Stöber erweitert Antriebsregler SB6 um Sicherheitsmodul SX6
Mit dem kompakten Antriebsregler SB6 hat Stöber ein Stand-alone-Gerät im Programm, das sich für Anwendungen mit bis zu vier Achsen eignet und durch seine hohe Regelungsperformance überzeugt. Jetzt ist für diese Baureihe – wie bereits für die beiden anderen Reglern der 6. Generation, SC6 und SI6 – das Sicherheitsmodul SX6 erhältlich. Damit stehen zahlreiche Sicherheitsfunktionen zur Verfügung, einschließlich eines sicheren Bremsentests.
Der neue Antriebsregler SB6 mit und ohne Bedieneinheit.
Mit dem Sicherheitsmodul SX6 erweitert Stöber seine Antriebsregler der 6. Generation um moderne Safety-Technik. Das Modul überwacht Bewegungen, führt Achsen zuverlässig in sichere Zustände und lässt sich über die integrierte Fail Safe over EtherCAT (FSoE)-Schnittstelle nahtlos in EtherCAT-basierte Automationssysteme einbinden. Entwickelt in Zusammenarbeit mit der Pilz GmbH & Co. KG verbindet das SX6 hohe Sicherheitsstandards mit praxisnaher Handhabung.
„Bisher haben wir die beiden Antriebsregler SC6 und SI6 aus unserer 6. Generation mit diesem Sicherheitsmodul ausgestattet“, sagt Matthias Meyering, Technischer Produktmanager bei Stöber. „Nun steht es auch für den neuen SB6 zur Verfügung.“ Der SB6 ist eine kompakte Stand-alone-Lösung für Anwendungen mit bis zu vier Achsen. Erhältlich ist die Baureihe in drei Größen für kleine bis mittlere Leistungen. Regeln lassen sich sowohl lineare als auch rotative Synchron-Servomotoren, Asynchronmotoren sowie Lean-Motoren. Weil der SB6 besonders kompakt baut, passt er in Schaltschränke mit Einbautiefen ab 210 Millimeter.
Für die leistungsstarken Antriebsregler der 6. Generation – SC6, SI6 und nun auch SB6 – bietet Stöber ein Sicherheitsmodul für hocheffiziente Anwendungen.
Umfangreiche Safety-Funktionen
Ausgestattet mit dem SX6 eignet sich der SB6 für sicherheitsrelevante Anwendungen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) nach DIN 61800-5-2 bzw. DIN EN ISO 13849-1. „Das Sicherheitsmodul ermöglicht die klassischen Stoppfunktionen Safe Torque Off (STO), Safe Stop 1 (SS1) und Safe Stop 2 (SS2)“, beschreibt Meyering. Dazu kommen Safely Limited Speed (SLS), Safe Speed Range (SSR), Safe Direction (SDI), Safely Limited Increment (SLI) und Safe Operating Stop (SOS).
Um die Produktivität und Verfügbarkeit der Maschine zu steigern, hat Stöber die Überwachungsmechanismen der Sicherheitsfunktionen über die normativen Grundanforderungen hinaus ergänzt. Durch positionsbasierte Grenzwertüberwachung sowie das gezielte Ausblenden von Störsignalen können die angestrebten Grenzwerte mit minimalem Störabstand angefahren werden. Das SX6 führt Systemtests kontinuierlich während des Betriebs aus. Damit erübrigen sich dokumentationspflichtige, zyklische Funktionstests der Sicherheitsfunktionen beim Endkunden. Ein deutlicher Vorteil für die Betriebssicherheit.
„Der Anwender profitiert von geringen Worst-Case-Reaktionszeiten unter zehn Millisekunden, reduzierten Sicherheitsabständen und schneller Wiederverfügbarkeit“, erklärt Meyering. „Das steigert die Produktivität und Anlagenverfügbarkeit spürbar.“ Das integrierte Sicherheitsmodul kann unmittelbar in die Achsbewegung eingreifen und im Fall einer Grenzwertüberschreitung oder bei einem Not-Halt den Antrieb stillsetzen. Alternativ lässt es sich so konfigurieren, dass es ausschließlich Grenzwertverletzungen meldet. Die erfolgreiche EtherCAT- und FSoE-Zertifizierung bildet zudem die Grundlage für die einfache Integration in EtherCAT-basierte Automationslösungen.
Bremsenmanagement: Sicher vor herabfallenden Achsen
Schwerkraftbelastete Achsen können durch mechanischen Verschleiß oder verunreinigte Bremsen ungewollt absinken oder abstürzen und dadurch Personen gefährden. Meyering erklärt: „Deswegen muss die Konstruktion geeignete Maßnahmen treffen, um dieses Risiko deutlich zu reduzieren.“ Für diesen Anwendungsfall hat Stöber das SX6 um ein sicheres Bremsenmanagement erweitert. Damit erfüllt der Antriebsregler SB6 mit Sicherheitsmodul die Anforderungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) an schwerkraftbelastete Achsen. „In Verbindung mit einem Motor mit Haltebremse und dem Motoradapter ServoStop mit integrierter Bremse bieten wir eine einfache und zugleich sichere Lösung für Planung und Konstruktion im Maschinenbau“, so Meyering.
Das Bremsenmanagement des SX6 beinhaltet die Funktion Safe Brake Control (SBC). Diese gewährleistet, dass die Bremsen sicher angesteuert werden. Ergänzend prüft das Feature Safe Brake Test (SBT) bei Bedarf das definierte Bremsmoment und erkennt Abweichungen, beispielsweise aufgrund von Verschmutzungen oder Defekten, bevor das Bremsmoment einen kritischen Zustand erreicht. Zusätzlich wird das parametrierte Prüfintervall überwacht. Das kann je nach Anwendung oder Vorgabe aus der Gefahrenanalyse zum Beispiel einmal in jedem Produktionszyklus sein oder alle acht Stunden zu Schichtbeginn. Reicht das Haltemoment der Bremse nicht mehr aus, steht im Antriebsregler die Funktion „Bremsen einschleifen“ zur Verfügung. Anschließend kann das System erneut überprüfen, ob das geforderte Testmoment wieder erreicht wird. Da das Bremsenmanagement die Ansteuerung von bis zu zwei Bremsen unterstützt, deckt es damit alle Anwendungsfälle des DGUV-Fachbereichsinformationsblatts zu schwerkraftbelasteten Achsen ab.
Produkt im Bericht
Stöber Antriebstechnik SX6
Stöber hat das Sicherheitsmodul SX6 speziell für die Antriebsregler SC6 und SI6 entwickelt. Es erweitert das Funktionsspektrum der beiden Geräte aus der 6. Generation um zahlreiche Sicherheitsfunktionen. Anwendende profitieren von äußerst schnellen Worst-Case-Reaktionszeiten, geringen Sicherheitsabständen und rascher Wiederverfügbarkeit.



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