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Cooles Sprungbrett ins „Berufsglück“

: Lenze


Sie wohnen zusammen, sie lernen zusammen und sie haben „Ja“ gesagt zu einem mehrmonatigen Ausbildungsprogramm, das es in der Form bis dato nicht gab. Insgesamt acht Teilnehmer aus vier Ländern gingen im Oktober letzten Jahres beim ersten Durchgang des „Lenze Automation Camps“ an den Start. Darunter zwei junge Österreicher, die dieses neu geschaffene Traineeprogramm nutzen wollen, um sich zu Systemingenieuren von internationalem Format weiterzuentwickeln. Von Sandra Winter, x-technik

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Die Teilnehmer am Lenze Automation Camp bekommen nicht nur jede Menge profunder „grauer“ Theorie, sondern vor allem auch ein breites Spektrum an Praxiserfahrung mit auf den Weg.

Die Teilnehmer am Lenze Automation Camp bekommen nicht nur jede Menge profunder...

„Wer die Chance bekommt an diesem Ausbildungsprogramm teilzunehmen, sollte sie definitiv wahrnehmen. Mehr professionelle Unterstützung für den beruflichen Alltag als Applikations- oder Systemingenieur gibt es nicht“, schwärmt Andreas Höchtl. Der 23-jährige Oberösterreicher hat es bis jetzt keine Sekunde lang bereut, dass er sich für dieses Traineeangebot beworben hat. Und das obwohl man als HTL-, FH- oder TU-Absolvent ganz schön gefordert wird bei diesem Camp: Die Unterrichtssprache ist Englisch. Es gilt sich als Teilnehmer darauf einzustellen, dass man rund ein Jahr lang kaum zu Hause ist, da die einzelnen Ausbildungsphasen größtenteils in der Lenze-Zentrale in Aerzen-Groß Berkel bei Hameln sowie zum Praxisluft schnuppern auch in verschiedenen Vertriebsgesellschaften erfolgen. Und dieses vom Global Head of Application & Support bei Lenze, Martijn Theunissen, höchstpersönlich ins Leben gerufene Training ist wirklich fordernd und intensiv.

Das wird auch vom zweiten Österreicher, der mit dabei ist, bestätigt. „Ich lerne jeden Tag neu dazu, meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen“, verrät mit Arian Moraveji einer, der jetzt im professionellen, industriellen Umfeld unter fachmännischer Anleitung ausleben kann, was er in den letzten Jahren ohnehin schon als Hobby neben seiner schulischen Ausbildung regelmäßig tat : Eigene Android-Apps und Messanalyse-Programme schreiben, PLCs basteln und in Codesys programmieren und einiges andere mehr. „Das, was wir bei Lenze jetzt im Großen umsetzen, habe ich mit dem Raspberry Pi aus privatem Interesse bereits im Kleinen gemacht“, zeigt sich der 23-Jährige glücklich, dass ihm der weltweit agierende Spezialist für Automations- und Antriebstechnik im Maschinen- und Anlagenbau genau das bieten kann, wonach er
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Beim ersten Automation Camp von Lenze sind drei Deutsche, zwei Italiener, zwei Österreicher und ein Pole mit an Bord. Die Unterrichtssprache ist Englisch.

Beim ersten Automation Camp von Lenze sind drei Deutsche, zwei Italiener, zwei...

über eine Recruiting-Firma Ausschau gehalten hatte – nach einem Arbeitgeber, der global aktiv ist und der für seine Mitarbeiter zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten bereithält.

