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Zum 50-jährigen Geburtstag 31,5 % organisches Umsatzwachstum

: Keba


Die Keba Gruppe mit Hauptsitz in Linz erzielte im vergangenen Geschäftsjahr (April 2017 bis März 2018) einen Umsatz von 253,6 Mio. Euro. Mit einem Umsatzsprung von 60,6 Mio. Euro und einem Umsatzwachstum von 31,5 % erreicht das Unternehmen damit den höchsten Umsatz in seiner 50-jährigen Geschichte. Betrachtet auf die letzten fünf Jahre beträgt das durchschnittliche jährliche Wachstum 11 % (CAGR). Die Exportquote liegt unverändert hoch bei 87 %. In die EU (ohne Österreich) wurden rund 61 % und nach Asien 16 % exportiert.

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Gerhard Luftensteiner, Vorstandsvorsitzender Keba AG.

Gerhard Luftensteiner, Vorstandsvorsitzender Keba AG.

Das wachsende Geschäft führte im vergangenen Geschäftsjahr auch zu einem enstprechenden Aufbau an qualifizierten Mitarbeitern. Entgegen des vorherrschenden Mangels an Fachkräften konnte das Unternehmen weiterhin Experten für sich gewinnen. Aktuell beschäftigt Keba weltweit rund 1.130 Mitarbeiter. Hauptsitz der Keba Gruppe ist Linz. In insgesamt elf Ländern hat Keba Niederlassungen: Deutschland, Niederlande, Rumänien, Türkei, Italien, Tschechische Republik, USA, China, Südkorea, Taiwan und Japan.

Vorsprung durch Forschung und Entwicklung

„Keba steht für Innovation und Innovation verstehen wir als Zukunftssicherung, denn die laufende Weiterentwicklung unserer Produkte und Lösungen sichert auch in Zukunft unsere technologische Position am Markt. Wir investieren deshalb jährlich zwischen 15 und 20 % unseres Umsatzes in die F&E“, erklärt Gerhard Luftensteiner, Vorstandsvorsitzender Keba AG. Dementsprechend stärkt die Unternehmensgruppe weiterhin den Bereich der Forschung und Entwicklung. Im Berichtsjahr stieg die Investition von 38,1 Mio. Euro auf 41,5 Mio Euro.

Eine kontinuierliche Entwicklung ermöglicht nachhaltiges Wachstum, das sich in laufenden Produktinnovationen widerspiegelt. Die neuen Lösungen orientieren sich an den Anforderungen des Marktes und zukunftsweisenden Trends. Damit verschafft Keba nicht nur sich selbst, sondern vor allem auch seinen Kunden, einen Wettbewerbsvorteil. Als innovationsstarkes Unternehmen beschäftigt sich Keba regelmäßig mit Zukunftsthemen und Trends und mit den Anforderungen bzw. Chancen, die diese mit sich bringen. „Der fünfzigste Geburtstag unseres Unternehmens ist ein willkommener Anlass,
sich von einem Experten inspirieren zu lassen und seine Erfahrungen und Sichtweisen zu hören“, Gerhard Luftensteiner dazu, dass der internationale Zukunftsforscher Peter Fisk anlässlich der Jubiläumsfeier nach Linz zu Keba kommt. „Peter Fisk spricht Themen und Entwicklungen wie die Digitalisierung und Disruption an, die für uns alle relevant sind und die es gilt, für sich zu nutzen.“

Wirtschaftsaufschwung unterstützt Umsatzplus

Die Wirtschaft erlebte im Jahr 2017 einen unerwarteten Aufschwung. Davon profitierte Europa genauso wie die USA. Besonders erfreulich entwickelten sich die asiatischen Märkte. Das wirkt sich auch auf Keba vorteilhaft aus. Bereits seit 2000 ist das Unternehmen in Asien vertreten und verstärkt kontinuierlich seine Präsenz im asiatischen Raum. So ist das Unternehmen heute in China mit insgesamt fünf Standorten und auch in Südkorea, Taiwan und Japan mit eigenen Niederlassungen vertreten. In China steht der Name „Keba“ mittlerweile für eine gefragte Marke mit höchstem Qualitätsanspruch. Damit nimmt der asiatische Raum eine strategisch wichtige Stellung ein.

