Cybersecurity: Die Basis für Skalierbarkeit in der Prozessindustrie durch Endress+Hausers ProtectBlue

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Digitalisierung die Prozessindustrie grundlegend verändert. Der zunehmende Einsatz digital vernetzter Messgeräte und die Cloud-Anbindung bedeuten signifikante Vorteile im Anlagenbetrieb und revolutionieren damit die Branche. Andererseits erhöht die Nutzung moderner Technologien, z. B. von Bluetooth und Webservern, die Anfälligkeit für Cyberbedrohungen. 

Digitale Anlagen in der Prozessindustrie brauchen Schutz: Eine große Zahl digital vernetzter Anlagenteile und Geräte muss Cyberbedrohungen widerstehen.

Digitale Anlagen in der Prozessindustrie brauchen Schutz: Eine große Zahl digital vernetzter Anlagenteile und Geräte muss Cyberbedrohungen widerstehen.

Cybervorfälle können weitreichende Folgen haben: Produktionsausfälle, Sicherheitsrisiken, Verstöße gegen gesetzliche Vorgaben oder Reputationsschäden. Cybersicherheit ist damit längst kein Randthema mehr. Entsprechend erwarten Anlagenbetreiber, dass Sicherheit bei der Entwicklung von Messgeräten von Anfang an mitgedacht wird. „Security by Design“ ist deshalb nicht nur ein technisches Detail, sondern die Voraussetzung dafür, dass digitale Ökosysteme sicher, berechenbar und nachhaltig wachsen können.

Endress+Hauser ist sich bewusst, dass sich Cybersicherheit stetig weiterentwickelt und branchenweit zu einem zentralen Thema wird. Ziel ist es daher nicht nur, innovative digitale Lösungen zur Steigerung der Produktivität bereitzustellen, sondern mit dem neuen markenrechtlich geschützten Label ProtectBlue auch sicherzustellen, dass sich diese nahtlos in bestehende Anlagen integrieren lassen, regulatorische Anforderungen erfüllen und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg geschützt bleiben.

Visuelle Darstellung der ProtectBlue-Marke von Endress+Hauser, die verdeutlicht, dass Sicherheitsfunktionen direkt in die Geräte integriert sind.

Visuelle Darstellung der ProtectBlue-Marke von Endress+Hauser, die verdeutlicht, dass Sicherheitsfunktionen direkt in die Geräte integriert sind.

Der „Cyber Resilience Act“: Die Messlatte wird höher gelegt

Wie Cybersicherheit in industriellen Umgebungen umgesetzt wird, das hängt wesentlich auch von neuen gesetzlichen Vorschriften ab. Eine der bedeutendsten Entwicklungen in diesem Zusammenhang ist der Cyber Resilience Act (CRA), der am 11. Dezember 2027 vollständig in Kraft tritt. Der CRA formuliert für Produkte mit digitalen Komponenten verbindliche Vorschriften zur Cybersicherheit, die den gesamten Lebenszyklus abdecken, von der Konzeption und Entwicklung bis hin zu Aktualisierungsverfahren und Schwachstellenmanagement.

Endress+Hauser betrachtet den CRA nicht als Belastung, sondern als Chance, zu wachsen, Vertrauen zu stärken und Kunden beständige Sicherheit zu bieten. Gruppenweite Arbeitsgruppen sorgen für eine einheitliche und effiziente Umsetzung der Anforderungen im gesamten Portfolio. Um die Kompatibilität mit bestehenden Kundenanlagen sicherzustellen, wurden alle in der Industrie genutzten Kommunikationsprotokolle getestet, von Hart bis Profinet. Dadurch bleiben die Produkte nach Inkrafttreten der CRA-Anforderungen verfügbar und rechtskonform.

Sicherheit gewährleisten: in der gesamten Anlage über IT- und OT-Infrastruktur.

Sicherheit gewährleisten: in der gesamten Anlage über IT- und OT-Infrastruktur.

