Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


Experts in Man and Machine

: Stäubli


Wo immer Geschwindigkeit, Präzision und Zuverlässigkeit entscheidend sind, bietet Stäubli als einer der führenden Roboterhersteller seinen weltweiten Kunden zuverlässige und intelligente Automatisierungslösungen. Was Stäubli zu einem unverzichtbaren Partner bei der Entwicklung von State-of-the-Art-Lösungen in der Robotik macht, verrät uns Peter Pühringer, Geschäftsführer von Stäubli Robotics Bayreuth. Das Gespräch führte Ing. Norbert Novotny, x-technik

/xtredimg/2020/Automation/Ausgabe302/21105/web/3D_TX2-140_profil_JPG.jpg
Die neuen Modelle TX2-140 und TX2-160 komplettieren die TX2-Generation von Stäubli.

Die neuen Modelle TX2-140 und TX2-160 komplettieren die TX2-Generation von Stäubli.

Welche neuen Robotertypen können Sie präsentieren und was sind ihre Stärken?

Wir haben sowohl bei den Vier- sowie bei den Sechsachsern interessante Neuigkeiten. Lassen Sie uns zunächst einen Blick auf die Modelle TX2-140 und TX2-160 werfen, die die TX2-Generation komplettieren. Mit ihrer steifen Struktur und ihrem Hygienedesign sind sie erste Wahl für eine ganze Reihe von Applikationen unter Umgebungsbedingungen von rau bis steril.

Genau genommen handelt es sich um drei neue Modelle, denn der TX2-160 ist unter der Bezeichnung TX2-160L auch in einer Ausführung mit langem Arm erhältlich, was ihm eine Reichweite von 2.010 mm beschert, während die Standardversion 1.710 mm weit greifen kann. Beim TX2-140 liegt die Reichweite immer noch bei beachtlichen 1.510 mm. Die maximale Traglast beträgt beim TX2-140/160 jeweils 30 kg, bei der Langarmversion reduziert sich dieser Wert auf 20 kg. Damit schließt Stäubli die Lücke zwischen dem kompakten TX2-90 und dem großen TX2-200.

Die Wiederholgenauigkeit liegt bei allen drei Maschinen bei +/- 0,05 mm. In Kombination mit ihren vorbildlichen Dynamikwerten – maximale Geschwindigkeit von 1.500°/s in Achse 5 – lassen sich kürzeste Zykluszeiten realisieren.

Das hört sich vielversprechend an. Und wie sieht es mit Neuheiten bei den Scaras aus?

Unsere neue Scara-Generation TS2 und hier nicht zuletzt das Topmodell TS2-100 mit Arbeitsradius
/xtredimg/2020/Automation/Ausgabe302/21105/web/3D-TS2-100-standard-floor-profile_JPG.jpg
Die neue Scara-Generation TS2 verfügt erstmals über die JCS-Antriebstechnik, die bereits bei den Sechsachsern Maßstäbe setzt.

Die neue Scara-Generation TS2 verfügt erstmals über die JCS-Antriebstechnik,...

von 1.000 mm konnten Anwender in aller Welt überzeugen. Die Vierachser sind modular aufgebaut und verfügen erstmals über die JCS-Antriebstechnik, die bereits bei den Sechsachsern Maßstäbe setzt. Diese Technologie ist der Schlüssel für den enormen Performancezugewinn der TS2-Vierachser und ermöglicht dank Hohlwellentechnologie ein einzigartiges Reinraumdesign, bei dem außenliegende Leitungen der Vergangenheit angehören. Zudem sind die neuen Scaras erheblich kompakter und kommen mit einem deutlich geringeren Raumbedarf aus als die Vorgängerbaureihe.

Ganz neu im Programm sind jetzt zwei Sonderausführungen: die spritzwassergeschützten HE-Modelle sowie die Stericlean-Varianten. Diese Modelle qualifizieren die neuen Roboter perfekt für Einsätze in sensiblen Umgebungen wie etwa der Food-, Life Science- und Photovoltaik-Industrie.

Inwieweit begleitet Stäubli seine Kunden beim digitalen Transfer? Welche smarten Lösungen bieten Sie, um die Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich zu meistern?

