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Wie wärs mit einem „New Deal“?

: T&G Automation


In der Politik steht gelebte Destruktivität leider fast schon auf der Tagesordnung: Alles, was von der „Gegenseite“ kommt, wird kategorisch abgelehnt und somit jeder vernünftige Diskurs bereits im Ansatz erstickt.

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Scharf beobachtend, genau hinterfragend und kritisch - T&G-Geschäftsführer Harald Taschek von seiner „provokanten“ Seite.

Scharf beobachtend, genau hinterfragend und kritisch - T&G-Geschäftsführer...

Dabei mahnte unser neuer Bundeskanzler Christian Kern bereits in seiner Antrittsrede: „Es macht keinen Sinn, dem anderen keinen Millimeter Erfolg zu gönnen. Bei jeder Idee, die der andere versucht konstruktiv zu entwickeln von vornherein ‚Njet‘ zu sagen und nicht für eine sinnvolle Diskussion zur Verfügung zu stehen.“ Verändert hat sich die Gesprächskultur zwischen den einzelnen Parteien seither nicht. Man hört nach wie vor von keinem Vorschlag, bei dem nicht irgendjemand aus einem anderen Interessenslager auf die Bremse tritt.

In produzierenden Unternehmen orte ich teilweise ähnliche Probleme. In einer Zeit der zunehmenden Globalisierung stellt sich aufgrund moderner Vernetzungsmöglichkeiten auch hier vermehrt die Frage: Nach außen hin (z. B. Richtung Zulieferer und Endkunden) öffnen oder abschotten? Bisher vorhandene Abteilungsgrenzen aufweichen oder beibehalten? Unterschiedliche „Kulturen“ – in unserem Fall u. a. IT-Verantwortliche und Automatisierungstechniker – in ihrem jeweiligen Arbeitsverständnis ungebremst aufeinanderprallen oder entsprechend gebrieft langsam zusammenwachsen lassen? Integration ist ein vorherrschendes Thema und eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit – hier (in unserer Branche) wie dort (in der Politik). Gefragt sind Lösungsansätze, die langfristig Sinn machen und keine unüberlegten Hauruck-Aktionen. Es braucht in beiden Fällen ganzheitliche Strategien statt punktuell gesetzter Pseudomaßnahmen. Und last but not least ist ein faires und ehrliches Miteinander erforderlich. Denn nur wenn alle in dieselbe Richtung lenken, können die gesteckten Ziele letztendlich erreicht werden. Sobald ein paar blockieren oder gegensteuern wird ein kontinuierliches Weiterkommen schwierig bis unmöglich. Deshalb empfiehlt sich ein offener Austausch mit der „Opposition“, bei dem die Pros und Contras aller Beteiligten angesprochen, angehört und möglichst neutral diskutiert werden. Schließlich heißt es nicht umsonst: Durchs Reden kommen
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d`Leut zam. Und wenn man es genau betrachtet stellen unterschiedliche Meinungen sogar einen nahezu unbezahlbaren Wert dar, schützen sie doch vor einer gewissen Betriebsblindheit.

Besser „Wirklich-Tuer“ als ewige Möchtegerns

Eine weitere Kluft, die jedweden Fortschritt auf unbarmherzige Art und Weise abbremst, ist jene zwischen Wollen und Tun: Einerseits wollen wir alle Pioniere und in bestimmten Bereichen Vorreiter sein, andererseits verlässt viele von uns der Mut, wenn es wirklich darauf ankommt, ins kalte Wasser zu springen und Neues auszuprobieren. Wir neigen dazu „sicherheitshalber“ im selben Trott wie bisher zu verweilen, wohl wissend, dass Stillstand in kompetitiven Zeiten wie diesen sehr schnell einen enormen Rückschritt bedeutet. Zumal der aktuell stattfindende technologische Wandel mit seinen disrupten Tendenzen teilweise ohne jede Vorwarnung in die Bedeutungslosigkeit drängt, was kurz zuvor noch als sicheres und lukratives Geschäftsfeld erschien. Das bedeutet: Die Intervalle, in denen die Karten am Markt neu gemischt werden, verkürzen sich zusehends. Umso wichtiger ist es als produzierendes Unternehmen, die eigenen Prozesse zu 100 % im Griff zu haben. Bei einer proscicon-Studie aus dem Jahr 2015 zeigten sich demnach fast alle Befragten darüber einig, dass eine ganzheitliche und echtzeitfähige IT-Plattform zur Erfassung, Auswertung und Visualisierung von Daten aus verschiedenen Systemen wichtig oder sogar entscheidend wäre. Trotzdem wird einstweilen noch sehr verhalten in entsprechende Lösungen investiert. Dabei würde sich ein IT-gestützter Röntgenblick auf sämtliche Abläufe im Unternehmen sehr schnell bezahlt machen. Denn ein prozessnah operierendes Fertigungsmanagementsystem wie MEPIS OPEX ist eine klare Kampfansage an alles, was produzierende Unternehmen über kurz oder lang „krank“ macht: Heimliche Energiefresser, ungewollte
Stillstände, ineffiziente Prozesse, Planungsfehler, Schnittstellenprobleme, Kommunikationsschwierigkeiten zwischen verschiedenen Abteilungen etc. Und wer vor der eigenen Türe kehrt und im Detail betrachtet, was in den eigenen Reihen so alles schief läuft bzw. künftig besser zu machen ist, findet sich bestimmt früher auf der Erfolgsspur wieder als einer, der nur jammert und die Schuld für etwaige Einbußen oder Verluste stets nur im Außen sucht. Bundeskanzler Christian Kern sprach sich in seiner Antrittsrede für mehr Mut zu Veränderung und für das Aufbrechen eingefahrener Strukturen aus, um Österreich zukunftsfit zu machen. Ich kann mich dem nur anschließen. Wir haben es selbst in der Hand wie wir die Zukunft gestalten!

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