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Mit entsprechender Verkabelung hoch hinaus

: Lapp Austria


Windräder in Kombination mit Pumpspeichertechnik: Mit der Wasserbatterie setzt der Baukonzern Max Bögl Maßstäbe für die Energiewende. In Gaildorf bei Stuttgart stehen die höchsten Windenergieanlagen der Welt. Verkabelt wurden diese Megabauten von Lapp.

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Ein spektakulärer Anblick: Ein riesiger Turm mit einem Kran, der scheinbar frei in über hundert Metern Höhe schwebt und beinahe in den Wolken über den Limpurger Bergen verschwindet.

Ein spektakulärer Anblick: Ein riesiger Turm mit einem Kran, der scheinbar...

Ein spektakulärer Anblick: Ein riesiger Turm mit einem Kran, der scheinbar frei in über 100 m Höhe schwebt und beinahe in den Wolken über den Limpurger Bergen verschwindet. Wenn es einen perfekten Standort für ein Windrad gibt, dann hier. Schon bald wird der Riesenturm mit einer Gondel und drei Rotorblättern gekrönt. Diese wandeln die Kraft des Windes in 3,4 Megawatt (MW) elektrische Leistung um. Mehr als zehn Gigawattstunden (GWh) Energie pro Jahr soll das Windrad ernten und so etwa 2.500 Vier-Personen-Haushalte versorgen. Die anderen drei Windräder, die in Abständen von wenigen 100 m wie Spaliere auf dem Berg stehen und nur wenige Meter niedriger sind, sind baugleich und liefern die gleiche Leistung und Energie.

Rekordverdächtig

Die Anlage in Gaildorf nahe Schwäbisch Hall ist ein ambitionierter Beitrag zur Energiewende. Sie stellt gleich mehrere Rekorde auf: Das höchste der vier Windräder ist gleichzeitig auch das derzeit höchste der Welt, seine Nabe liegt auf 178 m, die Spitze des Rotors reicht bis in 246,5 m Höhe, dank des Hybridturms aus Beton (unten) und Stahl (oben). Jeder Meter zählt, denn das steigert den Energieertrag.

Errichtet wurden die Türme mit dem höchsten Mobilkran der Welt – eine planerische und logistische Meisterleistung des Bauherrn, der Max Bögl Wind AG in Neumarkt in der Oberpfalz. Das Unternehmen errichtet die Anlage und betreibt sie außerdem – auch das ist ein Novum in der Windkraftbranche.

Selbst der Laie erkennt, dass an den riesigen Türmen etwas anders ist. Der untere
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Lapp lieferte die Kabel für den Turm. Die genauen Spezifikationen wie Abmessungen, Temperatur-, Torsions-, Witterungsbeständigkeit und vieles mehr wurden von GE vorgegeben.

Lapp lieferte die Kabel für den Turm. Die genauen Spezifikationen wie Abmessungen,...

Teil hat einen deutlich größeren Durchmesser als der obere Teil des Turms und steht in einem riesigen, runden Becken. Bei überschüssigem Windstrom oder Strom im Netz wird mit dieser elektrischen Energie Wasser in die Höhe und in diese beiden Behälter gepumpt. Wird Strom im Netz knapp, fällt das Wasser 200 m tief ins Tal und treibt drei Turbinen von Voith an.

Das Prinzip des Pumpspeicherkraftwerks ist fast 100 Jahre alt. Neu ist hier, dass eine Anlage zur Erzeugung erneuerbarer Energie und ein Pumpspeicher an einem Ort, ja sogar im selben Bauwerk untergebracht sind. In den Sockel des Windrads – das Aktivbecken – passen jeweils 7.100 m³ Wasser, und mit seinen 40 m liefert er willkommene Extrahöhenmeter. In das große Außenbecken, Passivbecken genannt, passen noch einmal 43.000 m³.

Für jedes Kabel gab es genaue Vorgaben

Die Kombination aus Windenergie und Pumpspeichertechnik bei diesem Projekt ist komplex und herausfordernd. GE Renewable Energy liefert die vier Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von jeweils 3,4 MW. Das Unternehmen stellt hohe Ansprüche an die elektrische Ausrüstung, auch an die Kabel in der Gondel und im Turm.

