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Mayr Antriebstechnik Seniorchef DI Fritz Mayr verstorben

Im Alter von 96 Jahren und nach über einem halben Jahrhundert als Geschäftsführer von Mayr Antriebstechnik ist Fritz Mayr nun im Kreise seiner engsten Vertrauten friedlich eingeschlafen. Das Familienunternehmen trauert um seinen geschätzten Seniorchef.

Im Alter von 96 Jahren und nach über einem halben Jahrhundert als Geschäftsführer von Mayr Antriebstechnik ist Fritz Mayr nun im Kreise seiner engsten Vertrauten friedlich eingeschlafen.

Im Alter von 96 Jahren und nach über einem halben Jahrhundert als Geschäftsführer von Mayr Antriebstechnik ist Fritz Mayr nun im Kreise seiner engsten Vertrauten friedlich eingeschlafen.

Fritz Mayr begann nach seiner Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft (1947) im Jahr 1948 sein Maschinenbaustudium an der Technischen Universität in München. Dieses schloss er im Jahr 1952 als Diplom-Ingenieur ab. Nach Anfangsjahren als Jung-Ingenieur bei der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF), trat er im Jahr 1956 in dritter Generation in den Familienbetrieb in Kaufbeuren ein.

Ein Lebenswerk

Das Unternehmen war Ende des 19. Jahrhunderts als Mühlschreinerei gegründet worden. Und auch in den 1950er-Jahren produzierte die Firma weiter Komponenten für die damalige Antriebstechnik, wie beispielsweise Flachriemenscheiben. In der direkten Nachkriegszeit kam mit der Gablonzer Industrie zudem eine neue Kundengruppe auf die Firma Mayr zu. Diese war einstmals im nordböhmischen Gablonz beheimatet und dort ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Kernprodukte waren Schmuck, Accessoires und dekorative Elemente aus verschiedensten Materialien wie Glas, Stein oder unedlen Metallen.

Industrie als Fokus

Der Bedarf an industriellen Komponenten war groß, nachdem der Großteil der Unternehmen bei null anfing. Die Firma Mayr konnte helfen und belieferte die Firmen mit allem, was sie brauchten: Schleifscheiben für die Bearbeitung von Glassteinen, Ober- und Seitenstechermaschinen zur Herstellung von Knöpfen, Hebel- und Spindelpressen mit bis zu zehn Tonnen Druckkraft, Graveurkugeln und Lampendruckzangen. Aber auch schon erste zukunftsweisende Innovationen entstanden in dieser Zeit. So automatisierte Fritz Mayr, der als Enkel des Firmengründers neben seinem Vater damals bereits geschäftsführend tätig war, den vorherrschenden Handspritzguss.

Aufstieg zum Weltmarktführer

Ein Durchbruch im Bereich der Antriebstechnik gab dem Unternehmen in dieser Zeit einen entscheidenden Impuls: die Entwicklung der Sicherheitskupplung. Es gab bereits Lösungen zur Drehmomentbegrenzung auf dem Markt. Diese waren allerdings nicht das, was sich Fritz Mayr unter einer hochwertigen Kupplung vorstellte. Sicherheitskupplungen, wie sie heute üblich sind, gab es nicht – hier erkannte Fritz Mayr seine Chance für eigene, qualitativ überlegene Lösungen. Mit Sicherheitskupplungen für Gehäuselüfter gelang der Firma Mayr ein erfolgreiches Debüt in diesem Bereich. 1963 kamen die EAS-Sicherheitskupplungen auf den Markt und entwickelten sich schnell zum stärksten Umsatzbringer der Firma. Im Jahr 1965 übernahm Fritz Mayr offiziell die Geschäftsführung von seinem Vater und war bis zuletzt Teil der Geschäftsführung.

Expansion

Die Ausgangsbasis in Kaufbeuren war durch das stetige Wachstum in der Nachkriegszeit bald zu beengt: Lediglich 1.400 Quadratmeter Fläche hatte der Firmensitz in Kaufbeuren, den das Unternehmen seit der Gründung 1897 nutzte. Im Jahr 1972 erfolgte schließlich der Umzug nach Mauerstetten, wo sich der Firmensitz bis heute befindet. Inzwischen erstreckt sich das Firmengelände auf einer Fläche von rund 33.000 Quadratmetern. Rund 750 Beschäftigte gehen hier ihrer Arbeit nach.

International ausgerichtet ist die Firma Mayr bereits seit den 1960er Jahren. Vertretungen und Niederlassungen in immer mehr Ländern sorgten für Präsenz in den Märkten. Mit der Gründung eines Werkes in Polen 1994 und einem weiteren in China zehn Jahre später wurde schließlich auch die Produktion international. Die weltweite Präsenz nutzte das Unternehmen immer wieder, um mit technischen Innovationen neue Bereiche zu erobern. Im Jahr 1997 wagte die Firma beispielsweise den Schritt in die Aufzugsbranche und erreichte bis heute die Marktführerschaft bei Aufzugsbremsen.

Digitalisierung als Zukunftsmarkt

Heute sind Vernetzung und Digitalisierung die großen Themen, auch in der Antriebstechnik. Diesen Herausforderungen stellt sich die Firma Mayr mit innovativen Lösungen. Beispielsweise mit elektronischen Modulen, die Sicherheitsbremsen ganz ohne zusätzliche Sensoren kommunikationsfähig machen und sie auch steuern können.

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