Wir tun alles für unsere Kunden, um ihnen den Einstieg in die digitale Welt so einfach wie möglich zu machen. Zu unserem Kundenkreis zählen gleichzeitig aber auch Pioniere im Bereich Industrie 4.0, die höchste Anforderungen an uns als Roboterhersteller stellen. Demnach bieten wir ganzheitliche Lösungen für die digitale Fabrik, die hochperformante Vier- und Sechsachser ebenso beinhalten wie Mobilrobotersysteme und PowerCobots.

Mit der Entwicklung unserer Scara-Modellreihe TS2 und der Sechsachsroboter-Baureihe
/xtredimg/2020/Automation/Ausgabe302/21105/web/DSC_1110_bearbeitet.jpg
Peter Pühringer, Geschäftsführer von Stäubli Robotics Bayreuth

Peter Pühringer, Geschäftsführer von Stäubli Robotics Bayreuth

TX2 stellten wir die Weichen konsequent in Richtung digital vernetzte Produktion. Die Maschinendaten der Roboter werden permanent erfasst und können über OPC UA übergeordneten Leitsystemen zur Verfügung gestellt werden.

Wir erfassen bei einem TX2-Sechsachser permanent rund 2.000 Daten, darunter Betriebstemperaturen in jeder Achse, Geschwindigkeits- und Beschleunigungswerte, auftretende Momente und vieles mehr. Mit dem Stäubli Tool Optimize Lab oder mit einem übergeordneten Produktionssystem kann sich der Anwender jederzeit einen Überblick über das Belastungsprofil seiner Roboter sowie deren einzelner Achsen verschaffen. So lassen sich Überbelastungen durch Beseitigung von Störgrößen vermeiden, ehe es zu einem Schadensfall kommt. Natürlich können die Daten neben der Performanceüberwachung auch für besonders wirtschaftliche Predictive Maintenance-Konzepte herangezogen werden.

Aufgrund der aktuellen Situation rückt die Medizintechnik- und Pharmaindustrie in den Fokus. Welche Stärken haben Stäubli-Roboter speziell für diese Branchen?

Stäubli Robotics zählt zu den Pionieren, wenn es um Automatisierung in der Medizin- und Pharmaindustrie geht. Bereits Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre fanden die weltweit ersten Operationen an Menschen mit Stäubli-Robotern statt. In den Vier- und Sechsachsrobotern der neuen TS2- und TX2-Baureihen schlägt sich diese Erfahrung nieder. Diese Roboter zeichnen sich durch überragende Präzision und Reinraumtauglichkeit aus. In der Stericlean-Ausführung können die Sechsachser selbst unter aseptischen Umgebungen arbeiten.

Das konsequent auf Reinraumtauglichkeit getrimmte Design
/xtredimg/2020/Automation/Ausgabe302/21105/web/WardAutomation_IR_PR_P1001581.jpg
Mit der Sechsachsroboter-Baureihe TX2 wurden die Weichen konsequent in Richtung digital vernetzte Produktion gestellt. Die Maschinendaten der Roboter werden permanent erfasst und können über OPC UA übergeordneten Leitsystemen zur Verfügung gestellt werden.

Mit der Sechsachsroboter-Baureihe TX2 wurden die Weichen konsequent in Richtung...

der Roboter sticht sofort ins Auge. Kein außenliegendes Kabel- und Schlauchpaket, stattdessen innenliegende Medien- und Versorgungsleitungen ohne Störkonturen, ein komplett abgedichtetes Gehäuse in Schutzart IP 65 (optional mit Überdruckeinheit IP 67), die Anschlüsse auf Wunsch vertikal unter dem Roboterfuß verborgen, Toträume konsequent vermieden – so geht Hygienedesign heute. Und eben deshalb sind unsere Roboter die Nummer 1, wenn es um Einsätze in Medizin und Pharma geht.

Stäubli ist auch Experte für Automatisierungslösungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Welche Roboter bieten Sie für diese anspruchsvollen Umgebungen?

