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Per Knopfdruck vom Erdbeersaft zum Holundersirup

: Siemens


Die Spitz Unternehmensgruppe entwickelt und vertreibt haltbare Nahrungsmittel und Getränke in hoher Qualität. Bei den insgesamt 30 Prozesslinien und 35 Abfüll- und Verpackungsanlagen kommt es zu häufigen Produktwechseln. Um dennoch effizient und wirtschaftlich produzieren zu können, setzt Spitz auf Digitalisierungs-Technik von Siemens. Die durchgängige, integrierte Lösung steigert nicht nur Prozessstabilität und Produktqualität, sondern minimiert gleichzeitig auch potenzielle Fehlerquellen.

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1,3 Mio. Produkte auf rund 2.000 Paletten verlassen täglich das Lebensmittelwerk von Spitz. (Bildquelle: Spitz)

1,3 Mio. Produkte auf rund 2.000 Paletten verlassen täglich das Lebensmittelwerk...

Automatisierung und Digitalisierung sind für Spitz mit Blick auf die Weiterentwicklung des Unternehmens von großer Bedeutung. Das Ziel ist es, künftig neue Produkte noch schneller herzustellen. Dabei setzt Spitz auf die eigene Rezepturentwicklung als entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Das alles muss natürlich im Rahmen einer knappen Produkteinführungszeit (Time-to-Market) realisierbar sein. Daher muss die Materialwirtschaft ebenso in die Automatisierung integriert sein wie die Erfassung der Betriebsdaten. An Stellen, an denen die Datenerfassung nicht automatisch möglich ist, muss sie manuell problemlos erfolgen können. Spitz setzt daher auf Manufacturing Execution System-Lösungen mit Simatic IT Production Suite V7.0 und Simatic IT Reporting Framework V7.0. von Siemens. Die Software-Lösung steuert Produktion und Fertigungssysteme, stimmt die Fertigungsprozesse auf die Lieferkette ab und schließt die Lücke zwischen betriebswirtschaftlichen Systemen und Prozessleitsystemen.

Optimierte Prozesse mit hohem Automatisierungsgrad

„Mit Siemens haben wir einen erfahrenen und verlässlichen Partner gefunden, der uns bei der Umsetzung unserer Strategien optimal unterstützt hat“, erklärt Walter Scherb jun, CEO der Spitz Gruppe. Das umfangreiche Digitalisierungsprojekt erstreckt sich auf alle Anlagen und Linien im Werk in Attnang-Puchheim. Mit der Lösung werden hier sämtliche Silo-Füllstände und die Qualität der Rohstoffe sowie deren Mengen und Wege innerhalb der einzelnen Produktionslinien erfasst. Damit hat Spitz stets den Überblick über die verbrauchten Rohstoffe.

Zu den großen Herausforderungen im Unternehmen gehören die häufigen Produktwechsel pro Linie. Diese müssen praktisch per Knopfdruck erfolgen, was durch den hohen Automatisierungsgrad
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Bei den insgesamt 30 Prozesslinien und 35 Abfüll- und Verpackungsanlagen kommt es in der Spitz-Produktion zu häufigen Produktwechseln. Um dennoch effizient und wirtschaftlich produzieren zu können, setzt Spitz auf Digitalisierungs-Technik von Siemens. (Bildquelle: Spitz)

Bei den insgesamt 30 Prozesslinien und 35 Abfüll- und Verpackungsanlagen kommt...

auch möglich ist. Um die Qualität zu jeder Zeit des Prozesses sicherstellen zu können, werden an unterschiedlichen Stellen der Produktion Proben entnommen. Die Testergebnisse werden als Qualitätsdaten in das Manufacturing Execution System (MES) Simatic IT eingespeist und auf Abweichungen hinsichtlich des Toleranzbereiches überprüft. „Ein derartiger Datenaustausch erfolgte früher oft auf Papier“, berichtet Werner Schöfberger, Leiter des Bereichs Prozessautomatisierung bei Siemens in CEE, „verbunden mit hoher Zeitverzögerung und Fehleranfälligkeit. Mittels Digitalisierung wird dieser Prozess automatisiert und funktioniert auf allen Anlagen gleich. Das hat wiederum den Vorteil, dass die Daten aller Produktionsbereiche vollständig, konsistent und letztlich vergleichbar sind. Ein wesentliches Feature jedes Digitalisierungsprojekts ist, dass man korrekte und konsistente Daten erhält.“

Rezeptmanagement mit "Hirn und Verstand"

In einem weiteren Schritt ist es möglich, die einzelnen Rezepturen abhängig von den Eigenschaften der Rohstoffe anzupassen. Bei der Zuführung zum Verarbeitungsprozess wird beispielsweise der Zuckergehalt eines bestimmten Rohstoffs gemessen. Abhängig vom Ergebnis der Messung wird automatisch die Rezeptur neu berechnet und wenn erforderlich abgeändert, um ein Endprodukt zu erhalten, das in Geschmack, Textur und Aussehen immer gleich bleibt. Die Basisdaten der Rohstoffe beeinflussen also direkt das Rezept. Willkommener Nebeneffekt: Eine Rohstoffverwechslung ist ausgeschlossen. „Das System verifiziert, ob der zugeführte Rohstoff auch wirklich zum Auftrag gehört“, erläutert Werner Schöfberger, „tritt
ein Fehler auf, schlägt das System umgehend Alarm.

Möglichkeiten der Digitalisierung optimal nutzen

Um den Prozess nicht nur im Ablauf, sondern auch energetisch zu optimieren, nutzt Spitz auch das Energiemanagement von Siemens. Damit wird deutlich, wo wieviel Energie verbraucht wird und ob irgendwo beispielsweise Leckagen vorliegen. In Zukunft spielt für Spitz mit Blick auf die Digitalisierungsstrategie das Thema Condition Monitoring eine wichtige Rolle. Dabei überwachen Sensoren jeden einzelnen Motor hinsichtlich Temperatur, Akustik und Schwingungen. Der so ermittelte Motorzustand erleichtert die Planung von Wartungszyklen und sichert die hohe Verfügbarkeit der Maschinen.

1,3 Mio. Produkte auf rund 2.000 Paletten verlassen täglich das Lebensmittelwerk von Spitz. (Bildquelle: Spitz)
Bei den insgesamt 30 Prozesslinien und 35 Abfüll- und Verpackungsanlagen kommt es in der Spitz-Produktion zu häufigen Produktwechseln. Um dennoch effizient und wirtschaftlich produzieren zu können, setzt Spitz auf Digitalisierungs-Technik von Siemens. (Bildquelle: Spitz)
Auftragsabarbeitung direkt am Produktionsfloor von Spitz. (Bildquelle: Spitz)
Manufacturing Execution System-Lösungen mit Simatic IT Production Suite V7.0 und Simatic IT Reporting Framework V7.0. von Siemens. Die Software-Lösung steuert Produktion und Fertigungssysteme, stimmt die Fertigungsprozesse auf die Lieferkette ab und schließt die Lücke zwischen betriebswirtschaftlichen Systemen und Prozessleitsystemen.


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