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Mobile Lösungen: Vorsprung durch Flexibilität

: Wonderware


Anlagen und Maschinen sind das Fundament eines jeden Industrieunternehmens. Gleichzeitig werden sie in Aufbau und Technologie immer komplexer. Zudem müssen sie möglichst unterbrechungsfrei verfügbar sein, um teure Ausfallzeiten zu vermeiden und eine gleich bleibende Produktionsqualität sicherzustellen. An diesem Punkt kommen mobile Lösungen ins Spiel, denn sie unterstützen die Mitarbeiter von Instandhaltung und Service und ermöglichen so flexible Problemlösungen.

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Über Handhelds, tragbare PCs, PDAs oder Smartphones sowie der dazugehörigen Software stellen Mobile Lösungen dem Servicetechniker vor Ort alle nötigen Informationen zur Verfügung. Das können z. B. Reparaturhinweise, Konstruktionspläne, Ersatzteillisten oder Maschinenspezifikationen sein.

Über Handhelds, tragbare PCs, PDAs oder Smartphones sowie der dazugehörigen...

Anlagenausfälle können die Produktion eines Unternehmens im schlimmsten Fall komplett zum Stillstand bringen und damit enorme Verluste verursachen. Handelt es sich um Maschinen, die nach dem Start eine gewisse Anlaufzeit benötigen, können diese Ausfallzeiten sogar weitaus höher liegen als die benötigte Reparaturdauer. Um dies zu vermeiden sind richtige Wartung und Flexibilität der Instandhaltungsmitarbeiter von größter Bedeutung. Kamen Instandhaltung und mobile Servicetechniker bisher in den meisten Fällen erst bei Problemen oder Ausfällen zum Einsatz, geht der Trend heute eindeutig in Richtung zustandbasierter Überwachungs- und Wartungssysteme – Stichworte Condition Based Monitoring und Condition Based Maintenance. Mit routinemäßigen Überprüfungen, beispielsweise nach einer bestimmten Zeitdauer oder Laufzeit der Anlage, lassen sich potentielle Problemquellen oft schon vor dem Auftreten ausschalten. Dafür, und für den Fall, dass es doch einmal zu einem Ausfall kommt, ist es wichtig, dass dem Servicetechniker vor Ort alle nötigen Informationen zur Behebung des Problems zur Verfügung stehen. Auch wenn die Ursache eines Ausfalls von der Zentrale aus grob beziffert werden könnte, ist in den meisten Fällen erst an Ort und Stelle genau feststellbar, welche Vorgehensweise das Problem am einfachsten und schnellsten beheben würde.

An diesem Punkt kommen mobile Lösungen ins Spiel: Über Handhelds, tragbare PCs, PDAs oder Smartphones sowie der dazugehörigen Software stellen sie dem Servicetechniker vor Ort alle nötigen Informationen zur Verfügung. Das können beispielsweise Reparaturhinweise, Konstruktionspläne, Ersatzteillisten oder Maschinenspezifikationen sein. Ebenso flexibel können Daten auf dem umgekehrten Wege zurück in die Zentrale gesendet und direkt in ein Instandhaltungssystem wie beispielsweise IBM Maximo oder SAP PM übertragen
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werden. Von dort aus lassen sich automatisch Nachbestellungen oder Rechnungen auslösen. Für ein Unternehmen bedeutet das Zeit- und Kosteneinsparungen, und für die Kunden bleibt so mehr Betreuungszeit.

