Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


Maximale Konnektivität an Bord

: T&G Automation


Die Kormann Rockster Recycler GmbH zählt bereits seit Jahren zu den technologischen Vorreitern bei mobilen Brech- und Siebanlagen. Dies äußert sich u. a. darin, dass man auf vollhydraulische, leistungsstarke, aber dennoch ohne Sondergenehmigung transportierbare Maschinen setzt, die dank des patentierten Duplex-Systems sehr einfach von einem Prall- auf einen Backenbrecher bzw. vice versa umrüstbar sind. In Kürze werden auf der „Bauma“, der Weltleitmesse für Baumaschinen, weitere bedienerfreundliche Highlights präsentiert. Diese wurden mithilfe von T&G umgesetzt. Von Sandra Winter, x-technik

/xtredimg/2018/Automation/Ausgabe227/17716/web/R1100DS_Binet-Travaux-Publics_08.jpg
Egal ob Schotter, Natursteine, Granit, Kalkstein, Asphalt, Beton oder Bauschutt – die mobilen Recycling-Anlagen von Rockster nehmen es mit den unterschiedlichsten Materialien auf.

Egal ob Schotter, Natursteine, Granit, Kalkstein, Asphalt, Beton oder Bauschutt...

Was kaum jemand ahnt: Mehr als die Hälfte des weltweiten Gesamt-Abfallaufkommens geht auf das Konto von Baurestmassen wie Straßenaufbruch, Bodenaushub oder Bauschutt zurück. Die Deponiermöglichkeiten für solche Stoffe werden aber immer weniger, weshalb vor allem bei öffentlichen Ausschreibungen zunehmend eine Vor-Ort-Verarbeitung vorgeschrieben wird. Eine Entwicklung, die für Wolfgang Kormann bereits im Jahre 2004 absehbar war: Deshalb gründete er ein Unternehmen, das sich auf Brechen, Zerkleinern und Wiederverwerten unter anderem von Baurestmassen spezialisierte.

Mittlerweile liefert die Kormann Rockster Recycler GmbH über 50 mobile Brechanlagen pro Jahr aus. Die Exportquote beträgt ca. 95 %. „Rockster ist bekannt für sehr einfach zu betreibende vollhydraulische Recycling-Anlagen, die universell einsatzbar sind. Egal ob Schotter, Natursteine, Granit, Kalkstein, Asphalt, Beton oder Bauschutt – unsere Maschinen nehmen es mit den unterschiedlichsten Materialien auf und punkten mit einer hohen Durchsatzleistung bei erstklassigen Brech- und Siebergebnissen“, erklärt Karl Nenning, der in der IT-Abteilung des Unternehmens tätig ist. Er hatte in den letzten Monaten alle Hände voll zu tun: Schließlich war vor der nächsten Bauma (8. bis 14. April 2019 in München) eine „stimmige“ Cloud-Lösung auf die Beine zu stellen.

Ein Gerät, zahlreiche Anschlussmöglichkeiten

Die ersten Vorgespräche fanden auf der Linzer SMART Automation vor zwei Jahren statt: „Wir diskutierten das Thema Cloud-Anbindung und wollten diese eigentlich mit der vorhandenen Geräte-Basis über einen Field Agent realisieren“, erinnert sich T&G-Geschäftsführer Harald Taschek. Mit der Darstellung dessen, was technologisch alles machbar wäre, bekam Rockster
/xtredimg/2018/Automation/Ausgabe227/17716/web/eX700_Bild.jpg
Die Exor-Geräte haben es in sich: Sie sind SPS, HMI und Edge Controller in einem. Darüber hinaus befinden sich bei Bedarf unterschiedlichste Sensoren, ein Modem, Predix oder sogar eine Kamera mit an Bord.

Die Exor-Geräte haben es in sich: Sie sind SPS, HMI und Edge Controller in...

allerdings Lust auf mehr. „Wir sind mit unseren Produkten immer wieder Vorreiter am Markt – wir waren dies mit unserem verschleißarmen Design, mit dem Duplex-System und mit unserem Parallel-Hybrid-Brecher, jetzt streben wir mit tatkräftiger Unterstützung von T&G eine führende Rolle beim Thema Services an“, verrät Karl Nenning. „Wir wollen mehr Echtzeit-Transparenz darüber, was im laufenden Betrieb unserer Anlagen vor sich geht“, ergänzt er.

