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Cogineer geht in die Cloud

: EPLAN


In einer Sneak Preview zur Nürnberger Automatisierungsmesse wurde er erstmals vorgestellt: Der cloudbasierte Eplan Cogineer. Basierend auf Microsoft Azure kann diese Software zur einfachen und schnellen Generierung von Schalt- und Fluidplänen nun ganz neue Mehrwerte bieten – vom sicheren weltweiten Datenzugriff bis zur einfachen Bereitstellung umfangreicher IT-Infrastruktur. Denn Microsoft Azure bietet die Möglichkeit, Daten zu sichern, zu archivieren und zu versionieren.

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Ende November wurde auf der SPS IPC Drives der cloudbasierte Eplan Cogineer in einer Sneak Preview vorgestellt. Das bedeutet: Beide Funktionsbereiche – der „Designer“ und der „Project Builder“ – starten künftig direkt aus der Cloud.

Ende November wurde auf der SPS IPC Drives der cloudbasierte Eplan Cogineer...

Mit dem Eplan Cogineer lassen sich Konstruktionsabläufe automatisieren, insbesondere die Erstellung von Schalt- und Fluidplänen. Der „Designer“ und der „Project Builder“ unterstützen dabei. Bei letzterem handelt es sich um eine deklarative Oberfläche, die automatisch auf Basis der Konfigurationsvariablen erstellt wird. Die Bedienung und Nutzung vorhandener Daten ist ausdrücklich erwünscht und wird voll unterstützt. Eplan-Anwender können direkt auf ihre vorhandenen Makrobibliotheken zugreifen und auf dieser Basis Produktstrukturen abbilden, Regelwerke entwickeln und Varianzen ihrer Produkte oder Anlagen hinterlegen. „Mit dem Eplan Data Portal stellen wir in der Eplan Umgebung umfangreiche Bauteildaten namhafter Komponentenhersteller wie beispielsweise Festo bereit. Da Eplan Cogineer voll in unsere Plattform integriert ist, kann der Elektro- oder Fluidkonstrukteur sämtliche Artikeldaten genauso einsetzen, als arbeite er mit Eplan Electric P8 oder mit Eplan Fluid. Außerdem können bereits vorhandene Makros und sogar Vorlageprojekte genutzt werden, um mit einfachen Hilfsmitteln rasch die Basisdaten für den Eplan Cogineer zu schaffen“, erklärt Martin Berger.

Im „Designer“, dem anderen Funktionsbereich, werden die Modelle und Regelwerke definiert. Funktionseinheiten, bestehend aus Eplan Makros und dazugehörigen Konfigurationsvariablen, bilden sogenannte Makro-Typicals. Diese Makro-Typicals brauchen streng genommen keine gekapselten Funktionen abbilden – somit lassen sie sich auch fertigungsorientiert aufbauen. „Der Anwender wird nicht gezwungen, seine aktuelle Arbeitsweise zu ändern, da sowohl die funktionsorientierte Projekthierarchisierung als auch die fertigungsorientierte Sichtweise unterstützt wird“, bestätigt Martin Berger.

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Im Designer lassen sich die Regelwerke der Software auf Basis von Makros erstellen.

Im Designer lassen sich die Regelwerke der Software auf Basis von Makros erstellen.

Deklarative Oberfläche beschleunigt Entwicklung

Wird in Eplan Cogineer ein Makro-Typical definiert, enthält dieses neben Makros, Konfigurationsvariablen und Regelwerk gleichzeitig auch die Struktur der Konfigurationsoberfläche. Der Funktionsbereich „Project Builder“ stellt diese Daten automatisch und ohne zusätzlichen Programmieraufwand zur Verfügung. Es handelt sich dabei also um eine deklarative Oberfläche, die automatisch auf Basis der vorhandenen Konfigurationsvariablen eines Makro-Typicals erstellt wird.

Die nächsthöhere Ordnungsstruktur sind sogenannte Typical-Gruppen, die jeweils aus einer Liste von Makro-Typicals bzw. anderen Gruppen-Typicals bestehen. Diese wiederum besitzen ihrerseits Konfigurationsvariablen, die für alle Elemente einer Typical-Gruppe gelten. Makro-Typicals und Typical-Gruppen bilden gemeinsam die sogenannten Konfiguratoren, die vom „Designer“ an den „Project Builder“ übergeben werden. Durch diesen modularen Objektaufbau eignet sich Eplan Cogineer für alle Arten der Anwendung – unabhängig von Projektumfang, Branche oder Unternehmensgröße. „Genau wie in der Elektrotechnik können mit Eplan Cogineer vollständige Projektdokumentationen für Hydraulik und Pneumatik erstellt werden. Alternativ lassen sich Teilschaltungen oder Komponentengruppen wie z. B. Ventilinseln einfach konfigurieren und auf Knopfdruck erzeugen“, erklärt Martin Berger. Die automatische Schaltplangenerierung lässt sich ideal mit einer klassischen Projektierung kombinieren. Denn einerseits kann in Bestandsprojekte additiv ‚hineingeneriert‘ werden und andererseits können automatisch generierte Projekte später manuell bearbeitet und ergänzt werden. Für den Anwender bedeutet dies, dass keine umfassenden Vorarbeiten in
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Dongles sind Vergangenheit mit der künftigen Cloud-Version von Eplan Cogineer. Anwender können sich direkt anmelden und arbeiten stets mit der neuesten Softwareversion.

