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Drei Roboter von Yaskawa palettieren bei Getränkehersteller rund 4.000 Gebinde pro Stunde

: Yaskawa


Bei der Hermann Pfanner Getränke GmbH werden an ihrem größten Produktionsstandort in Enns jährlich rund 250 Mio. Liter Fruchtsaft und Eistee in Weichpackungen oder PET-Flaschen produziert und abgefüllt. Um diese Menge erfolgreich zu bewältigen, benötigt es neben hochproduktiver Abfülllinien auch effektive Palettieranlagen. In einem der modernsten Palettierzentren von Pfanner, das von der Firma Profipack realisiert wurde, sorgen drei Roboter von Yaskawa für höchste Flexibilität und sparen zudem beträchtlich Platz ein.

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Die Roboter sind bei Pfanner darauf ausgelegt, insgesamt 4.000 Gebinde (Weichpackungen: 3.000 / PET: 1.000) pro Stunde zu palettieren. (Bilder x-technik)

Die Roboter sind bei Pfanner darauf ausgelegt, insgesamt 4.000 Gebinde (Weichpackungen:...

Autor: Ing. Norbert Novotny / x-technik

Die Liebe zur Frucht ist seit mehr als 150 Jahren die Basis für den hohen Qualitätsstandard des Familienunternehmens Pfanner. Was 1856 mit einem Gasthaus und einer Brauerei im vorarlbergischen Lauterach begann, ist heute einer der größten Obstverarbeiter Europas. In den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen und Verpackungen stellt Pfanner Fruchtsäfte und Eistee für den Lebensmittelhandel und die Gastronomie her. Weiters ist Pfanner ein leistungsstarker Hersteller von Fruchtsaft- und Beerenkonzentraten.

„Unsere Fruchtsäfte und Eistees werden von Millionen Konsumenten in mittlerweile 75 Länder der Welt geschätzt“, ist Ing. Günter Feusthuber, Geschäftsführer der Hermann Pfanner Getränke GmbH, zu Recht stolz. Das schlägt sich auch in den Unternehmenszahlen nieder, denn 2012 konnte der Fruchtsaft- und Eisteehersteller mit 251 Mio. Euro den höchsten Umsatz der Firmengeschichte verzeichnen.

Neben der Zentrale in Lauterach befindet sich die größte Produktionsstätte in Enns (OÖ) sowie je eine weitere in Hamburg (Deutschland), Policoro (Italien) und in Bar (Ukraine). Im Jahr 1985 ursprünglich zur Obstverarbeitung und Konzentraterzeugung errichtet, wurde das Werk in Enns zum leistungsfähigsten Abfüllzentrum des Familienunternehmens ausgebaut. „Der Standort Enns wurde deshalb gewählt, da er sich im nahen Einzugsbereich der großen Obstgebiete in Nieder- und Oberösterreich (Anm.:
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Mehrere Abfülllinien werden über Förderbänder in das Palettierzentrum geleitet. Neben sortenreinen können auch Misch-Paletten produziert werden. Um die anschließende Palettenbestückung durch den Roboter optimal vorzubereiten, werden einzelne Palettenlagen im entsprechenden Palettenformat vorgruppiert.

Mehrere Abfülllinien werden über Förderbänder in das Palettierzentrum geleitet....

Mostviertel bzw. Innviertel) befindet. So können wir ausschließlich regionales Obst verarbeiten und müssen keinen Obsttourismus betreiben“, erkärt Günter Feusthuber.

Das international tätige Unternehmen setzt aber nicht nur Maßstäbe bei Themen wie Regionalität (Anm.: z.B. 100 % Apfelsaft aus Österreich), BIO oder Fairtrade sondern auch dann, wenn es um den Einsatz neuester und modernster Technologien geht. So auch in Enns, wo beispielsweise ein hochflexibles Palettierzentrum mit drei Robotern von Yaskawa betrieben wird.

