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Prozessüberblick in der Getränkeabfüllung

: Copa-Data


Die Starzinger GmbH (A) hat sich seit der Gründung 1906 am österreichischen und internationalen Getränkemarkt einen Namen gemacht. Neben Eigenprodukten füllt Starzinger ca. 250 Produkte von etwa 100 verschiedenen, internationalen Unternehmen ab. Um bei dieser Vielfalt den Überblick über alle Prozesse und die damit verbundenen Daten zu behalten, setzt die Getränkegruppe auf das Know-how der Preishuber GmbH und zenon von COPA-DATA.

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In Österreich verbindet man die Starzinger GmbH vor allem mit den firmeneigenen Marken Frankenmarkter Mineralwasser, Frankenmarkter Limonaden und Schartner Bombe. Betritt man die Anlagenhallen der Firmenzentrale in Frankenmarkt, merkt man sofort: Hier geht es um Tempo, Flexibilität und Dynamik – bei 110 Mitarbeiter und sechs Anlagen. Neben den Eigenmarken werden zusätzliche Mineralwasser-Marken, Wellnessgetränke, Erfrischungsgetränke, Prosecco, Wein, schwarzer Kaffee, Tee und vor allem Energy Drinks abgefüllt, verpackt und ausgeliefert.

Die Anlagen laufen im Schichtbetrieb beinahe rund um die Uhr: zwei PET-Linien mit einer max. Leistung von 1 x 10.000 l/h und 1 x 22.000 l/h, zwei Dosen-Anlagen mit einer max. Leistung von 20.000 bzw. 40.000 Dosen/h, eine Glas-Linie mit einer Maximalleistung von 10.000 l/h sowie eine Container-Anlage. Eine besondere Herausforderung an das Prozessleitsystem ist, dass sich die Anlagen aus verschiedenen Maschinen unterschiedlicher Hersteller zusammensetzen.

Das Credo der Starzinger-Getränkeabfüllung heißt Genauigkeit

Unzählige Daten müssen ausgewertet, analysiert und den Behörden auf Länder-, Bundes-, EU- und internationaler Ebene vorgelegt werden. Zusätzlicher Leistungsdruck kommt von den Kunden, die hohe Qualität und termingerechte Lieferung voraussetzen. Um all diese Erwartungen auch weiterhin erfüllen zu können, holte sich die Starzinger GmbH fachliche Unterstützung. Gemeinsam mit der Preishuber GmbH, einem Experten in Sachen Elektro- und Automatisierungstechnik, sollte ein Prozessleitsystem implementiert
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CIP-Anlage: Hohe Qualitätsanforderungen werden nicht nur an die Getränke selbst, sondern vor allem auch an ihre Verpackung gestellt. In der CIP-Anlage (CIP = Cleaning in Place) werden die Flaschen oder Dosen ordnungsgemäß gereinigt. zenon sorgt für den nötigen Überblick.

CIP-Anlage: Hohe Qualitätsanforderungen werden nicht nur an die Getränke selbst,...

werden, das alle prozessrelevanten Daten aufzeichnet und die Anlagen sowie ihre Prozesse visualisiert.

An dieser Stelle kam zenon ins Spiel. Georg Hager, Produktions- und Qualitätsleiter bei Starzinger in Frankenmarkt: „Die Zunahme der Lohnabfüllung erfordert Genauigkeit und Effizienz, bei gleich bleibender Qualität. Damit die Produktion so flexibel wie möglich bleibt und wir gleichzeitig die steigenden Anforderungen von Behörden und Kunden erfüllen können, suchten wir nach einer neuen Lösung. Mit zenon haben wir ein System gefunden, dass diesen Erwartungen gerecht wird. Damit können wir alle Ressourcen optimal auslasten, verzeichnen weniger Schwund und sparen dadurch Kosten.“

Vom Fließband bis ins Kaufhausregal

Insgesamt sind bei Starzinger 18 Tanks über das Werk verteilt positioniert. Dort werden die verschiedenen Flüssigkeiten gelagert, die später – im richtigen Mischverhältnis – zu den Endprodukten verarbeitet werden. Damit die Stillstandszeiten der Anlagen möglichst gering bleiben, werden die Sirupe in eigenen Sirup- und Ausmischtanks zwischengelagert. Nur so ist es möglich, die Vielfalt an Getränkemischungen rechtzeitig für die Abfüllung vorzubereiten. Fünf Drucktanks sollen dieses Vorarbeiten auch weiterhin ermöglichen. Zwei davon sind bereits in Betrieb, drei weitere folgen noch.

Am Beginn jeder Abfülllinie steht eine Mischanlage, die dafür sorgt, dass die
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Die neuen Drucktanks in der Starzinger GmbH ermöglichen eine koordinierte Vorarbeit, um die großen Abfüllmengen verschiedenster Endprodukte zu bewerkstelligen. In zenon werden alle wichtigen Parameter wie z.B. Füllstand oder Druck nachvollziehbar.