Dongles sind Vergangenheit mit der künftigen Cloud-Version von Eplan Cogineer....

der Erstellung von Begleitdaten und Regelwerken notwendig sind. „Der Nutzen von Eplan Cogineer stellt sich quasi unmittelbar nach der Installation ein und der Grad der Schaltplanautomatisierung steigt sukzessive mit der Nutzungsdauer an“, erläutert Martin Berger.

Die Software speichert alle Informationen direkt in der jeweils verwendeten Makrobibliothek. Das ist ein nächster Schritt zur Vereinfachung, denn durch Archivieren einer Makrobibliothek werden sämtliche Informationen über Makro-Typicals, Typical-Gruppen und Konfiguratoren in einer Datei gespeichert. Diese lässt sich zeitsparend per E-Mail an einen anderen Anwender versenden. Er kann dann auf Basis der Daten Schaltpläne nach exakt dem gleichen Regelwerk generieren. Weitere Vorteile sind eine äußerst einfache, IT-freundliche Revisionierbarkeit mit Standardtools und die Sicherung des Unternehmens-Know-hows.

Pilotkunden sind überzeugt

Bereits in der Pilotphase waren die Nutzer des Systems von der Lösung angetan und haben hiermit das Konzept der Entwicklung bestätigt. AB Graphic International Inc. aus Bridlington, Großbritannien, hat Eplan Cogineer bereits frühzeitig getestet und mittlerweile mehrere Lizenzen im Einsatz: „Während ein Kollege mit der herkömmlichen Methode arbeitete, habe ich Eplan Cogineer an verschiedenen Maschinen genutzt und war so in der Lage, eine Reihe von Plänen in nur fünf bis zehn Minuten zu erstellen statt wie üblich in sechs Stunden. Der andere Vorteil von Eplan Cogineer, der sich sofort bemerkbar macht, ist die Vermeidung möglicher Fehler”, sagt Ken Lomas, Control Systems Engineer bei AB Graphic International.

Auch Jungheinrich
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Im Project Builder werden Schaltpläne automatisch generiert.

Im Project Builder werden Schaltpläne automatisch generiert.

Logistik, führendes Unternehmen der Intralogistik, setzt auf die neue Software. Michael Reising, Leiter Entwicklung Elektrik, Jungheinrich Projektlösungen, erklärt: „Während der Testphase waren unsere Erfahrungen mit Eplan Cogineer sehr positiv. Ohne längere Einarbeitungszeiten konnten meine Kollegen und ich direkt mit der Arbeit starten. Die Consultants von Eplan standen uns dabei mit praktischen Tipps und Tricks zur Seite. Es zeigte sich, dass der Cogineer unsere Bedürfnisse im Bereich Konfiguration sehr gut erfüllt. In Offenbach haben wir Cogineer deshalb mittlerweile dauerhaft eingeführt. Auch die Implementierung war in wenigen Tagen erledigt.“

Daten in der „Wolke“

Ende November wurde auf der SPS IPC Drives der cloudbasierte Eplan Cogineer in einer Sneak Preview vorgestellt. Das bedeutet: Beide Funktionsbereiche – der „Designer“ und der „Project Builder“ – starten künftig direkt aus der Cloud. Benutzeranmeldung und -verwaltung sind in die Eplan Plattform eingebettet. Dongles gehören somit der Vergangenheit an bei der Cloud-Version von Eplan Cogineer. Bibliotheken und Konfiguratoren werden via Microsoft Azure bereitgestellt bzw. in der Cloud gespeichert. Wobei jeder Kunde seinen eigenen geschützten Organisationsbereich in der Cloud erhält. „Das heißt, dass er in eigener Verantwortlichkeit Berechtigungen vergeben und damit den Zugriff steuern kann. Nur die Bibliotheken werden über den ‚Designer‘ in der Cloud verwaltet und für den ‚Project Builder‘ standortunabhängig lesend zur Verfügung gestellt. Somit kann ein international agierendes Unternehmen über unterschiedliche Stützpunkte hinweg auf einen einheitlichen Firmenstandard zugreifen und unabhängig vom Standort in gleicher Weise projektieren. Damit
haben alle Beteiligten permanent und weltweit Zugriff auf den aktuellen Datenbestand“, beschreibt Martin Berger.

Weiterer Vorteil für Unternehmen: Administrations- und IT-Aufwände wie z. B. Backups werden vom Anwender oder der IT in die Cloud verlagert – eigene Serverhardware oder Administration ist nicht erforderlich. Und: Der Anwender setzt immer die aktuellste Version von Eplan Cogineer ein. Da die Software im Mietmodell angeboten wird, profitieren Kunden laut Martin Berger „von einem einfachen Einstieg ohne Investitionsrisiko, da sich Lizenzen ganz nach Bedarf dynamisch nach Auftragslage nutzen oder temporär aufstocken lassen.“

Ende November wurde auf der SPS IPC Drives der cloudbasierte Eplan Cogineer in einer Sneak Preview vorgestellt. Das bedeutet: Beide Funktionsbereiche – der „Designer“ und der „Project Builder“ – starten künftig direkt aus der Cloud.
Im Designer lassen sich die Regelwerke der Software auf Basis von Makros erstellen.
Dongles sind Vergangenheit mit der künftigen Cloud-Version von Eplan Cogineer. Anwender können sich direkt anmelden und arbeiten stets mit der neuesten Softwareversion.
Im Project Builder werden Schaltpläne automatisch generiert.


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