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(M)ein zweites Ich: Fachredakteur Ing. Peter Kemptner verabschiedet sich in den Ruhestand

Was 2006 mit einer Empfehlung begann, entwickelte sich zu einer engen, journalistischen Zusammenarbeit: 20 Jahre lang war Ing. Peter Kemptner als freier Fachredakteur für x-technik unterwegs. Dabei blickte er hinter die Kulissen unzähliger Unternehmen, sprach mit spannenden Persönlichkeiten und machte technische Innovationen verständlich. Mit seinem Pensionsantritt ist es nun Zeit, auf besondere Begegnungen, prägende Erfahrungen und jede Menge Technikgeschichten zurückzublicken.

Zuerst erschienen in Ausgabe 05/2026
Nach 20 Jahren x-technik Redaktionsarbeit verabschiedete sich  Ing. Peter Kemptner Anfang August in den Ruhestand. Im Gespräch mit Chefredakteurin Stephanie Englert resümierte er seine langjährige Zusammenarbeit.

Nach 20 Jahren x-technik Redaktionsarbeit verabschiedete sich Ing. Peter Kemptner Anfang August in den Ruhestand. Im Gespräch mit Chefredakteurin Stephanie Englert resümierte er seine langjährige Zusammenarbeit.

Peter, du bist seit zwei Jahrzehnten als freier Redakteur für x-technik tätig. Eigentlich kommst du aber aus einer ganz anderen Ecke. Wie hat dein beruflicher Weg begonnen?

Tatsächlich hatte ich im Laufe meines Berufslebens einige unterschiedliche Rollen. Gestartet habe ich als Freigabetechniker und Normeningenieur in der Elektronikentwicklung. Schon nach wenigen Jahren wechselte ich in den Vertrieb – zunächst ins Produktmanagement und Marketing für Industrieelektronik, später für Mikrocomputer, digitale Signalprozessoren und schließlich für elektronische Großanlagen. Dieser Mix aus Technik und Kommunikation hat mich letztlich geprägt.

Im Jahr 2000 hast du den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Was war die Idee dahinter?

Ich wollte meine technische Ausbildung mit meiner Marketingerfahrung verbinden. Mein Motto lautete damals „Marketing vom Ingenieur“. Mir war wichtig, Marketing ganzheitlich zu denken – von der Marktanalyse über die Produktdefinition bis hin zu Marketingplan, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung. Dazu gehörte von Anfang an auch das Schreiben.

Tiefe Einblicke vermitteln auch Firmenbesuche wie hier bei Sigmatek.

Tiefe Einblicke vermitteln auch Firmenbesuche wie hier bei Sigmatek.

Das Schreiben ist heute ein wesentlicher Teil deiner Arbeit. Was fasziniert dich daran?

Interviews, Fachartikel und vor allem Anwenderberichte sind für mich weit mehr als Marketinginstrumente. Sie sind die Königsdisziplin des Fachjournalismus. Ich liebe diese Arbeit, weil ich dabei ständig Neues lerne. Ich darf hinter die Kulissen blicken, verstehen, wie Innovationen entstehen, und komplexe Technik so erklären, dass sie verständlich wird. Gleichzeitig kann ich meine Begeisterung für Sprache ausleben.

Obwohl nie bei x-technik angestellt, war Peter Kemptner ein voll integriertes Mitglied der x-technik Familie.

Obwohl nie bei x-technik angestellt, war Peter Kemptner ein voll integriertes Mitglied der x-technik Familie.

Wie bist du schließlich zu x-technik gekommen?

Das war 2006 eher überraschend. Die damalige Chefredakteurin der AUTOMATION suchte einen technischen Fachredakteur. Einer meiner Kunden hatte mich empfohlen – obwohl ich für ihn damals gerade einmal zwei Anwenderreportagen geschrieben hatte. Aus diesem ersten Kontakt entstand eine Zusammenarbeit, die letztlich 20 Jahre dauern sollte.

In den gemeinsamen 20 Jahren schrieb Peter Kemptner für x-technik etwas mehr als 250 Anwenderreportagen und über 400 Interviews und Fachartikel.

