interview
Wie die Linz AG Druckschläge mit Hennlichs Unterstützung sicher in den Griff bekommt
Druckschläge in Wasserversorgungsnetzen stellen ein erhebliches Risiko für die Infrastruktur dar. Um Schäden frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden, setzt die Linz AG auf moderne Simulationstechnologien. Im Interview erklärt David Sterrer, Bereichsleitung Vertrieb Hennlich HTC, wie mithilfe eines hydraulischen Zwillings kritische Szenarien simuliert und spezifische Schutzmaßnahmen – wie individuell ausgelegte Druckschlagdämpfer – bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden konnten.
„Grundsätzlich steht die Langlebigkeit des Wasserversorgungsnetzes, speziell der Schutz vor Rohrbrüchen, im Fokus der Druckschlagbetrachtung.“ David Sterrer, Bereichsleitung Vertrieb, Hennlich HCT
Herr Sterrer, welche konkreten Herausforderungen traten bei der Druckschlagsimulation im Versorgungsnetz der Linz AG auf und wie konnten diese mithilfe der Simulationstechnologien gelöst werden?
Mithilfe unseres Berechnungs- und Simulationssupports können potenzielle Probleme und Risiken hinsichtlich Druckschlägen bereits in der Planungsphase identifiziert werden. Um valide und implementierbare Ergebnisse zu gewährleisten, besteht die zentrale Herausforderung in der umfassenden Erhebung sämtlicher hydraulischer Daten wie der Netzverlauf mit Höhen- und Längsprofil, die Identifizierung aller relevanten Komponenten, Rohrmaterialen und Rohrquerschnitte, Pumpendaten u. v. m. Durch die professionelle, aber vor allem partnerschaftliche Zusammenarbeit der projektverantwortlichen Stellen konnten Risikoszenarien wie z. B. Stromausfall, Entnahmen von Hydranten oder Bezug von Industrieverbrauchern verifiziert werden und in die Simulation einfließen. So konnten sicherheitsrelevante Maßnahmen von Beginn an in der Planungsphase einbezogen werden.
Welche spezifischen Parameter und Szenarien wurden in den Simulationen berücksichtigt, um realitätsnahe Aussagen über das Druckschlagverhalten im Netz der Linz AG treffen zu können?
Grundsätzlich steht die Langlebigkeit des Wasserversorgungsnetzes, speziell der Schutz vor Rohrbrüchen, im Fokus der Druckschlagbetrachtung. Daher wurde das betroffene Versorgungsnetz im Simulationsprogramm als hydraulischer Zwilling aufgebaut und anschließend transient modelliert. Das Hauptaugenmerk wurde dabei auf den Schutz bei Ausfall der Versorgungspumpen gelegt. Aufgrund der Leistungsfähigkeit moderner Simulationssoftware können nahezu exakte Aussagen zur Hydrodynamik in Wassernetzen gemacht werden.
Wie gestaltet sich die Auslegung eines Druckschlagdämpfers hinsichtlich Volumen, Ansprechverhalten und Platzierung im Netz?
Die Ausführung bzw. die Konstruktion eines Druckschlagdämpfers ist ebenso individuell wie der Fingerabdruck eines Menschen. Abhängig vom gegebenen Volumenstrom und des geodätischen Leitungsprofils wird das Behältervolumen sowie die N2 Vorspannung eines Dämpfers berechnet. Ebenso relevant ist die Dimensionierung des Flüssigkeitsanschlusses, denn es ist sicherzustellen, dass der Dämpfer die adäquate Austauschmenge in der geforderten Zeit aufnehmen bzw. wieder ans Netz abgeben kann. So wird jeder Druckschlagdämpfer kundenspezifisch nach den erforderlichen Regelwerken gefertigt. Dementsprechend variiert auch der Aufstellungsort. In den meisten Fällen wird der Druckschlagdämpfer im Pumpwerk integriert.

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