Wir reden vielfach an 4.0 vorbei…

Reizthema „Pseudo-Diskussion“

Wir berichten stolz über die x-te Industrie 4.0 taugliche Komponente und über irgendwelche cyberphysikalischen Systeme, aber geht es wirklich darum? Reden wir, technikverliebt wie wir aufgrund unserer beruflichen Herkunft sind, nicht am eigentlichen Kern der Sache vorbei? Vielleicht steckt ja doch viel mehr hinter dieser ganzen Datenerfassungs- und Vernetzungswelle als „bloß“ irgendwelche innovativen Features und vermeintlich zukunftsträchtige Optionen? Eine organisatorische Revolution nämlich, denn die wahren Potentiale stecken wie so oft in der Organisation und der Applikation!

Scharf beobachtend, genau hinterfragend und kritisch - T&G-Geschäftsführer Harald Taschek von seiner „provokanten“ Seite.

Scharf beobachtend, genau hinterfragend und kritisch - T&G-Geschäftsführer Harald Taschek von seiner „provokanten“ Seite.

Wie weit ist die Digitalisierung der Fertigungsprozesse bereits vorangeschritten? Wie groß ist der Veränderungsdruck auf produzierende Unternehmen tatsächlich? Welche Zukunftsstrategien müssen erarbeitet werden?

Der entscheidende Punkt der Industrie 4.0 ist die Flexibilität! Aber welcher Art? Flexibilisierung, Anpassungsfähigkeit kann nur gelingen, wenn die Entscheidungsprozesse mit den Anforderungen Schritt halten. Wie kann das erreicht werden? Durch dezentrale Entscheidungskompetenz, damit die zunehmende Komplexität beherrschbar bleibt. Ich spreche hier bewusst nicht von technischen Innovationen, sondern von organisatorischen Veränderungen, welche durch Technologie ermöglicht, unterstützt werden.

Dies kann jedoch nur funktionieren, wenn alle notwendigen Informationen, passend aufbereitet, dezentral zur Verfügung stehen und entsprechende Entscheidungskompetenz an der jeweiligen Stelle (z. B. Produktionsbereich) da ist.

Aus Big Data wird Big Analysis! Factory IT und Automatisierung muss alle Informationen zusammenführen und passende Analysemöglichkeiten bieten, um eine holistische Betrachtung des „Produktionslebensraumes“ zu ermöglichen. Damit kann man Auswirkungen von Entscheidungen nicht nur auf die Produktionseffizienz, sondern z. B. auch auf Ressourcen und Umwelt feststellen. Aus meiner Sicht können hier neue Beschäftigungs- und Organisationsmodelle entstehen. Mitarbeiter können mehr Verantwortung übernehmen, aber auch mehr Freiräume erhalten.

Es können und werden auch ganz neue Berufsbilder entstehen – wie etwa ein Factory IT Datenanalyst, oder der „Hybride –Automatisierungsinformatiker“. Beim Blick über den Atlantik stellt man fest, dass die Amerikaner viel pragmatischer das Thema angehen. Es werden die vorhandenen Technologien angewandt und weiterentwickelt, um die gestellten Anforderungen des industriellen Internet of Things (IoT) zu erfüllen ohne jetzt endlos Normen, Standards oder Datenmodelle zu diskutieren. Bei vielen Unternehmen fehlt es noch an der Factory IT Strategie, sowie der „Ehe“ der Automatisierung mit der IT, damit aus dem Nebeneinander ein gemeinsames, dem gleichen Ziel bzw. der gleichen Strategie folgendes Tun wird.

Der österreichische Automatisierungsevent, die SMART in Linz, steht vor der Tür und diesmal ist der Fokus auf Industrie 4.0 gerichtet. Ich hoffe und freue mich auf viele spannende Diskussionen zu den hier angesprochenen Themenkreisen. www.tug.at

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