Sicherheitsstandards für die gesamte Branche

Endress+Hauser bringt seine Expertise auch über das eigene Portfolio hinaus in die Weiterentwicklung von Cybersicherheitsverfahren ein. Ziel ist es, eine gemeinsame Ausrichtung innerhalb des industriellen Ökosystems voranzutreiben und Sicherheitsanforderungen stärker zu harmonisieren. Als Leiter der „Industrial Security Harmonization Group“, einer gemeinsamen Arbeitsgruppe im Rahmen der Standards Developing Organization (SDO), also des maßgeblichen Normungsgremiums, arbeitet Endress+Hauser mit weiteren SDOs zusammen. Im Fokus stehen die Abstimmung von Spezifikationen, Terminologie und Leitlinien für die sichere Implementierung über verschiedene industrielle Kommunikationsstandards hinweg.

Gleichzeitig leistet Endress+Hauser einen Beitrag zu Sicherheitsinnovationen im Rahmen anderer wichtiger Normungsinitiativen wie z. B. Profinet Security. So soll sichergestellt werden, dass Sicherheitsmechanismen robust bleiben, für realen Anlagenbetrieb geeignet sind und auch in Bestandsanlagen kompatible Lösungen bieten. Eine enge Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie und Verbänden, unter anderem in den Namur- (NE201) und den ZVEI-Arbeitsgruppen, beschleunigt zudem die Abstimmung und die praktische Umsetzung und treibt die Harmonisierungsbemühungen im gesamten industriellen Ökosystem voran.

Zertifizierungen und neues Sicherheitslabel: ProtectBlue

Für Endress+Hauser ist Cybersicherheit eine Frage der Verantwortung, die sich über den gesamten Lebenszyklus erstreckt – vom Produktdesign und der Entwicklung über den Betrieb und den Umgang mit Sicherheitslücken bis hin zum langfristigen Kundensupport. Die Endress+Hauser-Gruppe hat daher ihren Secure Development Lifecycle vom TÜV Rheinland nach IEC 62443-4-1 zertifizieren lassen und für ihr IIoT‑Entwicklungszentrum zudem eine ISO‑27001‑Zertifizierung von SQS erhalten. Darüber hinaus erfüllt das IIoT-Ökosystem Netilion die Anforderungen der ISO 27017. Diese Zertifizierungen tragen dazu bei, dass Kunden ihre jeweiligen rechtlichen Anforderungen erfüllen, und um qualitativ hochwertige sowie sichere Produkte bereitzustellen.

Mit der Einführung von ProtectBlue schafft Endress+Hauser ein eindeutiges und produktübergreifendes Sicherheitslabel, das die integrierten Sicherheitsfunktionen für Kunden greifbar und vergleichbar macht. ProtectBlue verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Cybersicherheit direkt in Geräte und Entwicklungsprozesse integriert wird, und verbindet produktübergreifende Sicherheitsanforderungen (basierend auf IEC 62443-4-2) mit einem sicheren Entwicklungslebenszyklus gemäß IEC 62443-4-1. Standardisierte Softwarekomponenten tragen dazu bei, den Betrieb und die sichere Zugriffsverwaltung im gesamten ProtectBlue-Produktportfolio zu vereinheitlichen. Dies unterstützt Kunden dabei, Sicherheitsanforderungen effizient umzusetzen und sicherheitsbedingte Ausfälle zu reduzieren.

Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung

Cybersecurity ist in der Prozessindustrie keine Einzelleistung von Herstellern oder Anlagenbetreibern. Was nötig ist, ist die Kollaboration über die gesamte Wertschöpfungskette, klare Standards und ein gemeinsames Verständnis von Risiken und Verantwortlichkeiten. Endress+Hauser möchte die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, eine sichere Produktgestaltung und den offenen Dialog mit den Kunden so miteinander verbinden, dass daraus ein Beitrag zu einer nachhaltigeren und resilienten Industrielandschaft entsteht.

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