und Rudolf Pretzler, beide mit reichlich Erfahrung in der Landmaschinentechnologie, gründeten Komptech. Die Idee dahinter klingt mehr als schlüssig, denn im selben Jahr führte das Land Steiermark die getrennte Sammlung von Bioabfällen ein und das bedeutete, dass diese neu entstandenen Stoffströme nun sachgerecht behandelt werden mussten. Und prompt legte die erste Entwicklung des damals in Graz ansässigen Unternehmens, eine Kompostwendemaschine, den Grundstein für eine andauernde Erfolgsgeschichte – die unter anderem eine Übersiedlung der Produktion nach Frohnleiten, nördlich von Graz, und den Aufbau bzw. Zukauf weiterer Produktions- und Entwicklungsstandorte in Slowenien und Deutschland nach sich zog.

„Heute sind wir einer der wenigen Global Player in der Umwelttechnik“, sagt DI Jürgen Haßler, Head of Product Compliance bei Komptech. „Wir decken über Vertriebspartner die Märkte aller Kontinente ab – sogar in die Antarktis haben wir bereits einige Maschinen geliefert.“

 „Viele Maschinen- und Anlagenbetreiber fordern heute bereits von den Herstellern umfangreiche Informationen zur Security. Kann man diese nicht liefern, scheidet man oft aus dem Bieterprozess aus“, betonen DI Jürgen Haßler, Head of Product Compliance, Komptech, (rechts) und Andreas Willert BSc MSc, Head of Industrial Security, Pilz.

„Viele Maschinen- und Anlagenbetreiber fordern heute bereits von den Herstellern umfangreiche Informationen zur Security. Kann man diese nicht liefern, scheidet man oft aus dem Bieterprozess aus“, betonen DI Jürgen Haßler, Head of Product Compliance, Komptech, (rechts) und Andreas Willert BSc MSc, Head of Industrial Security, Pilz.

Andreas Willert BSc MSc
Head of Industrial Security, Pilz Ges.m.b.H Sichere Automation

„MVO und CRA verlangen risikobasierte OT-Security-Maßnahmen für Maschinen.“

Stationär oder mobil?

Über die Jahre hat sich die Ausrichtung des Unternehmens ein wenig verändert, besser: erweitert. Jürgen Haßler: „Maschinen für die Kompostierung bilden mittlerweile den kleineren Teil unseres Portfolios. Stark – und nach wie vor am Wachsen – ist der Bereich Abfallbehandlung und Aufbereitung. Beispielsweise Restmüll, Sperrmüll oder Gewerbeabfall.“ Für diese breit gefächerten Anwendungsfälle produzieren die Steirer sowohl stationäre Anlagen als auch mobile Lösungen, konkret für die Zerkleinerung, Siebung, Separation und Umsetzung. Apropos breit gefächert: Es macht technisch einen entscheidenden Unterschied, ob biogene Abfälle, holzige Biomasse, gemischte Abfälle oder Altholz verarbeitet werden sollen.

Ziel ist es stets, am Ende ein sinnvoll weiterverwertbares und im besten Fall recycelbares Produkt zu erhalten. Herausfordernd sind die weltweit sehr unterschiedlich entwickelten Abfallwirtschaftssysteme und die daraus resultierenden Anforderungen an Prozesse und Technologien.

„Komptech verfügt über die erforderlichen Lösungen und das Know-how, um all diese Ansprüche erfüllen zu können“, betont Jürgen Haßler. „Die Maschinen sind modular aufgebaut und lassen sich weitgehend individuell konfigurieren.“ Für den hohen Eigenfertigungsanteil sorgen nicht zuletzt die rund 750 Mitarbeitenden. Kein Wunder, dass die Komptech-Maschinen und -Verarbeitungslinien in Sachen Qualität, Effizienz, Leistung und Produktivität weltweit zu den absoluten Premium-Produkten in der nachhaltigen Umwelttechnik zählen.

Pilz hat seine Industrial Security Services speziell auf die Maschinen- und Anlagenindustrie zugeschnitten.

