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Als Harald Taschek und Peter Gruber vor 20 Jahren den Grundstein für ihr Unternehmen Taschek & Gruber (T&G) legten, steckte die heute vielgepriesene Industrie 4.0-Ära der automatisierenden Welt noch in den Kinderschuhen. Das Zusammenspiel von Hard- und Software war noch reichlich unausgeklügelt und bot den beiden ambitionierten Automatisierern ein breites Betätigungsfeld über dem ihr Credo in großen Lettern stehen sollte und dies auch heute tut, nämlich „Automatisieren leicht gemacht!“. Ing. Harald Taschek, Geschäftsführer von T&G, gab im Gespräch mit Luzia Haunschmidt, Chefredakteurin der x-technik AUTOMATION, Erinnerungen, Errungenschaften und zu erwartende Innovationen zum Besten ..

Die Jubilare: Ing. Harald Taschek und Ing. Peter Gruber, Geschäftsführer der T&G Automatische Datenverarbeitung GmbH.

Die Jubilare: Ing. Harald Taschek und Ing. Peter Gruber, Geschäftsführer der T&G Automatische Datenverarbeitung GmbH.

T&G feiert dieses Jahr sein 20jähriges Jubiläum, Herr Taschek, welche Beweggründe motivierten Sie und Ihren Partner, Herrn Gruber, Ihr eigenes Unternehmen zu gründen?

Vor 20 Jahren gab es kaum Angebote, welche Hard- und Software kombinierten. Das hat meinen Partner, Peter Gruber – seines Zeichens ein Vollbluttechniker – und mich, damals im Vertrieb tätig, sehr gestört. Als wir dann mit GE Intelligent Platforms in Kontakt kamen, fanden wir die Lösung im von GE angebotenen Produkt Proficy SCADA CIMPLICITY, nämlich Hard- und Software im Paket anbieten zu können. Das begeisterte uns und hat schlussendlich dazu geführt, dass wir gemeinsam den Sprung in die Selbständigkeit wagten, um die GE-Produkte in Österreich zu promoten und um unsere Vision zu verwirklichen, intensivere Aktivitäten auf der Software-Ebene anstrengen zu können.

Vor 20 Jahren gab es doch auch bereits seitens einiger, wenn auch weniger, Automatisierungsanbieter kombinierte Hard- und Software-Lösungen. Welche Ansprüche ließen diese vermissen?

Damals waren jene wenigen existierenden Angebote in dieser Hinsicht nur für groß angelegte Lösungen auf UNIX-Basis ausgelegt. Einige „Newcomer“ begannen dann auf Basis von 16 Bit Windows Visualisierungs-Software anzubieten. Als wir 1995 mit der Gründung von T&G starteten, war GE der einzige Anbieter, der große Systemlösungen – also UNIX-basierende Systeme – auf Windows NT im Angebot hatte. Mit diesem einzigartigen Vorteil, ein SCADA-System auf NT-Basis bieten zu können, gelang es uns damals, unseren ersten Kunden, nämlich BMW in Steyr, zu gewinnen.

Zwei führende Köpfe in einem Unternehmen – wie teilen sich Harald Taschek und Peter Gruber Ihre Agenden auf?

Vom Unternehmensstart weg, übte jeder von uns beiden jene Aufgaben aus, die seiner jeweiligen Neigung entsprechen. So ist Peter Gruber, als technische Koryphäe, der technische Geschäftsführer von T&G. Und meine Aufgabe ist es, als sehr kontaktfreudiger Techniker, Vertrieb und Marketing zu verantworten.

Als begeisterter Automatisierer stellt sich T&G jeder Aufgabe, von der Feldklemme bis zum Leitsystem. In welchen Automatisierungsfeldern sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer Aktivitäten?

Wir sind vorwiegend für OEM-Kundenapplikationen in sämtlichen Branchengebieten tätig, unterstützen aber auch österreichische Solution Provider bei Turn Key Lösungen und gehen auch direkt auf Endkunden zu.

Wieviel Mann/Frau-stark ist T&G aufgestellt?

In Österreich beschäftigen wir derzeit acht Mitarbeiter. Für unsere Zweigstelle in Deutschland ist ein Mitarbeiter tätig und unser slowenischer Partner – mit dem wir Lösungen auf der Softwareseite erarbeiten und umsetzen – beschäftigt 60 Software-Entwickler. Darüber hinaus arbeiten wir mit zwölf Zertifizierte Solution Providern zusammen, die jeweils fünf bis fünfzig Mann/Frau stark sind. Entwicklungspartnerschaften mit Universitäten und Consultingunternehmen runden unser Netzwerk entsprechend kompetent am Puls der Zeit ab.

Mit welchen Systempartnern arbeitet T&G hauptsächlich zusammen?