Gut geplant ist halb gewonnen

Den größten Nutzen bringen mobile Lösungen, wenn ihre Einführung sorgfältig geplant wurde. Im Vorfeld der Implementierung sollten deshalb immer zuerst die individuellen Anforderungen und Ziele definiert werden. Dieser Schritt ist wichtig, denn der Markt für mobile Lösungen ist groß und bietet Produkte für fast jeden Bereich. Das macht sich beispielsweise bei der Auswahl der passenden Hardware bemerkbar: Je nach Einsatzgebiet sollten die mobilen Geräte resistent gegen Feuchtigkeit oder Schmutz sein. Ein weiteres Auswahlkriterium ist das Maß an Kompatibilität, das die neue Lösung bietet. Sie sollte sich unbedingt in die bestehende IT-Infrastruktur des Unternehmens einbinden lassen. Sonst drohen hohe Folgekosten für individuelle Anpassungen oder sogar der komplette Austausch von Teilsystemen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Akzeptanz vonseiten der Anwender: Die Lösung soll bedienerfreundlich und leicht zu handhaben sein. Statt Textfeldern, in die Informationen manuell eingetippt werden müssen, bieten sich zum Beispiel vorinstallierte Picklisten an, aus denen der Anwender mit einem Klick seine Auswahl treffen kann. Im Einsatz sollte die Software zudem eine einfache Analyse der Daten ermöglichen. Trenddarstellungen können beispielsweise ein nützliches Tool sein, mit dem sich der Zustand von Anlagen
beobachten oder wachsender Verbrauch feststellen lässt.

Mobil und flexibel

Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz mobiler Lösungen ist Chevron, weltweit einer der größten Ölkonzerne. Das Unternehmen gehört mit mehr als 2,7 Millionen Barrel Öl pro Tag zu den größten Energieunternehmen und ist in mehr als 100 Ländern und in jedem Bereich aktiv, der sich mit Öl und Gas beschäftigt – einschließlich Exploration und Produktion, Raffination, Vermarktung und Transport, chemische Herstellung und Vertrieb, Erdwärme und Stromerzeugung. Um diese Position zu halten war Chevron auf der Suche nach weiteren Effizienzverbesserungen, um die Leistung und Zuverlässigkeit seiner Raffinerien zu erhöhen, Wartungskosten zu reduzieren und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu vereinfachen. Chevron entschied sich deshalb dafür, die „letzte Meile“ der Anlagen zu automatisieren, so dass Außenarbeiter ihre Daten digital eingeben und direkt in die zentralen Datenbanken übertragen können. Heute verwendet der Konzern Windows Mobile-Geräte mit Microsoft-Software und die Wonderware IntelaTrac Field Automation Software, um die Raffinerie-Prozesse zu standardisieren und den Außendienstarbeitern Entscheidungshilfen zu bieten. Wenn die Mitarbeiter heute ihre täglichen Rundgänge starten, nutzen sie nun die IntelaTrac-Einheit anstelle von Klemmbrett und Bleistift. Während sie die Anlagen überprüfen, geben sie die entsprechenden Daten parallel in das Gerät ein, von wo sie in die Process Historian-Systeme übertragen werden. Die Daten können so mit den Echtzeitdaten der Kontrollsysteme verknüpft und von den Anlagenverantwortlichen und Ingenieuren eingesehen werden. Bei Problemen sind sie in der Lage, zusammen die entsprechenden Abhilfemaßnahmen einzuleiten. Beispielsweise können Mitarbeiter in den Kontrollräumen die Außenmitarbeiter um Vor-Ort-Diagnosen bitten, und Außenmitarbeiter wiederum können mit Wartungsmitarbeitern sprechen, um genaue Angaben zu bekommen. So treten bei Chevron insgesamt auch weniger Anlagenfehler auf. Dies führt zu einer höheren
Verfügbarkeit der Anlagen und des Raffinerie-Durchsatzes. Zwischen drei und fünf Millionen US-Dollar spart Chevron so jährlich ein.

Produktionsunternehmen, die kabellose Infrastrukturen und industriespezifische mobile Geräte einsetzen, verfügen insgesamt über genauere Echtzeitdaten und können so bessere Entscheidungen fällen. Auch die Produktivität aller Mitarbeiter ist höher und ermöglicht einen schnelleren Return-on-Investment (ROI). Chevron nutzt diese Möglichkeiten bereits erfolgreich. Zukünftig werden immer mehr Unternehmen auf mobile Lösungen setzen, um flexibel und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Über Handhelds, tragbare PCs, PDAs oder Smartphones sowie der dazugehörigen Software stellen Mobile Lösungen dem Servicetechniker vor Ort alle nötigen Informationen zur Verfügung. Das können z. B. Reparaturhinweise, Konstruktionspläne, Ersatzteillisten oder Maschinenspezifikationen sein.



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Tools und Software, Produktionsstrategien

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