gastkommentar
Aus Sicht von Sick: Organisation
Dezentrale Strukturen sind nicht nur in der Steuerungstechnik gefragt. Auch Unternehmen setzen bei ihrer Organisation auf die Vorzüge von Cross-Teamwork nach dem Netzwerkprinzip. „Master/Slave“ ade – Hierarchien rücken dabei idealerweise in den Hintergrund.
Zuerst erschienen in Ausgabe 05/2026DI (FH) Christoph Ungersböck, Geschäftsführer Sick Österreich und Vice President für Account & Channel Management
Wird in Unternehmen über Organisation gesprochen, denken viele zuerst an Kästchen, Linien und Zuständigkeiten – an Organigramme und Hierarchien. Doch moderne Organisation ist weit mehr als das. Sie beschreibt, wie Menschen zusammenarbeiten, Entscheidungen treffen und Wissen teilen.
Hierarchie hat dabei nach wie vor ihren Platz. Klare Verantwortlichkeiten schaffen Orientierung und können Entscheidungen beschleunigen. Jedochstößt ein rein hierarchisches Denken in einer komplexen, dynamischen Welt zunehmend an Grenzen. Märkte verändern sich schneller, Wissen verteilt sich breiter, und Innovation entsteht selten entlang starrer Berichtslinien. Deshalb gewinnt Selbstorganisation an Bedeutung. Teams, die Verantwortung übernehmen und eigenständig handeln, reagieren flexibler auf Veränderungen. Selbstorganisation bedeutet dabei nicht Chaos oder Führungslosigkeit. Im Gegenteil: Sie braucht eindeutige Ziele, Vertrauen und einen stabilen Rahmen, innerhalb dessen Mitarbeitende wirksam agieren.
Ein Beispiel dafür ist die Matrixorganisation. Sie verbindet Funktionen, Kompetenzen und Perspektiven über Abteilungs- und oft auch Landesgrenzen hinweg. Das kann Silos aufbrechen und Wissen besser vernetzen. Gleichzeitig steigt die Komplexität: Mehr Abstimmungsbedarf, mehrere Verantwortlichkeiten und potenzielle Zielkonflikte können Organisationen ausbremsen.
Neben einer klaren Ausgestaltung der Rollen und Aufgaben rückt Wissensmanagement in den Fokus. Unternehmen lernen und entwickeln sich jeden Tag weiter – die eigentliche Herausforderung dabei ist es, dieses Wissen gezielt in die Organisation zu bringen. Wie werden Erfahrungen aus Projekten zu kollektivem Lernen? Wie verhindert man, dass Know-how mit einzelnen Personen verschwindet? Wissen muss zugänglich, teilbar und nutzbar sein – nicht nur dokumentiert. Und nicht zu vergessen: Am Ende ist Organisation immer auch eine Frage des Menschen. Kommunikation, Empathie, Konfliktfähigkeit und Vertrauen sind zentrale Erfolgsfaktoren. Denn Organisation entsteht nicht nur durch Prozesse, sondern vor allem durch Beziehungen.
Bleiben Sie dran! Ihr Christoph Ungersböck

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