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Edge Computing: Die Ruhe vor dem Sturm

: Rittal


Während Cloud Computing – eine Form der zentralen Datenverarbeitung – zur Selbstverständlichkeit wird, taucht ein gegensätzlicher Trend auf: Edge Computing, die dezentrale Datenverarbeitung am Rand des Netzwerks, genannt „Edge“ oder Kante.

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Beim Edge Computing erfolgt die Rechenarbeit lokal in Geräten wie Smartphones, Tablets, Notebooks, Controllern und Sensoren. Das Medienhaus DatacenterDynamics (DCD) veröffentlichte in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum-Spezialisten Black & Veatch eine Analyse dieses Trends.

Wie die Analyse verdeutlicht, ist ein wesentlicher Treiber für Edge Computing der steigende Datenverkehr in Netzwerken. Der Traffic wird von 1 Zettabyte im Jahr 2016 auf prognostizierte 180 Zettabyte im Jahr 2025 anschwellen. Diese Datenschwemme legt es nahe, die Datenverarbeitung zukünftig wieder mehr dezentral abzuwickeln, also am „Rand“ des Netzwerks. Die Rechenarbeit erfolgt dann nicht mehr in einem zentralen Kern mit enormer Power und gewaltigem Speicher, sondern vor Ort, dort, wo die Daten entstehen.

Kern und Kante

Edge Computing ist jedoch nicht starr, es entwickelt sich im Zusammenspiel mit dem zentralen Kern. Wenn sich die Geschwindigkeiten von Netzwerken, Glasfaser-Kabeln und SSDs weiter erhöhen, werden die Grenzen zwischen Edge und Kern zunehmend verschwimmen. Dennoch zählt Edge Computing zu den wesentlichen Trends in der IT, zusammen mit Künstlicher Intelligenz, Software Defined Networking, Spracherkennung und steigender Netzwerk-Leistung. Unter den Teilnehmern der DCD Enterprise Konferenz im März 2017 nahm das Interesse am Thema Edge gegenüber dem Vorjahr um 50 % zu.

Treiber, die Edge Computing begünstigen

Bekannt
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ist, dass vor allem durch das Internet of Things ein rasanter Anstieg an Daten entsteht. Eine Prognose dazu erwartet für 2020 die Menge von 50 Zettabyte an Daten, welche durch über 25 Milliarden verbundener Geräte erzeugt wird. Einen weiteren Treibstoff für Edge Computing sieht das Unternehmen Cisco (um 92 % bis 2020) durch das Wachstum an Traffic per Video und Cloud.

Nicht zu unterschätzen sind auch Engpässe und Unterbrechungen im Netz, welche durch das Datenwachstum erfolgen – auch hier bietet Edge Computing eine mögliche Abhife. Ein weiteres Szenario ist, dass eine Cloud an Grenzen stößt, wenn es um rasche Antwortzeiten in Bereichen wie Video-Übertragungen, Augmented Reality oder Virtual Reality geht. Gerät dabei die Datenübertragung unter Druck, wird ihre Effizienz umso wichtiger. Edge Computing organisiert die Datenübertragung und wählt aus, welche Daten dabei Priorität genießen. Das werden nach Schätzungen zwischen 10 % und lediglich 0,0001 % der Daten sein.

Noch herrscht Ruhe

Zukünftig wird Edge Computing daher für jede Applikation, die eine sofortige Datenverarbeitung benötigt, in Betracht gezogen werden. Szenarios für den Einsatz sind: Selbstfahrende Autos und sonstige komplexe Fahrzeuge wie Flugzeuge und Raumschiffe – sie erledigen die Rechenarbeit lokal und übertragen nur das Wichtigste. Auch verschiedenste Medien sind insofern betroffen, dass ihre neuen Services teilweise lokal laufen, wie es beispielsweise bei Online-Spielen der Fall ist. Im Bereich Smart Home werden gesammelte Daten von Sensoren und Controllern gleich vor Ort ausgewertet. Und selbst in der Anwendung bei Smart Cities wählt Edge
Computing das Wichtigste für die Datenübertragung aus – auch geographisch nach Stadtteilen und Bezirken.

Wie es in unseren Industriebetrieben aussieht, merken wir insofern, dass Edge Computing mancherorts bereits intensiv eingesetzt wird – forciert durch Robotik, Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Die Produktion wird nahtlos in einen Ablauf eingebunden, der von der Vorhersage des Bedarfs über die Erzeugung und Lieferung bis zur Nachbetreuung reicht. Das bedeutet die Kollaboration von Datenquellen unterschiedlicher Standorte und Unternehmen.

Das Resümee von DCD: Es herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Edge weckt Interesse, aber noch keinen dringenden Bedarf. Was sich allerdings rapide ändern könnte. Rittal und DatacenterDynamics (DCD) arbeiten zusammen an dem Thema Industrie 4.0 und die damit verbundenen Herausforderungen für die IT.

www.rittal.at/news/edgedatacenter

www.manufacturing.dcdverticals.com




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