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Bestens vernetzt in die Zukunft

: Festo


Die vierte Industrielle Revolution verändert nicht nur das Umfeld in der Produktion – auch die Aus- und Weiterbildung der Techniker von morgen ändert maßgeblich. Die Technische Akademie St. Andrä in Kärnten setzt bereits seit einiger Zeit auf Einbindung der Themen Vernetzung und Digitalisierung. Für eine besonders praxisnahe und zukunftsorientierte Ausbildung der Lehrlinge kommt das neue CP Lab von Festo zum Einsatz.

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Die neueste Lern- und Übungsstation in der Technischen Akademie St. Andrä: das CP Lab von Festo Didactic. (Alle Bilder: Festo / Martina Draper)

Die neueste Lern- und Übungsstation in der Technischen Akademie St. Andrä:...

„Eine Veränderung bewirkt stets eine weitere Veränderung.“ Das wusste bereits der italienischer Schriftsteller Niccolò Machiavelli. So ändert das durch Industrie 4.0 wandelnde Verhältnis zwischen Menschen und Maschinen insbesondere auch die Ansprüche an die Qualifikation junger Fachkräfte. Skills in den Bereichen Mechatronik, IT-Sicherheit und der Umgang mit digitalen Technologien werden immer wichtiger – genauso wie die Themen Prozessmanagement, Kommunikation und Interdisziplinarität, also der Blick und das Verständnis über Technologiegrenzen hinweg.

Interdisziplinarität wird auch an der Technischen Akademie St. Andrä großgeschrieben. Hier werden heute die Techniker von morgen ausgebildet – einerseits für Unternehmen, die nicht die erforderlichen Kapazitäten haben bzw. nicht laufend in neues Übungsequipment investieren wollen und andererseits für das AMS, um arbeitslosen Jugendlichen neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Bei der Lehrausbildung zum Mechatroniker, Elektrobetriebstechniker oder Maschinenbauer setzen die Kärntner Bildungsexperten schon seit vielen Jahren auf praxisnahe MPS-Übungsstationen von Festo. Wir haben Claus Marx, den Technischen Leiter für Elektrotechnik/Informatik an der Technischen Akademie St. Andrä, zu den neuen Herausforderungen, veränderten Prozessen und dem soeben installierten CP Lab befragt.

Industrie 4.0 und Aus- und Weiterbildung: welche Auswirkung hat die vierte Industrielle Revolution?

Früher galt es, den Fokus auf gewisse Themenschwerpunkte zu legen. Mit dieser Spezialisierung kommt man heute nicht mehr weit. Firmen verlangen nach Allroundern mit großem Basiswissen.
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Industrie 4.0 hat unglaublich viele Facetten – das wirkt sich auch auf die Berufsbilder aus. Techniker von morgen müssen in den unterschiedlichsten Bereichen fit sein – von der Elektrik, der Elektronik und Netzwerktechnik, dem Maschinenbau, bis zur Informatik. Wir durchlaufen mit unseren Auszubildenden die gesamte Technologie-Palette – die Spezialisierung erfolgt dann erst in den jeweiligen Unternehmen.

Was bedeutet das für die Rolle des Ausbildners?

Der Trend lautet: weg vom klassischen Lehrer, hin zum Lernbegleiter. Wir unterstützen unsere Auszubildenden vom ersten bis zum vierten Lehrjahr bestmöglich dabei, sich das gefragte Wissen selbstständig anzueignen. Wir fördern ihre Stärken und gleichen ihre Schwächen aus. In dieser Rolle als Coach darf man aber niemals stehenbleiben, sondern muss sich selbst immer weiterentwickeln. Sonst schlägt sich das auf Grund des raschen Wandels schnell auf die Ausbildungsqualität nieder.

Weiterentwickelt haben sich neben den Lernmethoden auch die Lehrmittel: Sie setzen schon länger auf Übungsstationen von Festo Didactic. Warum und wie sind die Erfahrungen?