Damit der Mann draußen bei der Maschine den aktuellen Füllstand seines Dieseltanks, gegebenenfalls auch via Smartphone oder Tablet, im Auge behalten kann. Damit ein Recycling-Unternehmen, das mehrere mobile Prall- bzw. Backenbrecher betreibt aus der Ferne mitverfolgen kann, wie sich die einzelnen Einsätze im Detail gestalten. Und damit die Servicetechniker der Firma Rockster sofort im Bilde sind, was Sache ist, wenn ein Kunde „um Hilfe“ ruft. „Sie wollten einen sicheren Fernzugriff auf die Maschine und 1:1 das Gleiche sehen wie der Bediener vor Ort“, beschreibt Harald Taschek die Anforderungen der Service-Abteilung.

„Wir können unseren Kunden nun viel punktgenauer, schneller und besser helfen“, freut sich Karl Nenning über die zusätzlichen Möglichkeiten, die mit den von T&G empfohlenen Exor-Touchpanels in die jüngste Rockster-Generation Einzug hielten. „Früher mussten wir die Verwaltung der Maschinendaten auf mehrere Geräte aufteilen, jetzt ist alles zentralisiert. Die komplette Logik sitzt in den Controllern“, fügt er erklärend hinzu.

„Die Exor-Geräte haben es wirklich in sich. Über 100 verschiedene Kommunikationsprotokolle, drei Ethernet-Ports und die Anschlussmöglichkeit an alle gängigen Bussysteme – inklusive TSN – ist eine umfassende Konnektivität ins Feld gewährleistet.
/xtredimg/2018/Automation/Ausgabe227/17716/web/Screen_OEM_Basic.jpg
Neu gewonnene Echtzeit-Transparenz: Mit der T&G-Lösung lassen sich die wichtigsten Betriebsdaten mobiler Arbeitsmaschinen auch aus der Ferne im Auge behalten.

Neu gewonnene Echtzeit-Transparenz: Mit der T&G-Lösung lassen sich die wichtigsten...

Darüber hinaus befinden sich bei Bedarf unterschiedlichste Sensoren, ein Modem, Predix oder künftig sogar eine Kamera mit an Bord“, zählt der T&G-Geschäftsführer einige, aber längst noch nicht alle Produkt-Features auf. In den Rockster-Maschinen erfolgt der Informationsaustauch zwischen der im Controller inkludierten Steuerungsplattform und den angeschlossenen I/Os über CANopen. Für die Übermittlung der Motordrehzahl wird das Netzwerkprotokoll SAE J1939 genutzt. Ein Garmin GPS-Sensor wurde über eine serielle Schnittstelle angebunden. Das bedeutet: Die aktuellen Aufenthaltsorte der mobilen Brechanlagen sind über Google Maps darstellbar. „Uns war vor allem die CAN-Bus-Funktionalität wichtig und, dass wir eine Mobilfunkverbindung zu unseren Arbeitsmaschinen herstellen können“, verrät Karl Nenning.

SPS, HMI und Edge Controller in einem

Möglichst viel Funktionalität abgedeckt durch eine hochintegrierte, jederzeit erweiterbare und an unterschiedlichste Systeme andockbare Cloud-Lösung – das war es, was sich Rockster Recycler wünschte, um bestmöglich für die Kundenbedürfnisse der Zukunft aufgestellt zu sein. „Das Angebot von T&G war für uns das Stimmigste. Die Einfachheit dieses Konzepts, also ein Gerät für alles, überzeugte und auch bei Predix sehen wir uns sehr gut aufgehoben, weil das eine ausgereifte Lösung ist, bei der auch der Sicherheitsaspekt passt. All das Know-how, das in dieser cloudbasierten IoT-Plattform für industrielle Industrie 4.0-Anwendungen steckt, könnten wir niemals selbst aufbauen – das wäre für uns als kleinen Hersteller weder leistbar noch ressourcenmäßig schaffbar“, sagt der IT-Verantwortliche der Firma Rockster. Jetzt kann er sich ohne größeres aktives Zutun darauf verlassen, dass sämtliche
Fernwartungskanäle sowie Datenübertragungen „sicher“ sind.