Im Prinzip sind es die gleichen Eigenschaften, die unsere Roboter für Medizin- und Pharmaeinsätze prädestinieren, die auch im Food-Bereich die entscheidende Rolle spielen. Stäubli-Roboter gelten dank ihres wegweisenden Hygienedesigns und ihrer Wash-down-Fähigkeit als Maßstab in dieser sensiblen Branche. Mit dem Launch unserer neuen TS2-Scara-Baureihe verfügen nun alle Stäubli-Kinematiken über das totraumfreie Design, das unsere Roboter auch für Einsätze an offenen Lebensmitteln qualifiziert. Wählt der Anwender die Optionen HE und H1, also die Feuchtraumausführung in Kombination mit lebensmittelverträglichem Öl, kann er unsere Roboter für alle Arbeiten an unverpackten Lebensmitteln einsetzen, also vom Entbeinen von Fleisch bis hin zum Rindeabfräsen von Käselaiben.

In der HE-Ausführung überstehen die Roboter die intensiven Reinigungsprozeduren mit zum Teil aggressiven Medien in der Lebensmittelindustrie schadlos. Wie zuverlässig und präzise sowohl Scaras, FAST picker
/xtredimg/2020/Automation/Ausgabe302/21105/web/Zellwag2019_pharma_1211_Schweiz-1_bearb.jpg
Stäubli zählt zu den Pionieren, wenn es um Automatisierung in der Medizin- und Pharmaindustrie geht.

Stäubli zählt zu den Pionieren, wenn es um Automatisierung in der Medizin-...

als auch die Sechsachser zu Werke gehen, beweisen die Maschinen in Hunderten von Einsätzen rund um den Globus. Auch die enorme Dynamik unserer Roboter überzeugt immer mehr Anwender sowohl in der Primär- wie in der Sekundärverpackung. Dabei endet die Performance unseres FAST pickers TP80 erst bei über 200 Picks pro Minute.

Bei der zunehmend engeren Zusammenarbeit von Mensch und Roboter spielt das Thema Sicherheit eine ganz wesentliche Rolle. Welchen Weg geht Stäubli hier bei konventionellen Robotiklösungen, bei mobilen Robotersystemen oder MRK-Arbeitsplätzen?

Als einer der wenigen Hersteller in der Welt haben wir unsere Standardroboter für MRK-Einsätze qualifiziert. So zählen unsere Standard-Sechsachser heute zu den weltweit schnellsten Safebots. Mit den TX2- und TX2touch-Modellen lassen sich alle denkbaren Aufgabenstellungen erledigen, angefangen vom vollautomatischen Standardeinsatz über den Betrieb ohne Schutzzaun bis hin zur höchsten Stufe der Mensch-Roboter-Kollaboration, bei der Roboter und Werker gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten.

Um maximale Sicherheit zu gewährleisten, vertraut Stäubli auf eigenentwickelte Safety-Lösungen. So verfügen die Roboter über einen eigenen digitalen Sicherheitsencoder pro Achse und ein integriertes Safety-Board. Alle Sicherheitsfunktionen erfüllen die Anforderungen der Sicherheitskategorie SIL3-/PLe. Jede Bewegung des Roboters ist sensorisch überwacht. Für Einsätze, bei denen Mensch und Roboter Hand in Hand arbeiten, sind die TX2touch-Baureihen prädestiniert. Sie sind mit einer sensorischen Haut ausgerüstet und stoppen sofort bei Berührung mit dem Menschen. Mit den Funktionen
Safe Speed, Safe Stop, Safe Zone und Safe Tool lassen sich applikationsspezifisch wichtige Parameter wie Maximalgeschwindigkeiten, Sicherheitszonen etc. konfigurieren.

Mit dem mobilen Roboter HelMo setzt Stäubli Maßstäbe für das Miteinander von Mensch und Maschine. Das fahrbare, autonome Robotersystem mit TX2touch-Sechsachser ist nicht nur der perfekte Montageassistent, sondern kann auch Arbeitsplätze vernetzen. Dank modernster Laserscanner und Navigationstechnik steht die Sicherheit auch bei HelMo an oberster Stelle.