Pilz hat seine Industrial Security Services speziell auf die Maschinen- und Anlagenindustrie zugeschnitten.

Gute Erfahrung als gemeinsame Basis

Wie alle anderen europäischen Maschinenbauer steht Komptech aktuell vor der Herausforderung, mit seinen Produkten den Anforderungen der neuen EU-Maschinenverordnung (MVO) zu entsprechen, die 2027 in Kraft treten wird. Jürgen Haßler: „Wir haben schon lange Erfahrung mit einem externen Dienstleister, namentlich der Firma Pilz, der uns bei klassischen Safety-Anwendungen bei der Einhaltung aller Vorschriften und Normen unterstützt. Diese wertvolle Zusammenarbeit hat uns entscheidende Schritte vorwärts gebracht und uns nicht zuletzt den internen Know-how-Aufbau ermöglicht.“ Allein die Safety einer Maschine zu betrachten, ist jedoch in Anbetracht der gesetzlichen Anforderungen zu wenig.

„MVO und CRA verlangen risikobasierte OT-Security-Maßnahmen für Maschinen“, erklärt Andreas Willert BSc MSc, Head of Industrial Security bei Pilz. „Mit bedarfsgerechten und praxisorientierten Services unterstützen wir Kunden bei der Umsetzung der CE-relevanten Anforderungen. Damit stärken wir nicht nur die Resilienz unserer Kunden, sondern helfen ihnen auch, ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.“

DI Jürgen Haßler
Head of Product Compliance, Komptech GmbH

„Die Maschinen sind modular aufgebaut und lassen sich weitgehend individuell konfigurieren.“

Risiken definieren und mindern

Die vom Safety- und Security-Experten Pilz angebotenen Dienstleistungen passten auch dieses Mal hervorragend in das Anforderungsprofil von Komptech und nicht zuletzt war dank der guten Erfahrungen der Weg vorgezeichnet. Pilz hat seine Industrial Security Services speziell auf die Maschinen- und Anlagenindustrie zugeschnitten. Sie orientieren sich an den einschlägigen Normen und unterstützen dabei, Pflichten, die sich aus MVO, CRA und der NIS2-Richtlinie ergeben, strukturiert anzugehen und dabei kundenspezifische Security-Anforderungen zu erfüllen. Gestartet wurde in Frohnleiten mit den Zerkleinerern der Terminator-Serie – einem Paradeprodukt des Unternehmens und gleichzeitig eines der technisch komplexesten. „Diese Maschine wurde bewusst ausgewählt, um die Ergebnisse möglichst einfach auf weniger komplexe Produkte umlegen zu können“, verrät Maximilian Traxler, Industrial Security Consultant bei Pilz.

Nach einer eingehenden Schutzbedarfsanalyse, bei der grundsätzliche Geschäftsprozesse, kritische Komponenten sowie Schadensfälle diskutiert und aufgezeigt wurden, analysierte Pilz im Rahmen des Security Risk Assessments konkrete Risiken anhand von initialen Zugangspunkten und Angriffspfaden. Andreas Willert: „Am Ende unserer Betrachtungen erhält der Kunde Empfehlungen, welche Maßnahmen wie sinnvoll umzusetzen sind, um die Risiken zu minimieren und den gesetzlichen sowie normativen Anforderungen zu entsprechen.“ Letzteres ist nicht immer so, berichtet Jürgen Haßler, doch hier lief es anders: „Am Ende muss man nicht zwischen den Zeilen herauslesen, was man tun muss. Im Gegenteil: Pilz unterstützt mit klaren Empfehlungen bis zur Problemlösung.“ Dabei gilt: Je früher sich Unternehmen mit dieser Thematik auseinandersetzen, desto besser. Und das hat mehrere Gründe.

Maschinen für die Kompostierung bilden den kleineren Teil des Komptech-Portfolios. Stark ist der Bereich Abfallbehandlung und Aufbereitung.

Maschinen für die Kompostierung bilden den kleineren Teil des Komptech-Portfolios. Stark ist der Bereich Abfallbehandlung und Aufbereitung.