Umfassende Ausbildung für Berufseinsteiger

Erklärtes Ziel des Automation Camps ist es, junge Menschen fit zu machen für den Kundeneinsatz. Geschult wird demnach nicht nur ein entsprechendes Basiswissen in allen Bereichen der Automatisierungstechnik, sondern es geht vor allem auch darum, die verschiedenen Produktionsprozesse bei den Kunden verstehen zu lernen. Dazu wird die Konzepterstellung typischer Automationsaufgaben u. a. an fiktiven Maschinen angeschaut und geübt. „In der Praxisphase wird das eigenständige Arbeiten an konkreten Projekten geübt“, bestätigt Andreas Höchtl. In seinem Fall war es eine detailgetreue Simulation einer realen, vor einigen Jahren von Lenze umgesetzten Druckmaschinen-Applikation, an der er sein Talent als Projektverantwortlicher unter Beweis stellen konnte. „Zuerst musste das Projekt verkauft werden, sprich es waren entsprechende Kundengespräche zu führen. Während der Umsetzungsphase galt es einen strikten Zeitplan einzuhalten, obwohl ursprünglich ungeplante spontane Zusatzwünsche zu berücksichtigen waren und am Ende stand eine ‚reale‘ Inbetriebnahme der Maschine inklusive Abnahme beim Kunden“, beschreibt der 23-jährige Oberösterreicher, dass im Rahmen dieser praktischen Übung ein typischer Projektverlauf durchgespielt wurde – und zwar extrem wirklichkeitsnah. Dabei reagierte die virtuelle Maschine am Computer genauso wie eine reale: Etwaige Fehler im SPS-Code wurden sofort mit Ausschussware oder wie Andreas Höchtl es ausdrückt „mit Chaos“ bestraft. In Wahrheit ist es nämlich immer die Anwendung selbst, die den Lösungstakt vorgibt, wie man als Applikations- oder Systemingenieur sehr schnell merkt beim tatsächlichen
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Tun. „Es macht erst dann Sinn, nach einer geeigneten Herangehensweise bzw. Komponente zu suchen, wenn die vorliegende Aufgabenstellung verstanden wurde“, weiß Dietmar Schwaiger, Leiter Products & Trainings bei der Lenze Antriebstechnik in Asten, aus langjähriger Praxis. Er war es auch, der in Österreich die Vorselektion für die Teilnahme am Automation Camp durchführte.

Große Chance für unter 30-Jährige

„Mit diesem neu geschaffenen Ausbildungsprogramm wenden wir uns ganz gezielt an Berufseinsteiger unter 30 Jahren. Vorerfahrung ist keine erforderlich, da interessierte HTL-, FH- oder TU-Abgänger im Rahmen dieses Nachwuchsförderungsprojekts von Grund auf ausgebildet werden. Und zwar von den besten und erfahrensten Leuten aus unserem Team“, macht Dietmar Schwaiger mit seinen Ausführungen darauf aufmerksam, von welch hoher Bedeutung eine effiziente, praxisnahe Ausbildung für einen führenden Global Player wie Lenze ist. „Hochqualifizierte Mitarbeiter mit den richtigen Kompetenzen sind für uns essentiell. Unsere Unternehmensgruppe automatisiert weltweit mehr als 1.000 Maschinen pro Jahr und die Zeichen stehen weiterhin auf Wachstum. Demzufolge sind wir permanent auf der Suche nach technikbegeisterten Menschen, die gemeinsam mit uns über den sprichwörtlichen Tellerrand hinausblicken und die Zukunft aktiv mitgestalten wollen“, fügt er ergänzend hinzu.

Da die Österreicher guten Gewissens „die richtigen Leute“ ins Automation Camp entsenden wollten, gestalteten sich die technischen Aufgabenstellungen beim
Aufnahmeverfahren einigermaßen anspruchsvoll. „Wir wollten sehen, wie jemand ohne viel Vorwissen an ein vorgegebenes Thema herangeht, wie es um die Eigenständigkeit und Auffassungsgabe unserer Bewerber bestellt ist und wer das Zeug zum Systemingenieur hat“, verrät Dietmar Schwaiger. Mit Andreas Höchtl und Arian Moraveji wurden zwei vielversprechende Nachwuchstalente gefunden.

