Fachverlag x-technik
 
zurückPrint

Fachpressetage „Prozesstechnik“ 2010 in Karlsruhe

21.04.2010: RBS


Bei den Fachpressetagen 2010 des Redaktionsbüros Stutensee berichteten Fachleute aus dem Bereich der Verfahrenstechnik über Trends und Neuerungen der Branche. Die Vorträge behandelten diesmal vor allem die nötige Philosophie für interne und externe Sicherheit sowie den Bereich der Kostensenkung durch Handlingsvorteile und intelligentes Management. Die Vorträge spannten den Bogen von Komponentenauswahl über die Vorgehensweise bei Neubauten bis hin zur Nachrüstung bestehender Anlagen.

rbs188_Bild1.jpg
Blick in den Vortragsraum.

Blick in den Vortragsraum.

Exakte Komponentenauswahl wichtig

Mit dem Thema Auswahl und Spezifikation des unter Kosten- und Qualitätsgesichtspunkten optimalen Temperatur-Transmitters von WIKA Alexander Wiegand SE & Co.KG begann die Vortragsreihe. Die herstellerneutralen Empfehlungen für die Auswahl und den Einsatz elektronischer Temperatur-Transmitter behandelten Themen wie explosionsgeschützte Bereiche und sicherheitsgerichtete Funktionen ebenso wie standardisierte Ausgangssignale und Protokolle. Einfache Montage, übersichtliche Bedienung von Temperatur-Transmittern bei der Anpassung an die jeweilige Messaufgabe spielen bei der Auswahl ebenfalls eine große Rolle.

Füllstandsmessung in besonders schwierigen Fällen ist die Domäne der radiometrischen Messung. Das berührungslose Verfahren bietet eine einfache, wartungsfreie Möglichkeit korrosive oder sehr heiße Medien durch Wände zuverlässig zu detektieren. Neue Entwicklungen dazu erläuterte der Beitrag der VEGA Grieshaber KG. Hochsensible, biegsame Detektoren und richtig dimensionierte radioaktive Isotope erlauben heute neben dem Füllstand auch Grenzstand-, Dichte- und Massenstrommessung mithilfe radioaktiver Strahlung.

Dass Neuentwicklungen bei Sensoren zu erheblichen Energie- und Kosteneinsparungen führen können, stellte Endress Hauser Conducta mit seinen neuen ionenselektiven Sensoren anschaulich dar. Da ca. 60 % des Bedarfs an elektrischer Energie einer Kläranlage auf den Betrieb der Belebungsbecken
rbs188_Bild2.jpg
In den Pausen blieb genug Zeit für Kontaktpflege, Meinungsaustausch und weiteren Informationsfluss.

In den Pausen blieb genug Zeit für Kontaktpflege, Meinungsaustausch und weiteren...

entfallen, bietet hier die selektive Bestimmung von Ammonium und Nitrat neue Chancen für eine effizientere automatische Steuerung. Bis zu 20 % der Energiekosten können bei der nun möglichen optimalen Reglung eingespart werden. Verminderte Schadstoffwerte im Abwasser der Anlage sparen zusätzlich noch bei der Abwasserabgabe.

Sicherheit und zuverlässige Funktion

Der Vortrag der ProMinent Dosiertechnik GmbH zeigte am Beispiel von Dosieranlagen zur gezielten Zugabe von Korrosionsinhibitoren, Bioziden etc. im Kraftwerksbereich, wie Mess- und Regeltechnik zur Überwachung der systemrelevanten Parameter und zur Regelung der Dosierung eingesetzt werden. Stickoxid im Rauchgas durch Dosieren von Ammoniakwasser zu entfernen sowie Kalkstein, Branntkalk und Kalkmilch zur Entschwefelung aufzubereiten und zu dosieren ist ebenfalls ein Garant für hohe Verfügbarkeit und guten Wirkungsgrad eines Kraftwerkes. Die Maßnahmen erhöhen dabei gleichermaßen die Sicherheit für die Anlage und die Umwelt und senken Unterhalts- sowie Abgabekosten für Verschmutzungen.
Das Thema "Safety" (funktionale Sicherheit) und "Security" (IT-Sicherheit) findet in der Automation auch im Zuge der Etherneteinbindung immer mehr Verbreitung. So erhöht sich die Gefahr von Angriffen auf Anlagen über das Netzwerk. Anwender und Hersteller sind daher gezwungen, organisatorische und technische Maßnahmen zum Erhalt der IT-Sicherheit zu ergreifen. Der Referent der HIMA Paul Hildebrandt GmbH + Co. KG erklärte, mit welchen Maßnahmen ein Hersteller "Security" gewährleisten kann. Es zeichnet sich noch kein anwendbarer Standard für die Automation
rbs188_Bild3.jpg
Dipl. Chem. Andreas Zeiff und Dipl.-Ing. (FH) Dietrich Homburg beide Redaktionsbüro Stutensee.

Dipl. Chem. Andreas Zeiff und Dipl.-Ing. (FH) Dietrich Homburg beide Redaktionsbüro...

ab, eine Grundvoraussetzung für Sicherheitseinrichtungen ist jedoch die Verwendung standardbasierter Ethernet-Kommunikation, da dies den Einsatz allgemein üblicher Sicherheitsmaßnahmen ermöglicht.