Anwender: Komptech

Das österreichische Unternehmen Komptech wurde 1992 gegründet und gehört heute zur Orasis Industries Holding. Der Hauptsitz befindet sich in Frohnleiten in der Steiermark; in Friedberg befindet sich ein weiterer wichtiger Unternehmensstandort. Komptech entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen für die Aufbereitung von Abfällen und Biomasse und ist insbesondere in den Bereichen Recyclingtechnik, Zerkleinerung, Siebung und Separation tätig.

Komptech GmbH
Kühau 37
A-8130 Frohnleiten
https://www.komptech.com

Von der anderen Seite betrachtet

Hauptgrund, sich mit der OT-Security auseinanderzusetzen, ist schlicht und einfach, dass es die gesetzlichen Vorschriften erfordern. Doch es lohnt sich, die Gründe auch einmal von der anderen – also der Unternehmensseite – zu betrachten: Robuste Netzwerke und resiliente, dokumentierte Konfigurationen erhöhen Verfügbarkeit und Effizienz, vereinfachen die Inbetriebnahme und senken Service- und Supportkosten. Kommt es im Betrieb beispielsweise zu einem Cyberangriff und die Maschine steht aufgrund unzureichender Schutzmaßnahmen, verursacht dies hohe Kosten, Zeitprobleme und einen Schaden für die Reputation des Maschinenherstellers. Zudem ist es ohne tragfähige Security nicht möglich, vernetzte Geschäftsmodelle wie Fernwartung, Condition Monitoring, Predictive Maintenance oder einen Verbrauchsdaten-Service ohne unkalkulierbares Risiko anzubieten.

Einsatzort nicht absehbar

Kunden auf der ganzen Welt erhalten Maschinen und Anlagen von Komptech mit den identen Sicherheitsfeatures, obwohl deren Priorisierung in vielen Regionen eine niedrige ist. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis diese Thematik auch dort an Fahrt aufnimmt. Orientiert man sich an den europäischen Gesetzen und Normen, hier seien bewusst nochmals Maschinenverordnung und Cyber Resiliance Act erwähnt, liegt man auf der ganzen Welt richtig. „Eine kleine Herausforderung für uns war, dass die Terminator-Zerkleinerer mobil sind und weder Standort noch äußere Umgebungsbedingungen vorab und dauerhaft definiert werden können“, berichtet Maximilian Traxler, „dies mussten wir bei der Risikoanalyse berücksichtigen.“

Weiter kommen, vorne bleiben

Der Weg, Pilz als externen Dienstleistungspartner mit an Bord zu holen, stellte sich als rundum erfolgreiche Entscheidung heraus. Für Komptech ist heute klar, dass die Security-Maßnahmen keine lästige Pflicht sind, sondern das Unternehmen insgesamt weiterbringen. Und so rät Jürgen Haßler anderen Maschinenbauern, das Thema offensiv aufzugreifen und verweist auf externe Spezialisten, da der Aufbau und Betrieb wirksamer Sicherheits- und Securitymaßnahmen komplex, zeitaufwendig und kostenintensiv ist. Dementsprechend stellte die Zuhilfenahme externer Expertise eine effiziente und sichere Lösung für Komptech dar.

In diese Kerbe schlägt auch Pilz. „Viele Maschinen- und Anlagenbetreiber, etwa aus dem Automotiv- und Pharmabereich oder der kritischen Infrastruktur fordern heute bereits von den Herstellern umfangreiche Informationen zur Security. Kann man diese nicht oder nur unzureichend liefern, scheidet man schnell aus dem Bieterprozess aus“, berichtet Andreas Willert aus der Praxis. „In unserer Branche ist das zugegebenermaßen noch selten“, so Jürgen Haßler, „doch wir hatten bereits ein paar konkrete Anfragen, was wir in Sachen Cybersecurity tun. Ich bin sicher, dass diese Anfragen in naher Zukunft rasch häufiger werden.“ Auf die Spitze getrieben heißt das: Wer heute in die OT-Security investiert, hat auch morgen Zugang zum Markt.

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