Unsere Aufgabe ist es, möglichst praxisnahe auszubilden. Deshalb haben wir bereits vor über zehn Jahren begonnen, MPS-Übungsstationen von Festo einzusetzen. Diese haben wir nach und nach erweitert und selbst zusätzliche Features / Anbauten hinzugefügt – je nach Bedarf. Wir haben Alt
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Auf dem CP Lab werden die Auszubildenden schrittweise an Industrie 4.0 herangeführt.

Auf dem CP Lab werden die Auszubildenden schrittweise an Industrie 4.0 herangeführt.

und Neu immer wieder zusammengeführt. Zum Beispiel ist die Robotertechnik dazugekommen. Unser jüngster „Neuzugang“ ist das CP Lab von Festo – eine modulare Industrie-4.0-Anlage, die wir mit unseren Anlagen optimal verknüpfen konnten. Wir haben also unsere bestehende Lernumgebung in Richtung Zukunft weiterentwickelt.

Was ist für Sie das Besondere am neuen CP Lab?

Das CP Lab ist Industrie 4.0 zum Angreifen. Es ist immer etwas in Bewegung. Die Auszubildenden können ihre Ideen umsetzen, dabei auch Fehler machen und wieder korrigieren – ganz ohne kritische Folgen. Wir beginnen damit schon im ersten Lehrjahr, dann geht es immer tiefer in die Materie hinein. Dank unterschiedlicher Module beinhaltet das CP Lab alle notwendigen Komponenten, um sämtliche Produktionsprozesse kennenzulernen und realistisch simulieren zu können. Das bedeutet, einzelne Applikationen im Rahmen einer Fertigungsanlage zu starten und miteinander zu vernetzen – das ist Industrie 4.0 von A bis Z.

Apropos A bis Z: Wie sieht der konkrete Prozess auf Ihrer Anlage aus?

Der flexible Aufbau ermöglicht unterschiedliche Szenarien – vom einzelnen Transferband mit integrierter Steuerung bis zur Produktionsanlage mit verschiedenen Modulen. Aber grundsätzlich bestimmt man zuerst über die MES-Software, was produziert werden soll. Danach wird die Anlage bestückt. Es folgt die Bearbeitungsphase, ehe die ‚Werkstücke‘
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Interdisziplinarität wird an der Technischen Akademie St. Andrä großgeschrieben. Hier werden die Techniker von morgen ausgebildet – einerseits für Unternehmen, die nicht die erforderlichen Kapazitäten haben bzw. nicht laufend in neues Übungsequipment investieren wollen und andererseits für das AMS, um arbeitslosen Jugendlichen neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Bei der Lehrausbildung zum Mechatroniker, Elektrobetriebstechniker oder Maschinenbauer setzen die Kärntner Bildungsexperten schon seit vielen Jahren auf praxisnahe MPS-Übungsstationen von Festo.

Interdisziplinarität wird an der Technischen Akademie St. Andrä großgeschrieben....

mithilfe von Kameras einem Qualitätscheck unterzogen werden. Am Ende werden die Produkte ausgelagert. All diese Schritte werden auf einem RFID-Chip dokumentiert. Wir können auf die Daten jederzeit via Smartphone-App von überall aus auf der Welt zugreifen. Diesen Fernzugriff in einer Lernsituation zu haben, ist für einen Trainer natürlich top.

Was können Sie heute sonst noch, was früher nicht möglich war?

So tief in eine Anlage hineinzuschauen war früher unmöglich. Heute läuft alles in Echtzeit – alle Daten, die ich brauche, bekomme ich direkt auf den PC oder das Smartphone. Und das löst wichtige Fragen wie zum Beispiel: Wie viele Stück wurden produziert? Wie hoch ist die Fehleranfälligkeit? Wann ist die nächste Wartung fällig? Man kann sämtliche Informationen grafisch auslesen, auswerten und bis ins letzte Detail analysieren – das führt zu wichtigen Erkenntnissen in punkto Effizienz, Kostenplanung usw.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Anlage?