Mehr Praxis als Theorie

Gerade jetzt, wo sich Lenze als Gesamtanbieter für Automatisierungslösungen im Markt etabliert hat, brauche es Mitarbeiter, die mit FAST-Bausteinen, Remote-IOs oder Multitouch Panels sowie mit Begriffen wie Industrie 4.0, Cloud Connectivity oder Controller-based Automation auf Du-und-Du sind. Deshalb bekommen die Teilnehmer am Lenze Automation Camp nicht nur jede Menge profunder „grauer“ Theorie, sondern vor allem auch ein breites Spektrum an Praxiserfahrung mit auf den Weg. Denn lediglich einen Vortrag darüber zu hören, wann welche Norm greift, ist nun einmal etwas ganz anderes als Seite an Seite mit einem Experten zu implementieren, in einer konkreten Anwendung zu sehen und zu verstehen, wie die Teilnehmer am Automation Camp sehr schnell erkannten. „Man lernt am meisten und am effektivsten, wenn man direkt an einer – in unserem Fall zu Schulungszwecken virtuellen – Maschine arbeiten kann. Wir programmierten sogar einige Module unseres FAST-Application-Software-Baukastens nach. Und jedes Mal, wenn wir eine bestimmte Funktion erfolgreich implementiert hatten, kam bei mir ein enormes Gefühl der Freude auf, weil plötzlich angreifbar wurde, worunter ich mir anfangs teilweise kaum etwas Konkretes vorstellen konnte“, schildert Arian Moraveji seine Eindrücke. Sogar mit „Alexa“ machte er im Rahmen eines Praxisprojekts nähere Bekanntschaft: Es galt nämlich Lenze Antriebe per Sprachbefehl zu steuern bzw. deren aktuellen Status abzufragen. „Dabei lernte ich sehr viel über IoT-Kommunikation, über das MQTT-Protokoll und über Cloud Solutions“, erinnert sich der Systemingenieur in spe.

Guter Mix aus Hochtechnischem und Zwischenmenschlichem

Fit zu sein für einen Kundeneinsatz bedingt
aber nicht nur theoretisches Basiswissen und viel praktische Erfahrung, sondern auch ein gutes Gespür für andere. Wertvolle Tipps für den zwischenmenschlichen Umgang sind beim Lenze Automation Camp demnach ebenfalls inklusive. Angefangen von „Wen spreche ich für welche Themen an“ bis hin zu „Wie präsentiere ich eine technische Lösung beim Kunden“ oder „Welche Möglichkeiten habe ich in Konfliktsituationen“ erfahren die jungen Nachwuchstechniker allerlei Nützliches für den späteren Berufsalltag. „Ehrlich gesagt hatte ich diese Fertigkeiten bis dato ein wenig unterschätzt“, bekennt Andreas Höchtl, dass es zu seinem eigenen Erstaunen u. a. die Soft-Skill-Trainings waren, die in den ersten Ausbildungsmonaten den größten Eindruck bei ihm hinterließen.

Der 23-Jährige hatte bereits als Schüler der Polytechnischen Schule Kirchdorf an der Krems ein mehrwöchiges Praktikum bei Lenze absolviert. „Damals wollte ich die Basis für eine Lehre schaffen“, erinnert er sich schmunzelnd zurück. Heute ist seine Welt eine andere: Andreas Höchtl hat mittlerweile Lehre, Matura, Studium und wie er es ausdrückt „acht Jahre Leben“ intus und ist somit bestens gerüstet, um das Automation Camp als Sprungbrett für eine abwechslungsreiche und spannende, möglicherweise auch internationale, Berufskarriere bei Lenze zu nützen. „Mittlerweile können wir auf abwechslungsreiche, spannende acht Monate zurückblicken. Es war aufregend und fordernd zugleich die Inbetriebnahme einer Maschine mit Endabnahme beim Kunden zu simulieren oder für 16- bis 19-jährige Schüler eine Schulung zu halten, bei der man plötzlich selbst in Rolle des Lehrers zu schlüpfen hatte. Die Teilnahme am Lenze Automation Camp ist auf jeden Fall eine tolle und einzigartige Erfahrung“, resümiert ein sichtlich begeisterter Arian Moraveji. „Nicht zu vergessen auf die vielen unvergesslichen Abende, die wir alle gemeinsam als Team verbrachten“, fügt er mit einem leichten Augenzwinkern ergänzend hinzu.

Die Teilnehmer am Lenze Automation Camp bekommen nicht nur jede Menge profunder „grauer“ Theorie, sondern vor allem auch ein breites Spektrum an Praxiserfahrung mit auf den Weg.
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