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Elektroplanung 4.0

Automatisierungslösungen für Industrieanlagen plant die AT Equipment and Services GmbH. Das 1997 gegründete Unternehmen kann dabei auf mehrere Jahrzehnte Erfahrung seines Gründers in der Anlagenplanung zurück greifen. Und auf ein im Haus geschaffenes System zur automatisierten Erstellung der Planunterlagen und der Software auf Basis der CAE-Software ecscad von Mensch und Maschine. Damit gelang es, die Anlagenentwicklung wesentlich zu beschleunigen und Fehlerquellen zu eliminieren. Autor: Ing. Peter Kemptner / x-technik

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Die Rocket Mill RM 2.50 double des Kärntner Anlagenherstelles A TEC Production & Services GmbH tocknet und zerkleinert Kunststoffabfälle, trennt diese von Metallen und sonstigen Schwerstoffen und macht sie so zu wertvollen Sekundärbrennstoffen.

Die Rocket Mill RM 2.50 double des Kärntner Anlagenherstelles A TEC Production...

„Aus Sicht des Automatisierers sind alle Industrieanlagen im Prinzip gleich, sie alle bestehen aus Aktoren, Sensoren und Motoren und unterscheiden sich nur in Bezug auf deren Größe, Ausführung und Anordnung“, lautet das ketzerische Credo von Herwig Reischl. „Deshalb besteht auch die Arbeit eines Automatisierungsanlagenplaners aus häufig wiederkehrenden Tätigkeiten.“ Er plant seit rund 30 Jahren Automatisierungslösungen für Industrieanlagen, seit 1997 als geschäftsführender Gesellschafter der von ihm gegründeten AT Equipment and Services GmbH (ATe-s).

Dass an seiner Aussage etwas dran ist, legt die enorme Bandbreite an unterschiedlichen Anlagen für alle erdenklichen Branchen nahe, denen ATe-s in seinem knapp 20-jährigen Bestehen Leben eingehaucht hat. Die Liste reicht von Anlagen für einzelne Aufgaben bis zu kompletten Zementwerken einschließlich aller Teilbereiche. Das angebotene Service reicht von der Planung über den Schaltschrankbau bis zur Montage und Inbetriebnahme vor Ort und umfasst auch Lösungen für die Instandhaltung.

Anlagenplanung mit Software-Paar

Für die Planung verwendet ATe-s seit seiner Gründung die CAE-Software ecscad von Mensch und Maschine. „Anlagenbauer senden ihre Daten in Form von .dwg-Dateien, und da ist es gut, ein System zu verwenden, das auf derselben technologischen Basis aufsetzt“, nennt Herwig Reischl einen der Gründe für diese Wahl. „Auch beim Preis-/Leistungsverhältnis kann die Software ihre Überlegenheit ausspielen.“

Beinahe ebenso
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Die Leistung von ATe-s umfasst neben der Planung auch den Schaltschrankbau sowie die Inbetriebnahme vor Ort und reicht bis zu Konzepten für die Instandhaltung.

Die Leistung von ATe-s umfasst neben der Planung auch den Schaltschrankbau sowie...

lang verwendet ATe-s das Applikationsmodul ecsR&I. Ebenfalls von Mensch und Maschine, ergänzt es ecscad um alles, was für die Projektierung in Verfahrens-, Mess- und Regeltechnik nötig ist. Das Modul beinhaltet hunderte Symbole und deren Attribute nach DIN 19227, Verarbeitungsfunktionen für Rohrleitungen und automatisch generierte Listen sowie Online-Querverweise vom R&I-Schema zum Stromlaufplan und von der Messstelle zum Typical. „Dieses Software-Paar ermöglicht die Abbildung von Geräten oder Systemteilen mit allen Aspekten in Form von Makros unter einer einheitlichen Loop-Nummer“, berichtet Herwig Reischl. „Damit konnten wir die Voraussetzungen für eine weitgehende Automatisierung der Planungsarbeit schaffen.“

Fehlerquelle Wiederholung

Niemand will sich unnötige Arbeit antun. Bei größeren Anlagen kommt es daher vor, dass mehrere Dutzend ähnlicher Baugruppen durch Vervielfältigung und Anpassung entstehen. „Das Kopieren der Symbole, das Hinzufügen der untergeordneten Teile und der Verbindungsinformationen sowie die Programmierung erfolgen dabei voneinander getrennt“, weiß Mag.a. Susanne Schuhmayer, Projektkoordination und Softwareentwicklung bei ATe-s. „Gerade weil sich beim Copy & Paste gern Fehler einschleichen, haben wir uns entschlossen, regelmäßig wiederkehrende Mechanismen weitgehend zu automatisieren.“

Systembaukasten mit Typicals

Dazu nutzt ATe-s die Möglichkeiten
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Das auf der CAE-Software ecscad und dem Anlagenbau-Zusatzpaket ecsR&I von Mensch und Maschine basierende modulare Engineering-System nutzt Loop-Nummern für die Betriebsmittelkennzeichnung.