Gerade in Zeiten schwächelnder Investitionsbereitschaft ist die Produktionssicherheit besonders bei bereits bestehenden, in die Jahre gekommenen Roboteranlagen von großer Bedeutung. Welche Serviceleistungen bietet Stäubli in Sachen Wiederaufbereitung bzw. Modernisierung älterer Roboter und Komponenten, um diese an die aktuellen Produktions- und Sicherheitsanforderungen anzupassen?



Sie sprechen hier ein sehr wichtiges Thema an und gerade deshalb haben wir unser Servicecenter Bayreuth erheblich ausgebaut. Stäubli-Roboter stehen in der Praxis für weit überdurchschnittliche Zuverlässigkeit und Lebensdauer, sodass ein Refit erst zwischen 50.000 und 100.000 Betriebsstunden ansteht. Je nach Arbeitsaufwand nimmt eine solche Komplettüberholung bis zu 40 Arbeitsstunden in Anspruch. Dass sich die Sache dennoch rechnet, hat mehrere Gründe. Einer davon ist die Performance der überholten Roboter, die in vielen Fällen die ursprüngliche Leistungsfähigkeit durch den Einbau neuer, verbesserter Teile übertrifft.

Ein weiterer Aspekt pro Refit heißt Kompatibilität. Unsere Roboter arbeiten oft viele Jahre in bewährten Produktionslinien. Fällt ein nicht mehr lieferbarer
Roboter aus, steht die komplette Linie. Hier bietet die Generalüberholung der Roboter die einzige Möglichkeit, mit vorhandenen Produktionsmitteln weiter zu arbeiten und den Anwender vor immensen Investitionen zu schützen.

Aber neben der reinen Wirtschaftlichkeit spielt ein weiteres Kriterium eine wichtige Rolle: die Nachhaltigkeit. Immer mehr Unternehmen achten gerade im Produktionsumfeld auf eine möglichst positive CO2-Bilanz. Um die Umweltbelastungen, die mit der Neuproduktion von Maschinen einhergehen, zu vermeiden, bietet sich das Refit als ressourcenschonende Alternative in jedem Fall an. Nicht zu vergessen: Mit der Generalüberholung erhält der Anwender natürlich auch wieder eine Werksgarantie.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch!

Die neuen Modelle TX2-140 und TX2-160 komplettieren die TX2-Generation von Stäubli.
Die neue Scara-Generation TS2 verfügt erstmals über die JCS-Antriebstechnik, die bereits bei den Sechsachsern Maßstäbe setzt.
Peter Pühringer, Geschäftsführer von Stäubli Robotics Bayreuth
Mit der Sechsachsroboter-Baureihe TX2 wurden die Weichen konsequent in Richtung digital vernetzte Produktion gestellt. Die Maschinendaten der Roboter werden permanent erfasst und können über OPC UA übergeordneten Leitsystemen zur Verfügung gestellt werden.
Stäubli zählt zu den Pionieren, wenn es um Automatisierung in der Medizin- und Pharmaindustrie geht.



Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgenden Kategorien:
Industrieroboter, Cobots

Special Automation aus der Cloud

cloud.JPG Immer mehr Teile der industriellen Automatisierung sollen in die Cloud verlegt werden. Nicht nur die in rapide steigenden Mengen generierten Daten, sondern neben Auswerte-, Überwachungs- und Kontrollmechanismen auch Steuerungs-, Regelungs- und sogar Safety-Algorithmen. Wozu eigentlich? Was lässt sich vernünftig in die Cloud verlegen? Was sollte man dabei beachten? Und was ist das überhaupt, die Cloud?
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2020/Automation/Ausgabe302/21105/web/3D_TX2-140_profil_JPG.jpgExperts in Man and Machine
Wo immer Geschwindigkeit, Präzision und Zuverlässigkeit entscheidend sind, bietet Stäubli als einer der führenden Roboterhersteller seinen weltweiten Kunden zuverlässige und intelligente Automatisierungslösungen. Was Stäubli zu einem unverzichtbaren Partner bei der Entwicklung von State-of-the-Art-Lösungen in der Robotik macht, verrät uns Peter Pühringer, Geschäftsführer von Stäubli Robotics Bayreuth. Das Gespräch führte Ing. Norbert Novotny, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren