branchengeschehen
Ein Blick hinter die Kulissen der Otto Ganter-Produktion
Elesa+Ganter ist ein führendes internationales Vertiebs-Joint-Venture, das zwei Spezialisten im Bereich der Standard- und Normteile vereint: Elesa aus Italien, bekannt für seine Expertise im Bereich hochwertiger Komponenten aus Kunststoff. Ganter aus Deutschland, ein familiengeführtes, traditionsreiches Unternehmen im Bereich der Präzisions-Normteile. Gemeinsam verfügen Sie über eines der größten und umfangreichsten Sortimente an Standard- und Normteilen, getreu ihrem Slogan: Zwei Unternehmen. Eine Welt der Normelemente.
Der erste Ganter Katalog wurde 1912 herausgegeben. Darin enthalten war die GN 10 Kugelkurbel, ein Normteil, der auch noch heute mit nur kleinen visuellen Änderungen verkauft wird.
Mit über 50 Jahren Marktführerschaft, über 1.100 Mitarbeiter weltweit und über 100.000 Normteile ab Lager lieferbar, unterstützt Elesa+Ganter Kunden über ein weltweites Netzwerk an Tochtergesellschaften und Distributionspartner. Die enge Zusammenarbeit mit den Zentralen in Italien und Deutschland garantiert beste technische Beratung und schnelle Lieferung. Elesa+Ganter ist mit Tochtergesellschaften in Österreich, Spanien, Indien, Polen, China, Türkei, den Niederlanden und Tschechien vertreten.
Mitten im Schwarzwald, in einer Region, die für hochwertige Handwerkskunst und mechanische Präzision bekannt ist, liegt die Stadt Furtwangen. Umgeben von Wäldern und Hügeln, hat diese idyllische Region eine lange Tradition in der Technik und Fertigung. Ende des 19. Jahrhunderts hat genau dort, einer der Pioniere in seinem Bereich – namens Otto Ganter – eine kleine Werkstatt für Maschinenteile gegründet. Damit wurde der Grundstein eines Unternehmens gelegt, dessen Produkte heute weltweit verkauft und verwendet werden.
Im Laufe seiner Geschichte hat sich Ganter vor allem durch seine präzisionsgefertigten Rastbolzen, kleine mechanische Komponenten, die zum Arretieren und Sichern beweglicher Teile verwendet werden, einen Namen gemacht. Zusätzlich fertigt das Unternehmen manuell bedienbare Standardteile wie beispielsweise Griffe, Andrückschrauben, Klemm- und Spannhebel sowie Schaltelemente. Diese Normteile bilden den Kern von Ganter’s Produktportfolio und werden unter dem Namen „Ganter Norm“, was für Normteile der Maschinenbauindustrie in höchster Qualität steht, vertrieben.
Die Standard- und Normteile von Elesa+Ganter sind für Techniker und Konstrukteure essenziell und kommen über viele Branchen hinweg zum Einsatz – vom Maschinenbau, der Automatisierung und Elektronik bis hin zu medizinischen Geräten, Verpackungen, Lebensmittel- und Pharmaproduktion und vielen anderen Bereichen.
Bei Elesa+Ganter geht die technische Expertise Hand in Hand mit modernen Technologien und Fertigungsmethoden. Das Unternehmen erweitert ständig sein Produktangebot, während nur sehr selten Produkte aus dem Sortiment genommen werden. Das gibt den Kunden die Sicherheit, dass auch langlebige Komponenten noch nach Jahren problemlos ersetzt werden können. Ein besonders beeindruckendes Beispiel: Der erste Ganter Katalog wurde 1912 herausgegeben. Darin enthalten war die GN 10 Kugelkurbel. Ein Normteil, das auch noch heute, mit nur kleinen visuellen Änderungen, verkauft wird.
In der vierten Generation als Familienunternehmen hat sich Ganter zu einem der weltweit führenden Anbieter von Normteilen für den Maschinen- und Anlagenbau entwickelt.
Von einem breiten Portfolio zu leistungsstarken Lösungen
Im Laufe der Zeit und in der Zusammenarbeit mit dem italienischen Unternehmen Elesa, hat sich Ganter zu einem der weltweit führenden Anbietern von Standard- und Normteilen, mit über 100.000 Produkten im Sortiment, für den Maschinenbau und viele anderen industrielle Anwendungen, entwickelt. Diese Komponenten sind in unterschiedlichen Materialausführungen lieferbar, um allen technischen Anforderungen zu genügen: vom traditionellen Stahl und Aluminium bis hin zu korrosionsresistentem Edelstahl und hochleistungsfähigen Kunststoffen. Das Portfolio von Elesa+Ganter ist in 23 Produktgruppen und 14 High Performing Produktlinien gegliedert. Die High Performing Produktlinien bieten spezielle Lösungen, wie zum Beispiel INOX (Edelstahl), Hygienic Design, Super-Thermoplast, ESD kompatible Normteile und Normteile für explosionsgefährdete Umgebungen mit Zündschutz, an.
Die Normteile von Elesa+Ganter kommen in so gut wie jeder Branche zum Einsatz – vom Maschinenbau und der Automation bis hin zur Lebensmittelverarbeitung und Medizintechnik und vielem mehr. Mit über 130 Patenten und mehr als 128 internationalen Design Awards, hat Elesa+Ganter mehr als nur einmal bewiesen, dass sie ein Innovationsführer in ihrem Bereich sind. Die Normteile werden besonders von Herstellern von Investitionsgütern, Maschinen und Produktionsanlagen geschätzt. Dank internationaler Normen, ist ein Großteil der Komponenten modular aufgebaut und lässt sich dadurch in bestehende Konstruktionen einfach integrieren.
Eine wichtige Innovation ist der Rastbolzen: ein von Ganter entwickeltes Normteil, mit dem bewegliche Teile einfach und präzise in ihrer Position arretiert werden können. Der Rastbolzen besteht aus einer Feder und einem Raststift, der in eine Bohrung oder Rastkerbe fährt, sobald der Zugknopf losgelassen wird. So werden Teile zuverlässig und wiederholbar fixiert.
Der aktuelle gedruckte Katalog umfasst mehr als 2.000 Seiten und wird immer wieder aktualisiert. Parallel dazu legt Elesa+Ganter einen starken Fokus auf den digitalen Service: Die Website bietet hochwertige 2D- und 3D-CAD-Daten kostenlos an. Moderne Webshops ermöglichen eine intuitive Produktauswahl, bequeme Zahlmethoden und länderspezifische Services.
Die Otto Ganter GmbH & Co. KG Zentrale in Furtwangen in Deutschland.
Furtwangen: Das Herz von Innovation und Fertigung
Die Ganter Zentrale in Furtwangen, Deutschland, war schon immer das Herz des Unternehmens. Es bleibt auch die zentrale Drehscheibe für Entwicklung, Produktion und Logistik. Das Hauptwerk erstreckt sich über eine Fläche von 25.000 m² und spielt eine wichtige Rolle in der Garantie der weltweiten Verfügbarkeit der Normteile.
Das Werk bringt zwei wichtige Eckpfeiler zusammen: ein hochautomatisiertes Logistikzentrum und hochmoderne Fertigungsanlagen. Jeden Tag werden mehr als 1.000 Pakete von Furtwangen aus zu Kunden in aller Welt verschickt. Auf der Produktionsseite verfügt Ganter über einen sehr starken Maschinenpark, welcher über 200 Anlagen und Maschinen, 30 Roboter und ca. 50 Kurz- und Langdrehmaschinen an allen Standorten verfügt. All das ermöglicht eine effiziente und flexible Produktion von Normteilen, die weltweit schnell überall dorthin verschickt werden können, wo sie gebraucht werden.
Zusammen mit dem Unternehmenswachstum, ist auch die Mitarbeiteranzahl in Furtwangen deutlich gestiegen. Aktuell beschäftigt Ganter 550 Mitarbeiter/innen. Zusätzlich zum Hauptwerk gibt es auch einen zweiten Produktionsstandort in Rheinhausen, in der Nähe von Freiburg. Die Zentrale in Furtwangen ist und bleibt das Herz für Entwicklung und Produktion. Sie ist der Sitz der Unternehmensleitung und der Geburtsort aller Innovationen.
Historische Ansichten von Ganter.
Im Produktionsprozess
„Wir werden Teile des Produktionsprozesses sehen – vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt“, sagt Alexander Kellner, Teamleiter International Sales, als er seine Tour in der Ganter Zentrale beginnt. Und, er hat recht. Wir starten mit dem Warenlager, in dem das Rohmaterial gelagert wird, bevor es zur Weiterverarbeitung kommt. Das Rohmaterial wird in die entsprechenden Größen gebracht, wandert durch unterschiedliche Verarbeitungsschritte; durch automatisierte Biegemaschinen und Roboter-Zuführungen, sodass nach und nach ein Normteil entsteht.
Von dort aus kommen wir an Logistik- und Montagebereiche vorbei, wo kleinere Serien immer noch per Hand montiert werden, während große Aufträge voll automatisiert durchgeführt werden. Der letzte Produktionsschritt ist die Oberflächenbehandlung: In der großen Pulverbeschichtungsanlage des Unternehmens werden Oberflächenbeschichtungen nach Kundenwunsch aufgebracht. Obwohl technisch eine große Farbpalette möglich ist, bleibt Schwarz bei weitem die beliebteste Farbe. Sie verleiht vielen Komponenten ihr unverwechselbares Aussehen, bevor sie verpackt und versandt werden.
Individuelle Kundenlösungen und Flexibilität in der Produktion
Bei Ganter verbindet die Produktion modern Automatisierung mit spezialisierter Handarbeit. Kleine Aufträge, mit ein paar Dutzend Stück, werden üblicherweise per Hand montiert. Große Mengen werden voll automatisiert produziert. Das inkludiert alle Produktions- und Montageschritte. Dank fortschrittlicher Technologien können auch kleine Stückzahlen wirtschaftlich produziert werden.