Das auf der CAE-Software ecscad und dem Anlagenbau-Zusatzpaket ecsR&I von Mensch...

von ecscad, Makros anzulegen. „Dazu erstellen wir einmalig den Stromlaufplan einer öfter benötigten Einheit, z. B. eines Frequenzumrichters mit all seinen Anschlüssen und speichern dieses Typical als ecscad-Makro“, erläutert Herwig Reischl. „Parallel dazu erfolgt die Anlage des Artikels in der Produktdatenbank, und zwar im Fall des FU gleich als Gruppe mit Kommunikationsanschaltung, Filter und vorgeschaltetem Motorschutzschalter.“

Die so geschaffenen mechatronischen Systembausteine bestehen jedoch nicht nur aus der reinen Hardware. Auch die zugehörigen Module der Automatisierungssoftware hinterlegen die Elektroplaner von ATe-s mit im Typical. So können diese automatisiert ins Gesamtprogramm übernommen werden.

Stunden statt Tage

Unter Verwendung einer MS SQL Server Datenbank mit MS Access als Frontend schuf Susanne Schuhmayer ein Softwaresystem für das Verwalten und Verarbeiten dieser Typicals. Zum Integrieren der einzelnen Systembausteine in ein Gesamtprojekt genügt es im Wesentlichen, die einzelnen Einheiten mit ihren Eigenschaften und Bestandteilen in einer Loop-Nummer anzulegen und das elektrotechnische Typical zuzuordnen. Das im Haus geschaffene System generiert anschließend automatisch den relevanten Teil des Stromlaufplans.

„Bevor mir dieses System zur Verfügung stand, war ich bei einem Projekt mit ca. 120 Ventilen drei
bis vier Tage allein mit der Programmierung beschäftigt“, erinnert sich Herwig Reischl. „In einem aktuellen Projekt mit rund 500 Motoren, Aktoren und Sensoren war diese Arbeit in gut drei Stunden erledigt.“

Schnellere Inbetriebnahme

Die Automatisierung der Elektroplanung durch das im Haus geschaffene modulare Baukastensystem beschleunigt nicht nur die Anlagenentwicklung und beseitigt notorische Fehlerquellen. Speziell bei späteren Änderungen wirkt sich die Verwendung in sich abgeschlossener, getesteter Makros vorteilhaft auf die Umsetzungszeit und –qualität aus. Da die Software per Fernwartung eingespielt wird, können Änderungen hauptzeitparallel offline erstellt und überprüft werden. Sämtliche Detaillisten können im Excel-Format mit den Kunden ausgetauscht werden und stehen diesen bereits während der Konfiguration zur Verfügung. Das hält die Inbetriebnahmezeiten kurz, ebenso die Stillstandszeiten für Änderungen im laufenden Betrieb.

„Unter Verwendung von ecscad und bestens unterstützt durch Manfred Trojan von Perfect Result, dem Betreuungspartner von Mensch und Maschine in unserer Nähe, gelang es uns, ein System zu schaffen, das die Anlagenentwicklung flexibilisiert und zugleich wesentlich beschleunigt“, sagt Susanne Schuhmayer. „Andere reden von Industrie 4.0, wir sind schon da.“

www.ecscad.at
Die Rocket Mill RM 2.50 double des Kärntner Anlagenherstelles A TEC Production & Services GmbH tocknet und zerkleinert Kunststoffabfälle, trennt diese von Metallen und sonstigen Schwerstoffen und macht sie so zu wertvollen Sekundärbrennstoffen.
Die Leistung von ATe-s umfasst neben der Planung auch den Schaltschrankbau sowie die Inbetriebnahme vor Ort und reicht bis zu Konzepten für die Instandhaltung.
Das auf der CAE-Software ecscad und dem Anlagenbau-Zusatzpaket ecsR&I von Mensch und Maschine basierende modulare Engineering-System nutzt Loop-Nummern für die Betriebsmittelkennzeichnung.
Motoren, Aktoren und Sensoren werden als Typicals angelegt. Diese lassen baukastenartig modular zusammenzusetzen beschleunigt die Anlagenentwicklung.
Die Typicals sind ecscad-Makros mit allen Eigenschaften und Zusatzbeschaltungen sowie den relevanten Softwaremodulen.
Anlagenteile werden komplett mit allen Eigenschaften und der Automatisierungssoftware kopiert. Das vermeidet die notorischen Fehler, die oft durch Drag & Drop in den einzelnen Ausprägungen der Anlage entstehen.


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