Also GE haben wir schon erwähnt. Außerdem arbeiten wir im Sektor Sicherheitstechnik mit dem Unternehmen HIMA zusammen. HMI-Anforderungen decken wir mit der Firma EXOR ab und für den Bereich der Kompakt-SPS-Systeme kooperieren wir mit dem Unternehmen HORNER. Durch diese Kooperationen sind wir in der Lage, bei T&G ein sehr rundes Angebotsspektrum bieten zu können, um unseren eigenen Vorgaben, die da lauten „Automatisieren leicht gemacht“ und „Wir haben nichts zu verschwenden“, bestens entsprechen zu können.

T&G punktet aber auch mit einem selbst entwickelten MES-System (Manufacturing Execution System) – können Sie uns dazu Näheres erzählen?

Bei dem von T&G entwickelten MES-System namens MEPIS (der Name steht für Manufacturing Execution Plant Information System), handelt es sich um ein in Modulen gebautes MES-System, das als Bindeglied zwischen der Automatisierung und dem Geschäftsprozess-Management agiert. Sämtliche Module von MEPIS werden von uns stetig weiterentwickelt und individuell entsprechend den Bedürfnissen bzw. Ansprüchen eines Unternehmens angeglichen, das MEPIS im Einsatz hat.

Letztes Jahr entwickelten wir beispielsweise das MEPIS-Modul für Intralogistik, um z. B. Verschwendungen im internen Logistikbereich aufzeigen zu können. Ein anderes MEPIS-Modul widmet sich dem Eruieren von Energiedefiziten – dieses Modul wurde auch kürzlich zertifiziert. Und MEPIS OEE ist z. B. der Fels in der Brandung wenn Produktionsprobleme auftreten. Denn durch die enge Integration in die Welt der Produktionsprozesse ermöglicht MEPIS OEE zeitgerechte Maßnahmen vor einer evt. Problementstehung.

Gedacht ist MEPIS vorwiegend für kleine und mittlere Unternehmen, für die die Mächtigkeit großer MES-Angebote überdimensioniert ist, somit zu teuer in der Anschaffung sind und schlussendlich sich für einen KMU-Betrieb nicht amortisieren. Das von uns angebotene MES-System MEPIS passt sich, im Gegensatz zu groß angelegten MES-Angeboten, den individuellen Bedürfnissen eines mittelständischen Unternehmens an und amortisiert sich rasch durch das Aufspüren z. B. energietechnischer Missstände oder lagertechnischer Mängel.

Und welche Highlights dürfen Ihre Kunden in nächster Zukunft von T&G erwarten?

Einige Highlights habe ich bereits erwähnt, wie z. B. die TÜV-Zertifizierung nach ISO 50001 unseres MEPIS-Energiemanagement-Moduls oder die MEPIS-Intralogistik-Lösung, die nun marktreif ist.

Zu dem Thema Big Data arbeiten wir an einem 100 %ig Web-konfigurierbaren Analyse-Tool, das voraussichtlich noch in diesem Jahr auf den Markt kommen wird. Speziell für das Thema MES bieten wir Datenkonzentratoren, welche mit store-and-forward-Technologie ausgerüstet sind und wo eine Datenverbindungsunterbrechung zu Servern etwaige Datenverluste verhindert.

Auf der Hardwareseite werden wir im HMI-Bereich neue Glas-Touch-Geräte und Multi-Touch-Lösungen anbieten. Weiters haben wir eine Fernwartungslösung in unsere HMI-Solutions integriert. Darüber hinaus gibt es Innovationen in den Bereichen SIL 3-Lösungen mit RFID-Integration, sichere Wegmesssysteme und auch neue Redundanzlösungen.

Auf welche Höhepunkte blicken Sie im Laufe Ihrer 20jährigen Unternehmensgeschichte besonders gerne zurück?

Da fallen mir mehrere Ereignisse dazu ein – z. B. unser Neubau in Großpetersdorf im Jahr 2001 und die Gründung unseres Standortes in Deutschland vor zwei Jahren. Ganz besonders freut mich aber, dass wir seit unserer Gründung auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung verweisen können und mit keinen Mitarbeiter-Fluktuationen konfrontiert waren – wir sind ein sehr gut eingespieltes Team sowohl auf der zwischenmenschlichen Ebene wie auch auf der Kompetenz-Ebene. Und dies spiegelt sich auch bei unseren Kunden wieder – viele von ihnen halten uns seit Gründung unseres Unternehmens die Treue.

Zum 20jährigen Jubiläum warten Sie mit einem besonderen „Happening“ für Ihre Kunden auf – können Sie uns dazu noch Näheres verraten?

Wir haben – wie bereits zu unserem 10jährigen Jubiläum – ein etwas branchenunübliches Gewinnspiel kreiert – der Preis ist im wahrsten Sinn des Wortes „echt abgefahren“! Besucher unserer Website www.tug.at können ab sofort Monat für Monat ihre Gewinnchance durch die Beantwortung der von uns gestellten Denksportaufgaben wahrnehmen. Am Jahresende wird unter allen Spielern eine schwarze VESPA GTS Super verlost.

Da bleibt mir nur mehr zu sagen, herzlichen Glückwunsch zum 20jährigen Firmenjubiläum, Herr Taschek! Und allen Rätsel-Ratern viel Glück beim Gewinnspiel!

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