Dem Bereich funktionale Sicherheit mit Remote I/O im Ex-Bereich widmete sich der Vortrag von R.Stahl. Ein global gestiegenes Sicherheitsbewusstsein und die weltweite Standardisierung durch die IEC 61508 bzw. die IEC 61511 erhöhen den Bedarf an Sicherheitsinstallationen. Bei „normalen“ Installationen ist ein eindeutiger Trend in Richtung Bustechnologie zu verzeichnen, sei es über Remote I/O oder intelligente Feldgeräte. Unter Verwendung eines explosionsgeschützten Remote I/O Systems, das mit PROFIBUS DP und PROFIsafe kommuniziert, lassen sich nun auch konventionelle SIL-Geräte sicher über eine schnelle Busverbindung an ein sicherheitsgerichtetes Leitsystem anschließen. Damit sind die verfügbaren und vorhandenen Feldgeräte einfach über moderne Bustechnologie integrierbar.

Mit den Einflüssen der relativ unscharfen GMP-Standards (GMP = Good Manufacturing Practice) für den Einsatz von Hardware in regulierten Industrien beschäftigte sich der Referent der Pepperl & Fuchs GmbH Prozessautomation. Da einheitliche Zulassungen zur Kennzeichnung geeigneter Produkte fehlen, ist das Attribut "GMP-konform" nicht geschützt. Folge: Verantwortliche Anlagenplaner wie auch Journalisten sehen sich mit einem Mix von werblichen Aussagen der Anbieter und Zertifikaten von GMP-Dienstleistern konfrontiert, die nicht allgemein anerkannt sind. Vor diesem Hintergrund wurden die wesentlichen
Kriterien GMP-konformer IT-Produkte dargestellt.

Intelligentes Management spart Kosten

Supermärkte, insbesondere Märkte mit ausgestellten elektrischen oder elektronischen Geräten, haben einen enormen Energiebedarf. Zur genauen Analyse des Energieverbrauchs und der Ermittelung von Einsparungspotentialen, u. a. bezogen auf die Jahreszeiten, ist es erforderlich die Verbrauchswerte der Unterverteiler (z. B. Licht, Kühlung, Heizung) getrennt zu ermitteln und in definierten Zeitintervallen aufzuzeichnen, an die Zentrale zu übertragen und auszuwerten. Anhand eines „Muster-Marktes“ zeigte Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG auf, welche Automatisierungskomponenten dabei helfen, Energiemanagement effizient zu realisieren. An dem Beispiel wurde deutlich, dass effiziente Datenerfassung für ein wirkungsvolles Energiemanagement auch in bestehenden industriellen Anwendungen, wie z.B. in Produktions- und Lagerhallen etc. eingerichtet werden kann.

Die Anforderungen an die Qualität der Anlagendokumentation und damit der Aufwand für Erstellung und zur Pflege steigen ständig. Andererseits besteht der Zwang, die Instandhaltungskosten zu minimieren. Eine automatisierte elektronische Anlagendokumentation löst diese Aufgaben effizient. Rösberg Engineering GmbH setzt dabei auf Web-Technologien, um den Aufwand für die durchgängige und konsistente Dokumentation der Anlagenrealität während des gesamten Lebenszyklusses zu reduzieren. Gerätespezifikationsdaten auf Basis von Anforderungsdaten werden ebenso elektronisch über das Internet vom Hersteller übermittelt wie Dokumente wie z.B. Bedienungsanleitungen, Prüfzeugnisse, Zertifikate und Atex-Bescheinigungen aus Herstellerportalen. Automatisch in die Dokumentation integriert, stehen alle Daten jederzeit zu Verfügung.
Anhand eines Anlagenbauprojektes referierte ein Mitarbeiter aus dem Bereich EMR-Services Montageinnendienst über die Arbeit mit dem Software-System des Stuttgarter Technologieunternehmens RIB für
durchgängiges Kostenmanagement in der Praxis und klassifizierte dabei auch die Unterschiede zur Arbeitsweise mit insularen Software-Tools. Es ging um eine Biodieselanlage, eine Pharma-Glyzerin-Anlage und ein neues Tanklager. Die Software ist bei BIS Industrieservice Mitte GmbH zentral inklusive aller Stammdaten implementiert. Projektleiter und -mitarbeiter können relevante Informationen zu jeder Zeit des Projektverlaufs einsehen und pflegen.

Vor zwei Jahren hat Microsoft die neue Internettechnologie Silverlight auf den Markt gebracht, auch in der Automatisierung kommt sie immer mehr zum Einsatz. Der Vortrag der WEBfactory GmbH zeigte die Unterschiede und Vorteile von Microsoft Silverlight gegenüber herkömmlichen Technologien speziell für die Automatisierung auf. So gibt es umfangreiche Video- und Designfunktionen: Live- und On-Demand True HD Smooth Streaming (bis 1080 p) für stets flüssige Darstellung. Smooth Streaming-Dienste der IIS Media Services erkennen dynamisch die beste Bandbreite und schalten automatisch und nahtlos zwischen verschiedenen Qualitätsstufen um, um jederzeit die beste Qualität entsprechend der aktuellen Verbindungsqualität und CPU-Leistung zu bieten.
Blick in den Vortragsraum.
In den Pausen blieb genug Zeit für Kontaktpflege, Meinungsaustausch und weiteren Informationsfluss.
Dipl. Chem. Andreas Zeiff und Dipl.-Ing. (FH) Dietrich Homburg beide Redaktionsbüro Stutensee.


QR code

Special Lebensmittelindustrie

Fischer2102-020.jpg Der Lebensmittelbereich weißt noch einen relativ geringen Automatisierungsgrad auf. Naturgewachsene Produkte haben eine große Sortenvielfalt und unterliegen hohen Toleranzen, Produktionen zu automatisieren ist somit eine Herausforderung. Raue Umgebungsbedingungen und höchste Ansprüche an Reinigung und Hygiene erschweren die Anforderungen.
mehr lesen >>

Häufig besuchte Firmenprofile

Newsletter abonnieren