Wenn die Standardlösung nicht die Anforderungen des Kunden erfüllen, bietet Elesa+Ganter individuelle Lösungen an. Das inkludiert spezielle Formen, Größen, Gewinde, Farben, Oberflächen aber auch Branding mit dem Logo des Kunden. Kundenspezifische Normteile auf Basis von technischen Zeichnungen des Kunden sind ebenfalls möglich und meistens genauso kosteneffizient. Das gibt dem Kunden volle Flexibilität und zuverlässige Versorgung der benötigten Teile.
Zukünftiges Wachstum – nachhaltig und regional
Ganter modernisiert ständig seine Anlagen. Das reicht von Erweiterungen der Produktions- und Lagerkapazitäten über Investitionen in schnellere und effizientere Techniken bis hin zum Wachstum, lokal wie weltweit. Die Unternehmensgebäude in Furtwangen wurden bereits mehrfach ausgebaut, um dem steigenden Bedarf nachzukommen. Und, es gibt weiterhin noch Raum zu wachsen. Die Umgebung des Tals bietet noch zahlreiche Optionen für eine zukünftige Expansion.
Ganter investiert jedoch nicht nur in Gebäude und Maschinen. Das Unternehmen übernimmt auch Verantwortung für seine Mitarbeiter. „Auch, wenn in den letzten Jahren mehr und mehr automatisiert worden ist, hat nicht ein einziger Mitarbeiter seinen Job verloren“, sagt Axel Weber, Marketingleiter am Standort. „Wir haben immer Wege gefunden das Wissen und die Qualifizierungen in anderen Bereichen zu nutzen.“
Ganters enge Verbundenheit zur Region zeigt sich auch darin, wie das Unternehmen Mitarbeiter und junge Talente fördert und unterstützt. Ganter hat in Furtwangen ein eigenes Trainings- und Ausbildungszentrum für Lehrlinge und junge Techniker. Eines der ältesten Produktionshallen wurde in ein modernes Zentrum für Praxistrainings und interne Weiterbildung umgewandelt. Durch die aktive Ausbildung neuer Fachkräfte trägt Ganter dazu bei, dem regionalen Fachkräftemangel entgegenzuwirken und sichert gleichzeitig die eigene Zukunft.
Ein Geschäftsmodell für langfristige Stabilität
Das Geschäftsmodell von Ganter ist auf 4 starken Pfeilern aufgebaut: stetige Produktentwicklung, eigene Produktion, direkter Verkauf und umfassender Kundenservice. Dieser Ansatz ermöglicht dem Unternehmen volle Kontrolle über Produktqualität und Verfügbarkeit. Es garantiert auch Flexibilität und ermöglicht Ganter schnell, auf sich verändernde Marktsituationen, zu reagieren. Da die Normteile in vielen unterschiedlichen Branchen eingesetzt werden, bleibt Ganter auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten stabil und resilient.
Normteile spielen im Maschinen- und Anlagenbau eine bedeutende Rolle: Ihr hoher Standardisierungsgrad ermöglicht den Einsatz in unterschiedlichen Anwendungen, während die nahezu unbegrenzte Lebensdauer eine langfristige Verfügbarkeit garantiert. Dank hoher Produktionsmengen kann Elesa+Ganter diese Komponenten zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten. Dies wird durch hohe Lagerbestände, schnelle Lieferzeiten und eine gleichbleibend hohe Qualität unterstützt.
Meilensteine in der Geschichte von Ganter
1894 – Otto Ganter gründet die Otto Ganter Normteilefabrik in Furtwangen. Zu einer Zeit in der die Stadt Zentrum der Uhrenindustrie und Feinmechanik ist. Das ideale Umfeld, um ein Unternehmen für Normteile zu gründen.
1912 – Der erste Katalog für Standardteile wird veröffentlicht. Bekannt unter dem Namen „Ganter Standard“ ist er der Grundstein von standardisierten Normteilen – fünf Jahre, bevor der deutsche DIN Standard eingeführt wurde.
1971 – Es wird eine strategische Partnerschaft mit dem italienischen Unternehmen Elesa (Monza) eingegangen. Während Ganter sich auf Metallteile spezialisiert hat, bringt Elesa seine Expertise an Normteilen aus Kunststoffen mit ein. So wird ein sich ergänzendes Sortiment geschaffen.
1977 – Das Produktportfolio wird um Kunststoffteile von Elesa erweitert.
2002 – Gründung von Elesa+Ganter Austria GmbH als erstes gemeinsames Tochterunternehmen.
2015 – Am Standort Furtwangen wird ein neues automatisiertes Hochregallager eröffnet, um die Logistikkapazität und Effizienz zu steigern.
2021 – In Furtwangen wird eine moderne Produktionshalle hinzugefügt, wodurch die Fertigungskapazitäten weiter ausgebaut werden.
Heute – In der vierten Generation als Familienunternehmen hat sich Ganter zu einem der weltweit führenden Anbieter von Normteilen für den Maschinen- und Anlagenbau entwickelt. Es knüpft damit an eine 125-jährige Tradition an. Das Unternehmen hat 15 Tochtergesellschaften und beliefert Kunden in mehr als 70 Ländern über ein starkes globales Vertriebsnetz.




Teilen: · · Zur Merkliste