veranstaltung
Die MSV 2026: Vom Bearbeitungszentrum bis zum Humanoiden
Vom 6. bis 9. Oktober wird Brünn erneut zum Zentrum des industriellen Geschehens. Die 67. Internationale Maschinenbaumesse MSV präsentiert die neuesten Technologien und Trends. Insgesamt 1.379 ausstellende Unternehmen aus 39 Ländern zeigen Lösungen aus den Bereichen Zerspanung, Umformtechnik und Schweißen ebenso wie Automatisierung, Logistik, Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge und humanoide Robotik.
Auf der MSV 2026 können Besucher die Technologien live im Einsatz erleben, verschiedene Lösungen miteinander vergleichen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten diskutieren.
MSV 2026
6. – 9. Oktober 2026
Brünn (CZ)
www.bvv.cz/en/msv
Die diesjährige Messe steht unter einem einfachen Leitgedanken: Technologien live, Business persönlich. Technische Daten einer Maschine oder Produktionslösung lassen sich heute innerhalb weniger Minuten online finden. Auf der MSV 2026 können Besucher die Technologien jedoch live im Einsatz erleben, verschiedene Lösungen miteinander vergleichen, konkrete Anwendungsmöglichkeiten diskutieren und direkt mit den Menschen sprechen, die hinter diesen Technologien stehen.
„In der Industrie entstehen viele wichtige Geschäftsentscheidungen nicht in einem einzigen Gespräch. Sie basieren auf Vertrauen, langfristigen Beziehungen und der Fähigkeit, einen Partner zu finden, der eine Lösung für die konkreten Anforderungen eines Unternehmens bieten kann. Genau darin liegt die Stärke der MSV. Vier Tage lang bringt sie Hersteller, Lieferanten, Fachleute und Kunden aus der gesamten industriellen Wertschöpfungskette an einem Ort zusammen und schafft Raum für neue Kontakte, Projekte und Geschäftsmöglichkeiten“, sagt Jan Kubata, Generaldirektor der Messegesellschaft Veletrhy Brno.
Das Wichtigste aus der Industrie an einem Ort
Eine der größten Stärken der MSV ist ihre Branchenvielfalt. Gemeinsam mit den fünf spezialisierten Fachmessen IMT, Plastex, Welding, Fond-EX und Profintech verbindet sie in diesem Jahr Zerspanung und Umformtechnik, Schweißen, Gießereitechnik, Kunststoffe und Oberflächentechnik mit Automatisierung, Robotik, Digitalisierung, Logistik und weiteren Technologien.
„Diese Vielfalt zeigt, was die moderne Industrie ausmacht: Einzelne Technologien stehen nicht mehr für sich allein. Maschinen werden mit Robotern, Software und Daten vernetzt, Produktion mit Energietechnik und Logistik mit Automatisierung. Die MSV bietet die Möglichkeit, diese gesamte Kette innerhalb von vier Tagen an einem Ort zu erleben“, erklärt Michalis Busios, Direktor der Internationalen Maschinenbaumesse.
Produktionsunternehmen aller Branchen stehen heute vor der zentralen Frage, wie sie schneller und effizienter produzieren können. Die Aussteller der MSV 2026 zeigen beispielsweise, wie eine Inventur ohne Produktionsunterbrechung durchgeführt werden kann, wie sich ein neues Produkt innerhalb weniger Minuten ohne Programmierer und ohne Kenntnisse von Robotersprachen lackieren lässt oder wie auf ein und derselben Maschine sowohl ein Rohr für einen Scooter als auch für einen Mähdrescher gefertigt werden kann.
Technologie ist dann sinnvoll, wenn sie den Menschen unterstützt
Eines der wichtigsten Zentren der Digitalisierung wird die Digitale Fabrik 2.0 sein. Goldpartner ist das Nationale Zentrum Industrie 4.0, das gemeinsam mit seinen Partnern einen Ausstellungsbereich unter dem Motto United by Innovation gestaltet. Präsentiert werden Technologien und Dienstleistungen, die Menschen mit Robotern, Künstlicher Intelligenz und Daten verbinden. Mit dabei sind unter anderem Ricaip Testbed Prag und Brünn, Siemens, Kuka, Česká spořitelna, Smart Informatics, Škoda Auto, T-Mobile, DEL und Murrelektronik.