„Neben Europa etabliert sich auch der asiatische Markt, insbesondere China immer mehr als Absatzmarkt. Deshalb haben wir den lokalen Vertrieb und Support in Asien weiter ausgebaut. Unsere Lösungen für Maschinen und Roboter im Bereich Steuerung, Sicherheit und Mensch-Maschinen-Interfaces erfreuen sich einer steigenden Nachfrage“, erklärt Gerhard Luftensteiner.

Generell stieg das internationale Geschäftsvolumen im vergangenen Jahr an. Dies zeigt sich einerseits in der Exportquote, wie auch in dem Ausmaß der von den Tochterunternehmen realisierten Umsätze. Das niederländische Tochterunternehmen
Delem beispielsweise gewinnt Marktanteile und verzeichnet damit ein weiteres Wachstum. Der Schwerpunkt von Delem liegt im Bereich der Automation von Blechbiegemaschinen, womit das Tochterunternehmen auch in Asien eine ausgezeichnete Marktposition einnimmt.

Mit ihrer gesamten Leistungsbreite ist Keba sowohl bei den OEM (Original Equipment Manufacturer) als auch im Endkundenmarkt sehr gut vertreten. „Zum organischen Unternehmenswachstum im vergangenen Geschäftsjahr von über 31% haben alle Geschäftsfelder der Keba beigetragen“, erklärt Gerhard Luftensteiner.

Fit für die Digitalisierung

Betrachtet man die weltweiten Trends und aktuelle Themen wie Digitalisierung, Internet of things und Industrie 4.0, dann sieht man, dass sich das Unternehmen hierzu gut ausgerichtet hat. In der Automation von Maschinen spielen Human Machine Interfaces eine immer wichtigere Rolle. Bediensysteme müssen immer einfacher werden, die Komplexität einer Maschine so reduzieren, dass der Bediener sozusagen nichts mehr davon merkt. Und auch die oft nötige Blindbedienung mit Fokus auf den Prozess muss so unterstützt werden, dass der Prozess trotzdem sicher und in Echtzeit gesteuert wird. Auch halten die vom Alltag gewohnten Technologien, wie zum Beispiel Multitouch-Bedienung, Einzug in die Industrie.

Das weltweit tätige Unternehmen kann hier mit einigen neuen Innovationen aufwarten. So zum Beispiel mit einem Bedienpanel, das dem Bediener durch Vibration direktes Feedback gibt (Force Feedback) und somit neben dem Sehen auch andere Sinne wie das Spüren anspricht. Oder ein Panel mit volladaptivem Dreh-Drückknopf als zentrales Bedienelement, der den Bediener über ein breites Spektrum an haptischem Feedback zusätzliche Information über den Maschinenzustand
erfühlen lässt.

Keba ist seit Jahrzehnten einer der Marktführer im Bereich von Bedienterminals im industriellen Umfeld. Rund 400.000 Keba Handbedienterminals wurden schon insgesamt geliefert.

Zukunftsfeld Robotik

Von steigender Bedeutung ist der Geschäftszweig der Robotik. In einem wachsenden Umfeld potenzieller Kunden, aber auch Mitbewerber, konnte sich Keba bereits einen entscheidenden Vorteil sichern: „Wir haben früh erkannt, dass in der Robotik ein Zukunftsfeld liegt. Deshalb haben wir in den letzten Jahren viele Investitionen getätigt und uns einen Vorsprung am Markt erarbeitet. Aktuell liegt unser Entwicklungsfokus vermehrt auf der Zusammenarbeit zwischen Robotern, Maschinen und Menschen“, so Luftensteiner.