Hochflexibel und platzsparend

Im Rahmen einer Produktionsoptimierung bei den Weichpackungen suchte man im Jahre 2007 bei Pfanner als Austausch einer bestehenden Lagenpalettieranlage in Säulenausführung nach einer neuen Lösung, die die Flexibilität beim Palettieren wesentlich erhöht und zugleich Platz spart. „Zielsetzung war es, mehrere Abfülllinien in ein gemeinsames Palettierzentrum zu leiten, um diese nicht nur sortenrein sondern auch vermischt palettieren zu können“, erinnert sich Feusthuber.

Das Kufsteiner Unternehmen Profipack war zum damaligen Zeitpunkt der einzige Anbieter, der eine Lösung mit dem Einsatz von Robotern vorschlug. „Die Roboterlösung hat uns sehr gereizt, da sie neben der Erfüllung unserer Anforderungen nach höhere Flexibilität und geringerem Platzbedarf auch wesentlich niedrigere laufende Kosten im Vergleich zu konventionellen Anlagen gewährleisten konnte“, so der Geschäftsführer weiter.

Die Profipack Verpackungsmaschinen GmbH wurde im
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Bei Pfanner werden in Enns jährlich rund 250 Mio. Liter Fruchtsaft und Eistee in Weichpackungen oder PET-Flaschen produziert und abgefüllt.

Bei Pfanner werden in Enns jährlich rund 250 Mio. Liter Fruchtsaft und Eistee...

Jahre 1998 gegründet und ist spezialisiert auf den Anlagen- und Maschinenbau. „Wir sind hauptsächlich in der Getränke- und Lebensmittelindustrie tätig und realisieren dort beispielsweise Transport- und Förderanlagen sowie zahlreiche Palettier- und Depalettierlösungen in klassischer Bauweise aber auch mit flexibleren Robotern“, erläutert der Firmengründer Andreas Zaglacher. Zudem sind die Kufsteiner seit rund 10 Jahren Systempartner des Roboterherstellers Yaskawa (Anm.: ehemals Motoman) und verfügen aufgrund zahlreicher gemeinsamer Projekte auch über ausgezeichnetes Know-how im Bereich der Robotik. „Im Jahr 2004 war Yaskawa der einzige Hersteller, deren Roboter derart hohe Lasten (Anm.: 400 bis 500 kg) bewältigen konnten. Darüber hinaus verfügt der ausgewählte 4-Achser über ein Gegengewicht, der zum Gewichtsausgleich bei hohen Handlingmassen dient und sich somit sehr positiv auf die benötigte Leistung des Roboters auswirkt“, beschreibt Zaglacher die damalige Ausgangssituation.

Mischpaletten – kein Problem

Konkret realisierte Profipack eine Anlage, in der zwei Roboter auf insgesamt vier Palettenstellplätzen neben sortenreinen auch Misch-Paletten produzieren können. Mehrere Abfülllinien (Anm.: Weichpackungen) werden über Förderbänder in dieses Palettierzentrum geleitet. Um die anschließende Palettenbestückung durch den Roboter optimal vorzubereiten, werden einzelne Palettenlagen im entsprechenden Palettenformat zunächst vorgruppiert. „Ausgestattet mit einem sogenannten Jalousienkopf nimmt der Roboter die vorbereitete Lage und stapelt diese außenkanten-bündig auf die gewählte Palette. Die benötigten Zwischenlagen aus Styropor oder Karton werden mittels einer Vorrichtung am Jalousienkopf angesaugt“, erklärt Zaglacher
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den Ablauf.

Das gewünschte Mischverhältnis der verschiedenen Produkte auf der Palette kann auch noch mittels Touch-Panel geändert werden. Aus einem Palettenmagazin ist es darüber hinaus möglich, je nach Bedarf zwischen drei unterschiedlichen Palettenarten (Anm.: Euro, Düsseldorfer oder CHEP) zu wählen.

