interview
Oriental Motor setzt in Österreich auf Systemintegratoren – gemeinsam mit Novuss Automation
Die Anforderungen in der Automatisierung steigen: Lösungen werden komplexer, Anwendungen individueller, der Bedarf an ganzheitlicher Beratung wächst. Oriental Motor reagiert darauf mit einer klaren strategischen Ausrichtung und setzt verstärkt auf Systemintegratoren. In Österreich arbeitet der Antriebsspezialist dazu seit Kurzem eng mit Novuss Automation zusammen. Warum diese Partnerschaft mehr ist als eine klassische Zusammenarbeit und welchen konkreten Mehrwert sie Kunden bietet, erklären Daniel Schönfelder, Manager Sales Strategic Department bei Oriental Motor, und Udo Regenfelder, CEO von Novuss Automation, im Gespräch.
Warum eine Partnerschaft mehr ist als eine klassische Zusammenarbeit und welchen konkreten Mehrwert sie Kunden bietet, erklärten Daniel Schönfelder, Manager Sales Strategic Department bei Oriental Motor (links), und Udo Regenfelder, CEO von Novuss Automation, im Gespräch mit der x-technik AUTOMATION. (Bilder: x-technik)
Herr Regenfelder und Herr Schönfelder, gleich eingangs habe ich eine wesentliche Frage an Sie beide: Was führt uns heute zu diesem gemeinsamen Gespräch nach Kärnten?
Udo Regenfelder: Diese Frage möchte ich als Kärntner sehr gerne beantworten. (lacht) Wir als Novuss Automation sind ein Industrieautomatisierer und entwickeln kundenspezifische Sondermaschinen und Automatisierungslösungen für industrielle Produktionsbetriebe in Österreich. Kurz gesagt: Wenn ein Unternehmen Prozesse automatisieren möchte, begleiten wir das von der Idee bis zur fertigen Anlage. Seit Kurzem sind wir nun auch offizieller Solution Partner von Oriental Motor und genau diese Partnerschaft ist der Anlass für unser Gespräch an unserem Standort in Hunnenbrunn bei St. Veit an der Glan.
Daniel Schönfelder: Ich verantworte hingegen bei Oriental Motor die strategische Vertriebsplanung. Dazu gehört auch die Frage, wie wir uns in einzelnen Märkten aufstellen und welche Rolle Systemintegratoren dabei spielen. Österreich ist ein durchweg spannender Markt und mit Novuss Automation haben wir einen Partner gefunden, der unsere Strategie optimal ergänzt.
„Österreich hat enormes Potenzial in der Automatisierung, und das müssen wir stärker sichtbar machen.“ Udo Regenfelder, CEO, Novuss Automation GmbH
Oriental Motor setzt nun verstärkt auf Systemintegratoren. Was steckt hinter dieser Entscheidung?
Schönfelder: Die Antriebstechnik ist immer nur ein Teil der Gesamtlösung. Selbst mit unserem sehr breiten Portfolio – wir sprechen von über 50.000 Standardprodukten – können wir nicht jede Anwendung vollständig abdecken. Kunden brauchen heute ganzheitliche Lösungen. Genau hier kommen Systemintegratoren ins Spiel: Sie verbinden unterschiedliche Technologien und schaffen daraus eine funktionierende Gesamtapplikation.
Regenfelder: Das sehen wir genauso. Wir starten beim Kunden oft mit einem „weißen Blatt Papier“ und arbeiten uns von der Machbarkeitsstudie bis zur fertigen Anlage inklusive Software, Mechanik und Inbetriebnahme Schritt für Schritt ans Ziel. Dabei wählen wir bewusst die Komponenten, die am besten zur Anwendung passen. Oriental Motor ist für uns dabei ein wichtiger Baustein, aber eben Teil einer Gesamtlösung.