Die Zusammenarbeit zwischen Robotern, Maschinen und Menschen wird zukünftig auch für die Produktivität entscheidend. Dazu ist die Zusammenarbeit von sicheren Maschinen und Robotern eine Grundvoraussetzung. Mit der erfolgreichen Entwicklung einer integrierten Safety-Steuerung setzt Keba neue Maßstäbe in der Sicherheit der Bedienung und Zusammenarbeit von Menschen, Maschinen und Robotern. An die 30.000 Steuerungen liefert Keba pro Jahr an Maschinen- und Roboterhersteller, die ihrerseits zu den Weltmarktführern gehören.

„In allen Bereichen der Industrieautomation konnten wir von unseren Bestandskunden und deren sehr guter Nachfrage profitieren. Darüber hinaus gelang es, viele neue Kunden mit unseren Lösungen zur Industrieautomation zu begeistern“, zeigt sich Gerhard Luftensteiner
abschließend erfreut über die positive Entwicklung der Geschäftsfelder im Industriebereich.

Von der digitalen in die reale Welt

Unter dem Motto „Wir sorgen für den Transfer von der digitalen in die reale Welt“ realisiert Keba innovative Lösungen im Bereich der Logistik- und Bankautomation.

Modernste Automationstechnologien transportieren Banknoten von der digitalen in die reale Welt. Das Thema, ob im Zuge der Digitalisierung die Banknoten verschwinden werden, ist ein vieldiskutiertes. Keba ist der Meinung, dass das Sicherheitsbedürfnis und die Privatsphäre der Menschen weiterhin einen hohen Stellenwert haben werden und zumindest in Europa das Bargeld Bestand haben wird.

Mit der neuen Generation an Geldautomaten, der Linie „evo“, die 2017 erfolgreich am Markt eingeführt wurde, setzt man in der Selbstbedienung der Geldbehebung und -einzahlung wieder neue Maßstäbe. Ein aufs Wesentliche reduziertes Design und ein lichtgeführtes Bedienkonzept gestalten für den Kunden die Bedienung des Geldautomaten sehr einfach, die Komplexität tritt für den Anwender in den Hintergrund. Gleichzeitig wurde der Komfort für die Anwender erhöht. So kann zum Beispiel der Benutzer des Geldautomaten die Position der Bedienfläche am großen Bildschirm selbst auf seine bevorzugte Größe anpassen.

Mit der Entwicklung eines unterfahrbaren Geldautomaten, der z.B. Rollstuhlfahrern oder älteren Menschen mit Rollatoren die Bedienung eines Geldautomaten deutlich erleichtert, dessen Erscheinungsbild trotz Barrierefreiheit modern ist und der sich optimal in Filialkonzepte von Banken einfügt, wurde der nächste großer Schritt hinsichtlich „Design for all“ und Barrierefreiheit
gemacht. Lag der Fokus bei Keba bisher auf Installationen im Innenbereich von Filialfoyers, so gibt es seit kurzem auch einen Outdoor Cash Recycling-Geldautomaten im Portfolio. Es ist somit möglich, im Außenbereich nicht nur Geld zu beheben, sondern auch einzuzahlen und damit in der Geldeinzahlung noch unabhängiger von Räumlichkeiten zu werden.

Über 80 % Marktanteil an Cash Recycling-Geldautomaten in Österreich und 33 % in Deutschland sprechen für die Stärke von Keba in diesem Feld.

Ähnlich verhält es sich im Bereich der Logistikautomation mit dem Transfer von der digitalen in die reale Welt. Durch die zunehmende Bedeutung des Online Shoppings steigt die Nachfrage nach sogenannten „Last Mile Solutions“. Das steigende Paketvolumen stellt eine große Herausforderung für die endgültige Zustellung dar. Die Paketautomaten der Keba ermöglichen eine schnelle, unkomplizierte und zeitunabhängige Übergabe – 7 Tage, 24 Stunden, unabhängig von Öffnungszeiten.

Keba zählt so auch hier zu den Pionieren und ist bereits seit 2000 mit ihren Logistikautomaten am Markt, der sich von Österreich, der Schweiz, Deutschland bis in den Norden Europas zieht und auch außerhalb Europas gibt es Post- und Logistikorganisation, die auf Keba Lösungen setzen. Mit gut 6.500 gelieferten Logistikautomaten ist Keba in diesem Bereich Marktführer.

