gastkommentar
KI versus Kreativität: Christoph Ungersböck von Sick im Gespräch
Künstliche Intelligenz, wohin man schaut: Alles wird anders – alles wird neu. Doch entspricht dies der Wirklichkeit? Und vor allem: Wo bleibt die Kreativität?
DI (FH) Christoph Ungersböck, Geschäftsführer Sick Österreich und Vice President für Account & Channel Management bei Sick.
Manche sehen sie als Segen, andere als die große Gefahr: die Künstliche Intelligenz. Tatsache ist, die Künstlichen Intelligenzen – denn die eine große, universelle KI gibt es zum Glück noch nicht – haben gerade im technologischen Umfeld für einen Sprung nach vorne gesorgt. Ein Beispiel ist „Deep Learning“ im Vision-Bereich sowie die Vorhersage von Ausfällen in der „Predictive Maintenance“.
KI sind auch in den Alltag vorgedrungen. Es gibt Menschen, die sich all ihre E-Mails von der KI formulieren lassen – und da spreche ich nicht nur von einem kleinen Rechtschreib-Check am Schluss. Smartphones sind ein weiteres anschauliches Beispiel für den KI-Trend und mittlerweile ein echter „Hort“ dieser. In Echtzeit übersetzte Telefongespräche, KI-unterstützte On- und Offline-Suchen, neue Sicherheitsfunktionen und natürlich KI, die Texte und Bilder verändern, generieren bzw. analysieren.
Die zentrale Frage ist: Fällt ein gutes Bild noch auf, wenn selbst der übelste Schnappschuss durch KI zum Highlight wird? Was zählt ein genialer Text und wird es künftig überhaupt noch wichtig sein, Fremdsprachen zu lernen? Ich denke ja, denn das „Echte“ gewinnt jetzt besonders an Bedeutung. So schätzen es Menschen aus fremden Kulturen, wenn man sich bemüht ihnen in ihrer Sprache zu begegnen, anstatt den Übersetzer aus der Tasche zu ziehen. Auch sind originale Kunstwerke heute nicht weniger Wert, nur weil man sie zu Tausenden günstig nachdrucken kann. Und Hobbyknipser sind noch lange keine Profi-Fotografen, nur weil sie den Zauberstab in der KI-gestützten Bildbearbeitung drücken können.
Nicht zu vergessen: Das Ergebnis der meisten KI-Anfragen ist nur so gut wie der zugehörige Prompt. Dabei gilt: Kreativität punktet. Je genialer der Prompt, umso größer ist die Chance für eine gute Antwort. Darum gibt es KI zum Prompten, aber auch die werden „gepromptet“. Es geht also letztendlich immer um das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine.
Bleiben Sie dran! Ihr Christoph Ungersböck

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