„Die Antriebstechnik ist nur ein Teil der Lösung. Den echten Mehrwert schaffen wir gemeinsam mit Systemintegratoren.“ Daniel Schönfelder, Manager Sales Strategic Department, Oriental Motor (Europa) GmbH
Die Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen ist wie erwähnt noch jung. Wie kam es schlussendlich dazu, Herr Schönfelder?
Schönfelder: Die Zusammenarbeit ist grundsätzlich über ein gemeinsames Projekt gewachsen. Wir haben eine Demoanlage entwickelt, um unsere Antriebslösungen in realen Anwendungen zu zeigen. Novuss Automation hat uns dabei mit seiner Expertise und Durchführung überzeugt. Daraus ist schließlich die offizielle Partnerschaft entstanden.
Regenfelder:Wir kannten die Produkte von Oriental Motor bereits aus früheren Projekten, vor allem aus der Halbleiter- und Elektronikindustrie. Die Qualität und Performance haben uns überzeugt. Dass wir jetzt enger zusammenarbeiten, ist eine logische Weiterentwicklung und macht durchaus Sinn.
„Die Antriebstechnik ist immer nur ein Teil der Gesamtlösung. Selbst mit unserem sehr breiten Portfolio – wir sprechen von über 50.000 Standardprodukten – können wir nicht jede Anwendung vollständig abdecken“, betonte Daniel Schönfelder im Gespräch.
Was genau bedeutet diese Partnerschaft für den Kunden, Herr Regenfelder?
Regenfelder: Ich würde es so formulieren: Der Kunde bekommt das Beste aus beiden Welten. Einerseits sprechen wir von einem breiten Antriebsportfolio, das vorliegt, andererseits ist ein Integrator, der alles von der Mechanik bis zur Software zusammenführt, das Optimum an Expertise. Dazu kommt ein hoher Servicelevel, den wir anbieten, und kurze Kommunikationswege.
Schönfelder: Dem stimme ich zu. Der größte Vorteil ist vor allem die ganzheitliche Beratung. Wir können ehrlich sagen, wo unsere Produkte optimal passen und wo zusätzliche Expertise notwendig wäre. Mit einem Partner wie Novuss Automation stellen wir sicher, dass der Kunde eine funktionierende Gesamtlösung bekommt.
Oriental Motor und Novuss Automation setzen verstärkt auf eine Zusammenarbeit, um gemeinsam für Kunden die jeweilige Expertise optimal einfließen zu lassen.
Das Stichwort „Hybridlösungen“ ist somit gefallen. Es stellt sich die Frage, ob dies zum Standard in der Automatisierung werden kann.
Regenfelder: Absolut. Es gibt keinen Hersteller, der alles abdeckt. Gleichzeitig werden Anwendungen immer komplexer. Deshalb braucht es flexible Kombinationen aus verschiedenen Technologien und Herstellern. Genau darin liegt der Mehrwert für den Kunden.
Schönfelder: Und genau deshalb ist unsere Strategie so wichtig. Wir wollen nicht nur Produkte liefern, sondern Teil einer funktionierenden Lösung sein. Das ist der Kern der Idee dahinter.
Novuss Automation bleibt flexibel und technologieoffen. Das Ziel des Systemintegrators ist es, weiterhin innovative Lösungen zu entwickeln und den Kunden bestmöglich zu unterstützen.
Wie verändern sich die Anforderungen bezüglich Automatisierung und Digitalisierung am Markt? Ist es für Unternehmen herausfordernder geworden oder unterstützen Tools, zukunftsgerichtet agieren zu können?
Schönfelder: Der Trend geht klar in Richtung Vollautomatisierung – auch getrieben durch den anhaltenden Fachkräftemangel. Gleichzeitig werden Daten immer wichtiger, etwa für den Bereich Predictive Maintenance. Das erhöht die Komplexität der Systeme deutlich.