Die Besucher erleben die Zusammenarbeit zwischen Mensch und humanoidem Roboter, Digitale Zwillinge von Maschinen und ganzen Unternehmen, das industrielle Metaverse, 5G-Kommunikation sowie Technologien für industrielle KI. Roboter können körperlich anstrengende oder repetitive Tätigkeiten übernehmen, KI kann Entscheidungen auf Basis großer Datenmengen unterstützen und Digitale Zwillinge ermöglichen es, bestimmte Situationen zunächst sicher in einer virtuellen Umgebung zu testen.
Auch für ein breiteres Publikum hält die Ausstellung spannende Highlights bereit: das neueste Modell Škoda Auto Peaq, einen Massageroboter, intelligente Brillen für Übersetzungen sowie eine Live-Demonstration eines Feuerwehreinsatzes, bei dem Lösungen der nächsten Generation zum Einsatz kommen – autonome Roboterhunde und Drohnen für Inspektionen in gefährlichen Umgebungen.
Robotik zeigt Muskeln – und in diesem Jahr auch Köpfchen
Robotik wird auch in weiteren Hallen der Messe eine wichtige Rolle spielen. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr kehrt die Gemeinschaftsausstellung Roboty in Halle P zurück. Dort präsentieren sich unter anderem ABB, Fanuc, Cloos und Güdel – vier bedeutende Namen der internationalen Robotik und Automatisierung. Besucher können automatisierte Bearbeitungszellen, Greiftechnologien und sogar Möglichkeiten der Fernwartung mithilfe intelligenter Brillen erleben. Nach dem Basketball-Duell im vergangenen Jahr fordert Fanuc die Besucher diesmal beim Strategiespiel Nim heraus. Der Roboter muss also nicht mit Muskelkraft, sondern mit Köpfchen besiegt werden.
Ein weiteres wichtiges Thema der diesjährigen MSV ist die humanoide Robotik. Sentio Robotix bringt einen Humanoiden in die ROBOTY-Ausstellung, mit dem Besucher direkt interagieren können und der ihnen auch bei der Orientierung innerhalb der Ausstellung helfen soll.
Auch in der Digitalen Fabrik 2.0 wird ein humanoider Roboter zu sehen sein. Experten des Interdisziplinären Zentrums für humanoide Robotik am CIIRC der Tschechischen Technischen Universität Prag präsentieren im Bereich United by Innovation konkrete Einsatzmöglichkeiten. Ziel ist es nicht, Humanoide als ferne Zukunftsvision zu zeigen, sondern zu demonstrieren, wo ihr Einsatz bereits tatsächlich sinnvoll sein kann.
Der Robotik widmet sich außerdem das eintägige Robo Meet Up: Roboter im Maschinenbau am Donnerstag, den 8. Oktober. Im Mittelpunkt stehen Wettbewerbsfähigkeit, automatisierte Produktion, Flexibilität, Schweißen, KI sowie konkrete Anwendungen und deren Rentabilität.
Zwei Bühnen mit Beispielen aus der Praxis
Eine Neuheit im diesjährigen Programm ist die Technology Stage in Halle P. Sie bringt Technologiehersteller, deren Kunden, Forschungsorganisationen und Bildungseinrichtungen zusammen. Statt isolierter Präsentationen stehen konkrete technologische Herausforderungen, Erfahrungen mit deren Lösung und die Anforderungen der industriellen Praxis im Mittelpunkt.
Die Digi Stage in der Digitalen Fabrik 2.0 bietet Case Studies und Diskussionen zu aktuellen Themen wie Cybersicherheit in der Industrie, Integration von Robotern in die Produktion und die Zukunft der Automatisierung.
Mehr Raum für Innovationen
Auch eine der ältesten Traditionen der MSV präsentiert sich in diesem Jahr in neuer Form. Die Goldmedaille der MSV wird bereits zum 60. Mal verliehen und kehrt mit einem modernisierten Konzept zurück. Der Wettbewerb umfasst drei Kategorien, bei denen neben dem technischen Niveau auch die Marktreife einer Lösung, ihre Wirtschaftlichkeit, ihr Geschäftspotenzial sowie ihr ökologischer oder gesellschaftlicher Nutzen berücksichtigt werden.