„Das bereits bei den konventionellen Säulenmaschinen bewährte Konzept des Jalousienkopfes kombiniert mit der Flexibilität der Roboter war letztendlich der Clou dieser Automatisierungslösung“, bringt es Zaglacher auf den Punkt. Da die modular aufgebaute Anlage zur vollsten Zufriedenheit lief, wurde das Palettierzentrum im Jahr 2011 noch um einen Roboter zum Palettieren von PET-Flaschen erweitert.

EPL 500 – Idealer Roboter zum Palettieren

„Der 4-achsige Palettierroboter MOTOMAN-EPL500 ist die ideale Lösung für Palettieraufgaben mit hohen Lasten. Mit einer Traglast von 500 kg ist er ein wahrer Bewegungskünstler und besticht durch höchste Beschleunigung und enorme Achsgeschwindigkeiten. Dabei benötigt er nur einen minimalen Raum an Installationsfläche“, geht Sepp Hautzinger, Vertriebsverantwortlicher bei Yaskawa Österreich, auf die Stärken des Roboters ein.

Der
EPL500 verfügt über eine innenliegende Medienführung (Anm.: vier Luftleitungen und 22 elektrische Leitungen), die bis zum Kopfgelenk führt und damit eine höchstmögliche Standzeit der Schlauchpakete ermöglicht. Angesteuert werden die drei Roboter mit den Hochleistungscontrollern NX100 von Yaskawa. Eine übergelagerte Siemens-S7-Steuerung steuert die Peripherie.

Sollte bei einem Anlagenproblem schnelle Hilfe gefragt sein, übernimmt dies die Firma Profipack. „Gerade bei Robotern haben wir das Know-how nicht im Haus. Da muss man sich auf rasche Unterstützung des Anlagenlieferanten verlassen können. Auch in diesem Bereich sind wir mit der Firma Profipack sehr zufrieden“, lobt Feusthuber das Service des Yaskawa-Systempartners.

4000 Gebinde pro Stunde

Ausgedrückt in Zahlen ist dieses Palettierzentrum darauf ausgelegt, insgesamt 4.000 Gebinde (Weichpackungen: 3.000 / PET: 1.000) pro Stunde zu verarbeiten. „Abgesehen davon, dass unsere Erwartungen an die Anlage zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt wurden, haben wir in den vergangenen sechs Jahren festgestellt, dass die laufenden Kosten, die die Roboter selbst betreffen, minimal sind. Die Rechnung ist also voll aufgegangen“, freut sich Günter Feusthuber über die gelungene Investition. Womit eines klar bestätigt wurde: „Fruchtsaft machen kann er, der Pfanner.“

Die Roboter sind bei Pfanner darauf ausgelegt, insgesamt 4.000 Gebinde (Weichpackungen: 3.000 / PET: 1.000) pro Stunde zu palettieren. (Bilder x-technik)
Mehrere Abfülllinien werden über Förderbänder in das Palettierzentrum geleitet. Neben sortenreinen können auch Misch-Paletten produziert werden. Um die anschließende Palettenbestückung durch den Roboter optimal vorzubereiten, werden einzelne Palettenlagen im entsprechenden Palettenformat vorgruppiert.
Bei Pfanner werden in Enns jährlich rund 250 Mio. Liter Fruchtsaft und Eistee in Weichpackungen oder PET-Flaschen produziert und abgefüllt.
Ausgestattet mit einem sogenannten Jalousienkopf nimmt der Roboter die vorbereitete Lage und stapelt diese außenkanten-bündig auf die gewählte Palette. Die benötigten Zwischenlagen aus Styropor oder Karton werden mittels einer Vorrichtung am Jalousienkopf aufgenommen.
Im Jahr 2011 wurde noch um einen Roboter erweitert – zum Palettieren von PET-Flaschen. (Bild: Profipack)
Angesteuert werden die drei Roboter mit den Hochleistungscontrollern NX100 von Yaskawa.


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