Regenfelder: Die Aufgaben werden auch aus meiner Sicht anspruchsvoller, aber genau das macht es auch spannend. Wir als Unternehmen bzw. Team freuen uns über Projekte, die nicht „0815“ sind. Die Herausforderung liegt oft weniger in der Technik als in den Rahmenbedingungen, etwa durch Regulatorien.
Das ist ein gutes Stichwort: Wie erleben Sie aktuell die Rahmenbedingungen für die Industrie in Europa, gerade in Bezug auf Regulatorien und Wettbewerbsfähigkeit?
Regenfelder: Die technologische Innovationskraft ist in Europa nach wie vor vorhanden – daran mangelt es definitiv nicht. Die Herausforderung liegt vielmehr in den Rahmenbedingungen. Wir sind in vielen Bereichen stark reguliert, was Prozesse verlangsamt und Investitionen erschwert. Das führt dazu, dass Projekte oft nicht mit der Geschwindigkeit umgesetzt werden können, die eigentlich möglich wäre. Gerade im internationalen Vergleich sehen wir hier einen klaren Nachteil. Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen wir es schaffen, Innovationen schneller auf die Straße zu bringen und die Industrie wieder stärker zu entlasten.
Schönfelder: Ich kann mich dem nur anschließen. Die Anforderungen im Markt steigen, gleichzeitig werden die Systeme komplexer – etwa durch zunehmende Automatisierung und datengetriebene Anwendungen. Umso wichtiger ist es, dass die Rahmenbedingungen diese Entwicklung unterstützen und nicht ausbremsen. Für uns bedeutet das auch, noch enger mit Partnern zusammenzuarbeiten, um Lösungen effizient umzusetzen. Genau hier zeigt sich der Vorteil eines funktionierenden Netzwerks aus Herstellern und Systemintegratoren.
Welche Rolle spielt dabei der Standort Österreich aus Sicht von Oriental Motor?
Schönfelder: Österreich ist für uns ein sehr interessanter Markt mit vielen innovativen Industrien. Gleichzeitig ist die Nähe zum Kunden entscheidend. Deshalb sind lokale Partner wie Novuss Automation so wichtig.
Regenfelder: Und wir profitieren von kurzen Wegen und einem starken industriellen Umfeld – gerade auch in Kärnten. Hier gibt es viele Unternehmen auf Weltklasseniveau.
Herr Regenfelder, wie ist Novuss Automation personell aufgestellt und welche Kompetenzen vereinen Sie im Team?
Wir sind aktuell zwölf Mitarbeiter am Standort in Hunnenbrunn/St. Veit a. d. Glan und bewusst kompakt aufgestellt. Entscheidend ist für uns aber weniger die Größe als die Bandbreite an Know-how: Wir vereinen Mechatronik, Konstruktion, Softwareentwicklung und Elektrotechnik im eigenen Haus. Damit können wir Projekte durchgängig abbilden – von der ersten Idee über die Entwicklung bis hin zur fertigen Anlage und Inbetriebnahme beim Kunden. Genau diese Kombination aus Spezialisierung und Flexibilität ist für uns ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Wie geht es mit der Systemintegrator-Strategie nun weiter, Herr Schönfelder?
Wir werden dieses Netzwerk weiter ausbauen, überall dort, wo es sinnvoll ist. Lokale Präsenz ist entscheidend, um Kunden optimal betreuen zu können und den ersten Schritt haben wir bereits getan.
Und wohin entwickelt sich die Zusammenarbeit konkret und in die Zukunft gedacht?
Regenfelder: Ganz klar: Wir als Novuss Automation bleiben flexibel und technologieoffen. Unser Ziel ist es, weiterhin innovative Lösungen zu entwickeln und den Kunden bestmöglich zu unterstützen.
Schönfelder: Und wir werden weiterhin die „Stimme des Kunden“ in unsere Produktentwicklung einfließen lassen, auch durch das Feedback von Partnern wie Novuss Automation.






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