Auszeichnungen werden für Innovationen in der Industrie, ein Exponat der Technologiemessen und ein herausragendes Hochschulprojekt vergeben. Hinzu kommen Sonderpreise für eine Frau in der Industrie, eine Persönlichkeit des tschechischen Maschinenbaus sowie der Preis der Messegesellschaft Veletrhy Brno.
Neben den Goldmedaillen werden auf der MSV in Zusammenarbeit mit dem Design Centrum CzechTrade erneut Preise für Industriedesign verliehen. Am Eröffnungstag der Messe werden außerdem die Ergebnisse des Wettbewerbs Manager des Jahres bekannt gegeben, der die Welten von Industrie, Unternehmertum und Management miteinander verbindet.
Brünn als Ort des internationalen Industriedialogs
Eine weitere Stärke der MSV ist die hohe Konzentration von Geschäftspartnern und Entscheidungsträgern aus der tschechischen und internationalen Industrie. Auch in diesem Jahr kommen offizielle Auslandsbeteiligungen, Wirtschaftsdelegationen und Branchenorganisationen aus aller Welt nach Brünn. Geplant sind beispielsweise Delegationen aus den USA, Kanada, den Niederlanden, Frankreich, Indien und Marokko.
Neben der tschechischen Nationalausstellung werden auch das Baskenland, Brescia, China, Frankreich, Indien, Japan, Korea, Ungarn, Polen, Österreich, die Slowakei, die Türkei und die Ukraine mit nationalen oder regionalen Gemeinschaftsständen vertreten sein.
Ein besonderes Ereignis ist die erste Sitzung von ISTMA Europe in der Tschechischen Republik, die im Rahmen der MSV stattfindet. Die Organisation, die europäische Werkzeug- und Formenbauer vertritt, wird in Brünn unter anderem über die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, moderne Fertigungstechnologien und den Schutz europäischen Know-hows diskutieren.
Vier Tage für Technologien, Kontakte und neue Chancen
Neben den Technologieausstellungen bietet die MSV zahlreiche Möglichkeiten für fachlichen Austausch und Geschäftsgespräche. Zu den wichtigsten Konferenzveranstaltungen zählen die Versammlung des Industrie- und Verkehrsverbandes der Tschechischen Republik am Dienstag, den 6. Oktober, der Management-Summit DefenCEO zu Aufträgen in der Verteidigungsindustrie am Mittwoch, den 7. Oktober, sowie das Forum Additive Fertigung am Donnerstag, den 8. Oktober.
Zum Rahmenprogramm gehören außerdem Fachseminare zu Exportmöglichkeiten nach Indien und Deutschland sowie ein umfangreiches Begleitprogramm der tschechischen Nationalausstellung.
Den geschäftlichen Charakter der Messe unterstützt auch die traditionelle Matchmaking-Plattform Kontakt-Kontrakt, über die Aussteller und Besucher ihre B2B-Gespräche mit tschechischen und internationalen Partnern bereits im Voraus planen können.
Neu ist in diesem Jahr auch die erweiterte Ausgabe von Besucher-Badges. Interessierte können ihren Badge zu Hause oder an speziellen Stationen direkt auf dem Messegelände ausdrucken. Durch das Scannen eines QR-Codes lassen sich Kontaktdaten direkt auf dem Smartphone speichern, sodass sich Besucher unkompliziert mit Ausstellern und anderen Messeteilnehmern vernetzen können.
Die MSV 2026 bringt Hersteller, Lieferanten, Integratoren, Forschungsorganisationen, Universitäten, Kunden und internationale Geschäftspartner an einem Ort zusammen. Sie bietet einen umfassenden Blick auf die gesamte Bandbreite der Industrie und zeigt, wie unterschiedliche Technologien gemeinsam dazu beitragen können, effizienter zu produzieren, Zeit zu sparen und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu steigern.



Teilen: · · Zur Merkliste