Lapp hat schon in anderen Anlagen von GE Kabel für die Gondeln zugeliefert und ist als Lieferant gelistet. Das Unternehmen wurde daher von Max Bögl in Gaildorf als Lieferant für die Kabel im Turm angefragt. „Wir bekommen von GE ein Lastenheft, in dem für jedes Kabel genau die Spezifikationen wie Abmessungen, Temperatur-, Torsions-, Witterungsbeständigkeit und vieles
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100 u. a. mit Mittelspannungskabeln bestückte Kabeltrommeln wurden bei diesem Vorzeigeprojekt benötigt.

100 u. a. mit Mittelspannungskabeln bestückte Kabeltrommeln wurden bei diesem...

mehr gelistet sind“, sagt Andreas Müller, bei Lapp zuständig für die Windkraftbranche.

Der Bedarf an Speicherlösungen zur dezentralen Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien ist groß. „Wir sind stolz, den Ansprüchen von Max Bögl zu entsprechen“, sagt Michael Bodemer, Vertriebsleiter Projektgeschäft Deutschland bei Lapp. „Hier geht es um technisch anspruchsvolle Kabel und Leitungen, gepaart mit einem sehr hohen Serviceanspruch in Bezug auf Schnitte, Beschriftungen, Etiketten und speziellen Kabeltrommeln. Nur wer hier ein Rundum-Sorglos-Paket bieten kann, kommt überhaupt in die engere Auswahl“, ergänzt er.

Weitere Projekte warten

Erzeugung und Speicherung am selben Ort ist ein Trend: „Mit der Wasserbatterie und den Hybridtürmen machen wir die Windkraft als Energiequelle noch attraktiver und effizienter und stellen gleichzeitig neue Rekorde auf“, sagt Josef Knitl, Vorstand der Max Bögl Wind AG.

Der Naturstromspeicher in Gaildorf treibt das Konzept auf die Spitze. Die drei Turbinen im Tal leisten 16 MW und die Kapazität des Speichers beträgt 70 MWh. Bis zu fünf Stunden Flaute lassen sich damit ausgleichen, aber auch kürzere Diskrepanzen zwischen Erzeugung und Nachfrage im Netz. Das Umschalten vom Einspeisen ins Netz auf Speichern oder retour dauert nur 30 Sekunden. Das erhöht die Flexibilität und sichert zusätzliche Einnahmequellen, denn die Anlage kann gut bezahlte, sogenannte Netzdienstleistungen, anbieten, um Instabilitäten wie Änderungen der Netzfrequenz auszugleichen oder Blindleistung
bereitzustellen. Grund genug für Max Bögl, dieses Konzept in Zukunft weltweit zu vermarkten.

Lapp ist aber auch bei anderen Projekten von Max Bögl – und zwar überall auf der Welt – im Rennen. Für Lapp ist das eine willkommene Herausforderung, denn das Unternehmen kann die erforderlichen Kabel entweder in Deutschland oder in anderen Werken in Europa fertigen, oder z. B. mit einem Kompetenzzentrum in Singapur und Fertigungsstandorten in China, Indien und Korea punkten. „Auch auf dem asiatischen Kontinent haben wir genügend Know-how, um große Aufträge für Windkraftanlagen in bester Qualität beliefern zu können“, betont Andreas Müller abschließend.



Ein spektakulärer Anblick: Ein riesiger Turm mit einem Kran, der scheinbar frei in über hundert Metern Höhe schwebt und beinahe in den Wolken über den Limpurger Bergen verschwindet.
Lapp lieferte die Kabel für den Turm. Die genauen Spezifikationen wie Abmessungen, Temperatur-, Torsions-, Witterungsbeständigkeit und vieles mehr wurden von GE vorgegeben.
100 u. a. mit Mittelspannungskabeln bestückte Kabeltrommeln wurden bei diesem Vorzeigeprojekt benötigt.
Im Inneren des Turms wurden die Kabel von Industriekletterern an Seilen hängend hochgezogen.
Andreas Müller, bei Lapp zuständig für die Windkraftbranche fotografiert die riesige Windkraftanlage, die in Gaildorf bei Stuttgart steht.


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Stromversorgungen, Kabel und Leitungen

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