Wir wollen unsere Auszubildenden schrittweise an Industrie 4.0 heranführen. Sie können das Zusammenspiel von Bestehendem – sprich, die Benützung und Instandhaltung von Altanlagen – und neuen Technologien praxisnahe kennenlernen. Ziel ist, dass jeder Lehrling die Anlage bedienen, warten und instandhalten kann. Das umfasst auch alle Schutzfunktionen, damit nicht nur die Sicherheit für den Bediener gewährleistet ist, sondern
auch die Produktion bei Störungen immer weiterläuft. Der Schlüssel dazu ist in jedem Fall Kommunikation und hochgradige Vernetzung.

Vernetzung ist ein gutes Sichtwort: Wie wichtig ist für Sie die aktive Zusammenarbeit mit der Industrie?

Vernetzung ist nicht nur im digitalen Bereich unerlässlich. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen ist in der Aus- und Weiterbildung heute essenziell – für beide Seiten. Wir gestalten zum Beispiel individuelle Ausbildungspläne. Entsprechend den firmenspezifischen Anforderungen definieren wir gemeinsam, in welche Richtung der Lehrling ausgebildet werden soll. Dieser ständige Know-how-Transfer ist für alle Beteiligten wertvoll – ebenso wie die didaktische Begleitung durch Trainer von Festo. Eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildung ist auf laufende Inputs von außen angewiesen, sonst verliert sie schnell den Anschluss und ist dann nicht mehr zeitgemäß.

Wenn Sie an die Firmen denken: Worin sehen Sie die größte Herausforderung in Sachen Industrie 4.0?

Ich denke, dass Datensicherheit ein immer größeres Thema wird – nicht nur im Hinblick auf die rechtlichen Vorgaben. Wo kommen die Daten, die ich auslese, hin? Wie schütze ich meine Anlage? Das wird für Unternehmen zunehmend zur Herausforderung. Da stehen viele Fragen im Raum. Umso wichtiger ist es, Jugendlichen möglichst früh das nötige IT-Know-how zu vermitteln. Zumindest eine solide Basis ist da heute unerlässlich.

Worauf wird es technologisch und prozesstechnisch künftig noch stärker ankommen?

Der Trend geht ganz klar dorthin, nichts mehr auf Vorrat und Wahrscheinlichkeiten hin zu produzieren. Es wird online bestellt und „just in time“ gefertigt. Die Vielfalt wird weiter wachsen. Es gilt auf Losgröße 1 herunterzukommen und nicht tausende
Stück bestellen zu müssen, um einen guten Einkaufspreis zu bekommen. Vom Lager-Tracking bis zur Lieferung, das Gesamtverständnis für die Abläufe ist entscheidend. Dieses durchgängige Wissen vermitteln wir jetzt mit Hilfe des CP Labs – die Weichen in Richtung Zukunft sind also gestellt.

Die neueste Lern- und Übungsstation in der Technischen Akademie St. Andrä: das CP Lab von Festo Didactic. (Alle Bilder: Festo / Martina Draper)
Auf dem CP Lab werden die Auszubildenden schrittweise an Industrie 4.0 herangeführt.
Interdisziplinarität wird an der Technischen Akademie St. Andrä großgeschrieben. Hier werden die Techniker von morgen ausgebildet – einerseits für Unternehmen, die nicht die erforderlichen Kapazitäten haben bzw. nicht laufend in neues Übungsequipment investieren wollen und andererseits für das AMS, um arbeitslosen Jugendlichen neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Bei der Lehrausbildung zum Mechatroniker, Elektrobetriebstechniker oder Maschinenbauer setzen die Kärntner Bildungsexperten schon seit vielen Jahren auf praxisnahe MPS-Übungsstationen von Festo.



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