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Integrierte oder bedrahtete Sicherheit – eine Frage der Applikation?

14.11.2011: Schneider Electric


Die Frage wie sicherheitstechnische Belange in produktionstechnischen Anlagen auszuführen sind, lassen so manchen Sicherheitsbeauftragten eines Unternehmens die Haare zu Berge stehen. Um etwas Licht in dieser Materie zu schaffen sowie einen Blick auf zukunftsorientierte Entwicklungen bieten zu können, hat x-technik zu einem Round Table Experten-Gepräch geladen (das Ergebnis davon ist in dieser Ausgabe zu finden). Schneider Electric war eine Teilnahme daran aus zeitlichen Gründen nicht möglich – somit haben wir per Telefon Herrn Günter Gallai, Sensor Application Spezialist bei Schneider Electric Austria, zum Gespräch zu dieser Thematik gebeten.

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Günter Gallai, Sensor Application Spezialist bei Schneider Electric Austria

Günter Gallai, Sensor Application Spezialist bei Schneider Electric Austria

Luzia Haunschmidt, x-technik im Gespräch mit
Günter Gallai, Sensor Application Spezialist bei Schneider Electric Austria

Herr Gallai, Schneider Electric bietet im Bereich der Sicherheitstechnik integrierte Lösungen wie z. B. in Ihrer Antriebstechnik mit der Produktreihe der Frequenzumrichter Altivar, als auch bedrahtete Systeme. Wo verläuft heute in der Anwendung die logische Grenze zwischen verkabelten und programmierten Sicherheitssystemen?

Die Grenze ist aus unserer Kundensicht hauptsächlich in der Frage der Performance von Antriebsachsen zu sehen. Bei Maschinen, auch bei sehr komplexen, die geringe Ansprüche an sicherheitsgerichtete Antriebssysteme stellen, ist in der Regel die althergebrachte Sicherheitstechnik sowohl ausreichend als auch kostengünstiger. Solchen Systemen sind allerdings Grenzen gesetzt. Und diese Grenzen sind seit 3 bis 4 Jahren immer öfter ein Problem.
Kunden wollen einfach immer öfter ‚am Produkt’ sein, während dort der Fertigungsprozess läuft.
Diese Forderung ist weniger vom Gesetzgeber getrieben als von den Anwendern selber. Solche Konzepte (oft genug mit SLS bzw. sicherer Drehrichtung) sind ohne integrierte Lösungen nicht praktikabel umsetzbar.

Wo können in Zukunft bedrahtete Systeme ihre Stärken ausspielen und wohin wird sich diese Grenze in den nächsten fünf Jahren hin verschieben?

Bedrahtete
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Die Preventa XPS Sicherheitsmodule sind für die Überwachung einer einzelnen Sicherheitsfunktion geeignet, wie etwa Not-Aus und Schalter, magnetisch codierte Schalter oder Zweihandsteuerungen.

Die Preventa XPS Sicherheitsmodule sind für die Überwachung einer einzelnen...

Systeme sind dort im Vorteil, wo das Sicherheitssystem einfach gehalten sein muss. Dort wo nur niedrig qualifiziertes Personal vor Ort ist. Vielfach gibt es noch immer die Meinung, dass Systeme mit ‚Kommunikationssystemen’ unstabiler und schwieriger zu servicieren sind als herkömmliche Systeme. Genau diese Grenze und Meinung wird sich immer mehr aufweichen. Dies eröffnet den integrierten Lösungen einen weiteren Markt – und der dadurch sinkende Preis wird das weitere dazu tun. Ich denke, dass bei neuen Maschinenkonzepten in fünf Jahren dieses Thema nicht einmal mehr diskutiert werden wird.

Welche bisher nicht realisierten Integrationen zusätzlicher Signalquellen wären sinnvoll?

Wir sehen Bedarf an Sicheren Signalgebern speziell im Mobilen Sektor. Hier sei nur CAN-Safety SIL2 genannt. Gerade im Bereich berührungsloser Geber (optisch, Ultraschall) wird hier noch einiges zu erwarten sein. Und die spannende Frage ist vor allem, ob sich ein oder mehrere wenige sichere Bussysteme in den nächsten Jahren durchsetzen werden. Aktuell gibt es ja doch eine derart große Anzahl sicherer Bussysteme, dass oftmals der Applikateur das Problem hat, dass manche Komponenten nicht im gewünschten System verfügbar sind. Ob diese Praxis langfristig durchgehalten werden kann, wird sich zeigen.

Ist eine Zukunft mit zertifizierter Sicherheit für abstrakte Bewegungsmuster realistisch?

Maßgeblich sind hier die Fortschritte in der Rechenleistung und die Einflussnahme auf die Gesetzgebung. Wenn beide
im Einklang vorangetrieben werden, kann es hier langfristig Erfolge geben.
Die Frage ist nur, was bei einem Versagen eines solchen Systems passiert. Rein statistisch kann dies nicht ausgeschlossen werden. Dies zu akzeptieren ist allerdings sehr schwer. Beispiele aus anderen Branchen (PKW, Flugzeuge, Raumfahrt) zeigen, dass solche am Limit arbeitenden Systeme – auch bei dreifacher Redundanz – schwerwiegende Ausfälle haben können. Die Diskussion über diese Tatsache wird aus meiner Sicht dieses Thema beherrschen.
Günter Gallai, Sensor Application Spezialist bei Schneider Electric Austria
Die Preventa XPS Sicherheitsmodule sind für die Überwachung einer einzelnen Sicherheitsfunktion geeignet, wie etwa Not-Aus und Schalter, magnetisch codierte Schalter oder Zweihandsteuerungen.

Bericht in folgenden Kategorien:
Antriebstechnik, Sicherheitstechnik

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