Sehr erfolgreich sind auch die Übergabelösungen des Tochterunternehmens Kemas in Deutschland, das sich auf die Erfassung, Verwaltung, Verwahrung und Disposition von Objekten aus den Bereichen Security, Mobility und Logistics (Waffen, Schlüssel, Arbeitsmittel, Werkzeuge etc.) konzentrieren. 4.000 Systeme bei 600 Kunden zeigen, dass die Lösung genau den Bedarf
des Marktes trifft.

Rasante Entwicklung der Elektromobilität

Auch das jüngste Geschäftsfeld der Keba Gruppe, die Elektromobilität, entwickelt sich rasant. Während darüber diskutiert wird, ob Elektro- und Hybridautos eine Zukunft haben, verkauft das Unternehmen zahlreiche Wallboxes. „Mit den Ladestationen für den umweltfreundlichen Verkehr haben wir uns ein neues Zukunftsfeld geschaffen“, weiß Gerhard Luftensteiner.

Kebas Wallboxen sind für 45 Länder zertifiziert und jüngst haben die Ladelösungen der Keba auch erfolgreich die Zertifizierung als Energiemessgerät bestanden. Damit ist die Basis für die zukünftige Integration von Verrechnungsverfahren geschaffen. Auch hier denkt Keba in „Smarten“-Lösungen: so kann die intelligente Wallbox z.B. in einem Haushalt ohne lokalem Energiemanagement ihre Ladeleistung der verfügbaren Leistung anpassen, beziehungsweise sich unterordnet.

Die starke Nachfrage nach Wallboxen zum Laden von Elektroautos, die in Linz entwickelt und produziert werden, spiegelt sich klar in den Absatzzahlen: über 34.000 verkaufte Wallboxen im vergangenen Geschäftsjahr. „Wir sind davon überzeugt, dass sich zukünftig ein Nebeneinander von herkömmlichen Treibstoffen und Elektromobilität etablieren wird. Deshalb gehen wir davon aus, dass sich der kontinuierliche Ausbau unseres Geschäftsbereiches auch zukünftig fortsetzt“, so Luftensteiner. Keba ist sowohl bei OEM als auch im Endkundenmarkt sehr gut vertreten.

Fit für die Zukunft

Nach 50 Jahren Firmengeschichte feiert Keba 2018 ihren Geburtstag.
Doch auf dem langjährigen Firmenerfolg und dem Rekordwachstum 2017/2018 ruht sich das Unternehmen keineswegs aus. Vielmehr arbeitet Keba an neuen Strategien, um sich (markt)fit für die Zukunft aufzustellen.

„In der heutigen Zeit ist es besonders wichtig, möglichst marktnah, schnell und agil reagieren zu können“, erklärt Gerhard Luftensteiner. „Die Innovationszyklen werden kürzer, die Geschwindigkeit steigt. Die Digitalisierung bringt Veränderungen und Disruptionen mit sich, die es gilt zu nutzen und die Prognostizierbarkeit nimmt ab, die Welt wird volatiler und mehrdeutiger.“ Um in diesem sich verändernden Umfeld weiterhin erfolgreich zu bleiben, hat das Linzer Unternehmen sich neu aufgestellt und Schritte in eine neue Organisiertheit gesetzt.

„Die Fähigkeit, agil zu handeln, hat bei uns einen hohen Stellenwert, ebenso wie eine sehr flache, marktorientierte Organisation, die auf eine hohe Selbstverantwortung setzt“, erzählt Gerhard Luftensteiner über die neue Organisationsform, die bei Keba in den letzten beiden Jahren entwickelt wurde und seit fast einem Jahr bereit gelebt wird. „Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft, weil wir wissen, dass wir gut gerüstet sind für die kommenden Herausforderungen“, führt Gerhard Luftensteiner weiter aus.



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