In den gemeinsamen 20 Jahren schrieb Peter Kemptner für x-technik etwas mehr als 250 Anwenderreportagen und über 400 Interviews und Fachartikel.

Gab es nie Interessenskonflikte, wenn du sowohl für Kunden als auch für x-technik geschrieben hast?

Erstaunlicherweise nein. Ich habe für Hersteller erklärungsbedürftiger Investitionsgüter gearbeitet und gleichzeitig im Auftrag von x-technik Interviews, Fachartikel und Anwenderreportagen über viele Unternehmen verfasst – darunter auch direkte Mitbewerber meiner Kunden. Professionalität und journalistische Fairness waren dabei immer die Grundlage, und das hat über all die Jahre hervorragend funktioniert.

Anwenderreportagen sind seine liebste Arbeit, denn dabei erhalte er tiefe Einblicke, die er weitergeben kann.

Anwenderreportagen sind seine liebste Arbeit, denn dabei erhalte er tiefe Einblicke, die er weitergeben kann.

Die Themenvielfalt bei x-technik ist enorm. Was hat dich daran besonders gereizt?

Genau diese Vielfalt. Ursprünglich wurde ich für die AUTOMATION engagiert, doch bald schrieb ich auch für FERTIGUNGSTECHNIK, BLECHTECHNIK, WANTED sowie die Bildungskataloge MECHATRONIK und KUNSTSTOFFTECHNIK. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Elektronik, Netzwerke und Software, sondern ebenso um Werkzeugmaschinen, Robotik, funktionale Sicherheit, Lasertechnik, Schweißverfahren, Zerspanung, Intralogistik oder Materialtechnologien. Man muss sich immer wieder in neue Themen einarbeiten und genau das hat mich begeistert.

Jede Interviewsituation ist individuell.

Jede Interviewsituation ist individuell.

Nach so vielen Jahren gibt es sicher auch Erlebnisse, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind.

Da gab es einige. Einmal fuhr ich für ein Interview nach Innsbruck, nur um festzustellen, dass der Universitätsprofessor gar nicht vor Ort war. Er setzte sich schließlich 65 Kilometer entfernt auf sein Motorrad und kam extra zum Interview. Ein anderes Mal hatte ein Lohnfertiger vor meinem Besuch sämtliche Werkstücke bereits ausgeliefert und die Maschinen gereinigt. Für die Fotos mussten wir kurzfristig Musterteile organisieren und sogar Werkstücke von einem Endkunden zurückholen. Solche Situationen gehören einfach dazu.

Seit 1. August 2026 in Pension, blickt Peter Kemptner zufrieden auf eine 20-jährige Zusammenarbeit mit dem Team von x-technik zurück.

Seit 1. August 2026 in Pension, blickt Peter Kemptner zufrieden auf eine 20-jährige Zusammenarbeit mit dem Team von x-technik zurück.

Obwohl du nie fest bei x-technik angestellt warst, sprechen viele von dir als Teil der x-technik-Familie.

Genau so habe ich es auch empfunden. Ich wurde von Anfang an wie ein selbstverständliches Mitglied aufgenommen. Die Zusammenarbeit war geprägt von spannenden Persönlichkeiten, gegenseitigem Vertrauen und einer guten Mischung aus professioneller Planung und pragmatischer Hands-on-Mentalität. Das habe ich immer sehr geschätzt.

Mit 1. August 2026 bist du offiziell in Pension gegangen. Wenn du auf diese 20 Jahre zurückblickst, was nimmst du daraus mit?

Vor allem Dankbarkeit. Gemeinsam sind in diesen zwei Jahrzehnten mehr als 250 Anwenderreportagen sowie über 400 Interviews und Fachartikel entstanden. Ich wollte nie ausschließlich journalistisch arbeiten, aber die Zusammenarbeit mit x-technik ist zu einem wichtigen Teil meines beruflichen Lebens geworden – fast zu einem zweiten Ich. Ich blicke mit großer Zufriedenheit auf eine spannende und für beide Seiten bereichernde Zeit zurück.

Vielen Dank, Peter, für die Zusammenarbeit und alles Gute!

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