Panama-Kanal: Zum Geburtstag neue Schleusen
Pünktlich zum hundertsten Jahr des Bestehens – im Jahr 2014 – modernisiert und vergrößert die Panama Canal Authority den Kanal zwischen Atlantik und Pazifik. Der Umbau umfasst u. a. zwei neue Schleusen zu den beiden Ozeanen mit je drei Schleusenkammern, durch die wesentlich größere Schiffe als bisher den Panamakanal passieren können. Der Automatisierungsspezialist Bosch Rexroth steuert hydraulische Systemlösungen für die Modernisierung bei, die durch eine Verfügbarkeit von 99,99 % den reibungslosen Verkehr auf einer der weltweit meist befahrenen Wasserstraßen gewährleisten. Obwohl diese neuen Schleusen deutlich größer ausfallen, verbrauchen sie weniger Frischwasser als die bisherige Technik und entlasten so den regionalen Wasserhaushalt.

Das Schleusendesign des ausgebauten Panama-Kanals.
Das Schleusendesign des ausgebauten Panama-Kanals.
Als der Panamakanal 1914 seinen Betrieb aufnahm, beherrschten noch Dampfschiffe und Segler die Weltmeere. Mit moderneren Antrieben sind auch die Schiffsgrößen gewachsen und heute passen bereits 60 % der Welthandelsflotte nicht mehr durch den Panamakanal. Mit dem Ausbau können künftig auch bis zu 366 m lange und 49 m breite Schiffe Reisezeit, Kosten und CO²-Emissionen einsparen.
Neue Schleusen schonen regionalen Wasserhaushalt
Als Lieferant für den Stahlbau der Rollschütze beauftragte die südkoreanische Werft Hyundai Samho Heavy Industries (HSHI) Ende 2010 Bosch Rexroth mit der Planung, dem Bau und der Inbetriebnahme von 158 kundenspezifischen Hydraulikaggregaten und Antriebszylindern für den Betrieb der Wasser regulierenden Rollschütze.
Das Schleusendesign setzt dabei ganz auf Ressourcen schonenden Betrieb. Jede Schleusenkammer ist über kommunizierende Röhren mit je drei Wassersparbecken verbunden. Zum Anheben der Schiffe öffnen die Rexroth-Antriebe entsprechende Zuleitungen und das Wasser aus den Sparbecken füllt per Schwerkraft die Schleusenkammer.
Anders als bei der bisherigen Technik fließt das Wasser nach dem Schleusenvorgang in die Becken zurück. Lediglich 40 % der für eine Schleusung notwendigen Wassermenge kommen aus dem künstlich angelegten Gatunsee. Die bestehenden Schleusen dagegen entnehmen die gesamte Wassermenge aus dem See und leiten sie anschließend komplett ins Meer ab. So senkt der Ausbau, trotz wesentlich größerer Schleusenkammern, den Frischwasserverbrauch gegenüber den bestehenden Schleusen sogar um 7 % und entlastet damit den regionalen Wasserhaushalt nachhaltig.
Weltweite Kapazitäten gebündelt
Rexroth konnte bei der internationalen Ausschreibung auf Erfahrungen mit zahlreichen Großprojekten rund um den Stahlwasserbau und die Bündelung des weltweiten Produktionsverbunds verweisen. Bei diesem Projekt koordinieren Spezialisten des Antriebs- und Steuerungsspezialisten Kompetenzen und Fertigungskapazitäten aus Deutschland, den Niederlanden, China, Südkorea und den USA.
Die Anwendung stellt besonders hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit der Automatisierungslösung: Auf 100.000 Betriebsstunden – das entspricht mehr als 11,5 Jahren Rund-um-die-Uhr-Betrieb – dürfen die Ausfallzeiten insgesamt nur weniger als vier Stunden betragen.
Nach dreijähriger Bauzeit soll die offizielle Eröffnung im Jubiläumsjahr 2014 stattfinden.
Special Lebensmittelindustrie
Der Lebensmittelbereich weißt noch einen relativ geringen Automatisierungsgrad auf. Naturgewachsene Produkte haben eine große Sortenvielfalt und unterliegen hohen Toleranzen, Produktionen zu automatisieren ist somit eine Herausforderung. Raue Umgebungsbedingungen und höchste Ansprüche an Reinigung und Hygiene erschweren die Anforderungen.
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