Die neuen Drucktanks in der Starzinger GmbH ermöglichen eine koordinierte Vorarbeit,...

einzelnen Inhaltsstoffe im richtigen Verhältnis gemischt werden. Vor der Abfüllung durchlaufen die Flaschen bzw. Dosen per Fließband verschiedene Prozesse: Zuerst werden sie auf ihre Normung geprüft, desinfiziert und gereinigt. zenon zeichnet dabei die jeweilige Statusinformation auf und verzeichnet Normabweichungen in der Alarmliste.

Die PET-Flaschen müssen zuvor noch erhitzt und aufgeblasen werden, was bei 40 Bar Druck geschieht. Die Dosen werden in der Regel schon gedruckt geliefert. Auch sie werden zuerst auf ihre Qualität geprüft, gereinigt und dann gemäß vordefiniertem Rezept gefüllt. Nach dem Verschließen per Aluminium-Deckel werden sie bei 72° C pasteurisiert und damit haltbar gemacht. Während eine vorsortierte Menge an Dosen aus dem Pasteurisierer heraus kommt und bereits abgekühlt wird, werden die nächsten per Energierückgewinnung aus dem Prozess wieder erhitzt.

zenon überwacht dabei den Parameter Temperatur und gibt die Werte in der Ereignisliste aus. Fällt ein Wert aus dem vordefinierten Rahmen, folgt ein Eintrag in der Alarmmeldeliste. Dank der punktgenauen Archivierung der Daten sind Temperaturwerte zu jeder Zeit nachvollziehbar. Nach dem Aufdruck des Haltbarkeitsdatums auf den Dosenunterboden werden die Dosen schließlich abgepackt, in den eigenen Lagerhallen palettiert und ausgeliefert.

Daten bürgen für Qualität

Visualisiert und bedient werden diese Prozesse per
Touch-PCs, die direkt an den Anlagen den Bedienern als Schnittstelle zu den Maschinen dienen. Zwölf davon sind über sämtliche Anlagen verteilt positioniert – auf mehr als der Hälfte läuft zenon. Die zentrale Steuerung erfolgt über das Leitsystem, das in einem extra Raum auf einem weiteren Rechner läuft und sämtliche Datenflüsse kontrolliert. Als Zusatzmodule nutzt die Starzinger GmbH den Archivserver, den Erweiterten Trend und den Report Generator.

Mit dem Archivserver zeichnet der Getränkeabfüller alle prozessrelevanten Daten auf – online und in Echtzeit. Der Erweiterte Trend erlaubt es, Einzeldaten in kombinierter Form als Trend zu veranschaulichen – je nach Bedarf und gesetzten Parametern. Die Reports sind für den Getränkeabfüller besonders wichtig. Herr Hager erklärt: „Für die eigene Prozesskontrolle und für die Behörden erstellen wir pro Anlage so genannte Chargen-Protokolle, die pro Charge alle prozessnahen Werte wie z. B. Pasteurisierer-Temperatur, Brixwerte oder CO²-Werte enthalten. In regelmäßigen Abständen drucken wir diese Protokolle aus und legen sie beispielsweise dem Gesundheitsamt vor. Alle notwendigen Daten sind zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar. So können wir jederzeit belegen, dass die Werte einer bestimmten Charge den Richtlinien entsprochen haben. Diese Nachvollziehbarkeit entspricht unserem Qualitätsbewusstsein bei Starzinger.“

Unterschiedliche Datenquellen – eine Archivierung

Derzeit sind die Abfüllanlagen noch nicht in eine übergeordnete Netzwerkstruktur integriert, alles wird dezentral aufgezeichnet. Stephan Preishuber, Geschäftsführer der Preishuber GmbH: „Die größte Herausforderung bei der Implementierung war die Gesamtarchivierung, weil die Daten verschiedener Anlagen unterschiedlicher Hersteller zusammengeführt werden mussten. Dank der Systemoffenheit von zenon gab es aber keine Probleme. Ohne die Produktion zu behindern oder in den laufenden Betrieb einzugreifen, konnten wir alle Daten entsprechend aufbereiten. Ein Netzwerk, im Idealfall
auch redundant, wäre eine sinnvolle Ausbaustufe bei diesem Projekt.“
CIP-Anlage: Hohe Qualitätsanforderungen werden nicht nur an die Getränke selbst, sondern vor allem auch an ihre Verpackung gestellt. In der CIP-Anlage (CIP = Cleaning in Place) werden die Flaschen oder Dosen ordnungsgemäß gereinigt. zenon sorgt für den nötigen Überblick.
Die neuen Drucktanks in der Starzinger GmbH ermöglichen eine koordinierte Vorarbeit, um die großen Abfüllmengen verschiedenster Endprodukte zu bewerkstelligen. In zenon werden alle wichtigen Parameter wie z.B. Füllstand oder Druck nachvollziehbar.



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