„Sowohl der Haupt-Controller, der bei Rockster SPS, HMI und Edge Controller in einem ist, als auch die Predix-Plattform sind secure designt und aufgebaut. Über die Corvina Cloud, dem zentralen Verwaltungstool für Exor-Geräte wird ein sicherer Kanal zu den mobilen Brechanlagen aufgemacht. Da kann dann über JMobile Studio bzw. über den JMobile Client die Bedienoberfläche des HMIs adaptiert, das Codesys-Programm engineert oder die Maschine fernüberwacht werden“, beschreibt Harald Taschek. Die Informationsweitergabe an die Predix-Cloud erfolgt im Minutentakt. Rund 20 Variablen werden derzeit für weiterführende Analysen „nach oben“ kommuniziert – darunter vor allem „normale“ Betriebsdaten wie Drehzahlen, Drücke, Gewichte, Tank-Füllstände und einiges andere mehr. Denn ein kontinuierlich steigender Dieselverbrauch könnte beispielsweise einen wertvollen Hinweis darauf liefern, dass sich irgendwo ein Problem anbahnt. Welche Daten für eine Weiterverarbeitung in der Cloud bestimmt sind, wird im Edge Controller, sprich ebenfalls im Exor-Gerät, konfiguriert.

Offen für die Anforderungen von morgen

Zu Beginn will Rockster die T&G-Lösung vor allem für ein treffsicheres Troubleshooting aus der Ferne und für eine prompte Erfüllung von Sonderwünschen nutzen. „Maßgeschneiderte Software-Updates sind jetzt sehr einfach umsetzbar. Wir können die erbetenen Anpassungen hier bei uns programmieren, testen und über die Predix-Cloud auf einem geprüft sicheren Datenübertragungsweg zur Verfügung stellen“, erklärt der IT-Fachmann. Dasselbe gilt für die Übermittlung etwaig notwendig gewordener Patches.

Harald Taschek wiederum schweben noch ganz andere Vorteile eines intelligent vernetzten mobilen Maschinenparks vor – angefangen von Anlagen, die sich selbst melden, sobald das nächste Service fällig ist und der Kunde dann vollautomatisch ein entsprechendes Ersatzteil-Angebot zugemailt bekommt, über neue Geschäftsmodelle, bei denen nicht mehr nach Tagesmieten sondern nach recycelten Tonnagen abgerechnet wird bis hin zu aufschlussreichen
Analysen, bei denen man beispielsweise den Diesel-Verbrauch oder den Verschleiß bei gewissen zu verarbeitenden Materialien bis ins letzte Detail unter die Lupe nimmt. „Mit der T&G-Lösung sind wir auf jeden Fall in alle Richtungen offen. Wir können uns also noch zahlreiche Besonderheiten einfallen lassen, damit wir auch in Zukunft technologischer Vorreiter bei mobilen Brechanlagen bleiben“, freut sich Karl Nenning abschließend.

Egal ob Schotter, Natursteine, Granit, Kalkstein, Asphalt, Beton oder Bauschutt – die mobilen Recycling-Anlagen von Rockster nehmen es mit den unterschiedlichsten Materialien auf.
Die Exor-Geräte haben es in sich: Sie sind SPS, HMI und Edge Controller in einem. Darüber hinaus befinden sich bei Bedarf unterschiedlichste Sensoren, ein Modem, Predix oder sogar eine Kamera mit an Bord.
Neu gewonnene Echtzeit-Transparenz: Mit der T&G-Lösung lassen sich die wichtigsten Betriebsdaten mobiler Arbeitsmaschinen auch aus der Ferne im Auge behalten.



Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgenden Kategorien:
Ind Kommunikation, Industrie 4.0, Automation aus der Cloud

Special Automation aus der Cloud

cloud.JPG Immer mehr Teile der industriellen Automatisierung sollen in die Cloud verlegt werden. Nicht nur die in rapide steigenden Mengen generierten Daten, sondern neben Auswerte-, Überwachungs- und Kontrollmechanismen auch Steuerungs-, Regelungs- und sogar Safety-Algorithmen. Wozu eigentlich? Was lässt sich vernünftig in die Cloud verlegen? Was sollte man dabei beachten? Und was ist das überhaupt, die Cloud?
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2019/Automation/Ausgabe270/17877/web/IMG_2058.jpg„SEW-Spirit“ für die Kunden
Für das vierköpfige Management-Team des Wiener Drive Technology Centers von SEW-Eurodrive ist 2019 ein ganz besonderes Jahr: Die rot-weiß-rote Niederlassung des Bruchsaler Antriebstechnikspezialisten feiert heuer ihr 50-jähriges Bestehen. Im Gespräch mit x-technik AUTOMATION verrieten Geschäftsführer DI (FH) Oliver Beschkowitz, Produktionsleiter Ing. Leopold Praschl, Finanzleiter Herbert Gosch sowie Vertriebsleiter Ing. Thomas Wiederer, was das Besondere an SEW ist und warum sie bei ihren Mitarbeitern so weit wie möglich auf einen gezielten Mix aus Jung und Alt setzen. Das Gespräch führte Sandra Winter, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren